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Scan 25
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872
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1nahm, besonders als er 1816 in Hildesheim als Musikdirector angestellt worden war und die Kunst nun seine bevorzugte Beschäftigung sein durfte. Die Musikfeste, seine Schöpfung, veranlassten auch indirect seinen Tod. Denn als er 1834 auf der Reise nach Magdeburg begriffen war, wo das siebente Elbmusikfest gefeiert werden sollte, wurde die Schnellpost umgeworfen und dies beschädigte ihn so, dass ein Brustleiden und fortwährende Kränklichkeit bis an seinen Tod, der am 7. Septbr. 1841 zu Halberstadt eintrat, die Folgen waren. Sein Andenken wird weiter blühen und ihn stets als einen Derjenigen bezeichnen, die im lautersten und uneigennützigsten Interesse mit Begeisterung, und durch materielle Nachtheile nicht wankend gemacht, eine die Kunst fördernde Idee hochhielten und verwirklichten. Auch als Componist ist B. aufgetreten und zwar besonders mit Klavierstücken und ein- und mehrstimmigen Gesängen, die zum Theil im Druck erschienen sind.
3Bischoff, Karl Bernhard, geboren den 24. Decbr. 1807 zu Nieder-Röblingen im Weimar'schen, besuchte zu Halle das Gymnasium, um Theologie zu studiren, trieb aber nebenbei mit Vorliebe die Musik. Dadurch auf andere Bahnen gewiesen, ging er 1831 nach Berlin und vollendete bei A. W. Bach, Rungenhagen und Grell seine musikalische Bildung. Bald wurde er durch gelungene Quartette und durch die Oratorien »Der Christ« und »Joas« in weiteren Kreisen bekannt, sodass er 1843 einen Ruf nach Stargard in Pommern erhielt, wo er noch gegenwärtig lebt und wirkt. Dort brachte er auch bei der Anwesenheit und in Gegenwart des kunstsinnigen Königs Friedrich Wilhelm IV. das genannte Oratorium »Der Christ« zu trefflicher Aufführung und erhielt dafür den Titel eines königl. Musikdirectors.
5Bischoff, Kaspar Joseph, geboren den 7. April 1823 zu Ansbach, war ursprünglich zum Uhrmacher bestimmt, ging aber, von Talent und Neigung getrieben, zur Musik über, die er zuerst autodidaktisch, dann aber eifrig studirend bei Ett und Stuntz in München betrieb. Durch die Composition eines Streichquartetts schwang er sich zum Stipendiaten der Mozartstiftung in Frankfurt a. M. 1846 empor, der Reihe nach, die mit J. J. Bott begonnen hatte, der zweite Stipendiat dieser Anstalt. Mit den dadurch gewonnenen Mitteln studirte er von 1847 bis 1849 in Leipzig weiter und siedelte dann gänzlich nach Frankfurt über, wo er als Lehrer des Gesanges und der Composition wirkt. Im J. 1853 gewann er durch die Composition eines Streichtrios und 1854 durch ein Quartett für Blasinstrumente den von der Tonhalle ausgesetzten Preis. Ausserdem hat er Cantaten, eine Sinfonie, eine Ouvertüre zu Shakespeare's »Hamlet«, Psalme, ein- und mehrstimmige Gesänge, endlich auch die Oper »Maske und Mantille«, in Frankfurt 1852 aufgeführt, geschrieben. Alle diese Werke verrathen die tüchtige Durchbildung ihres Componisten.
7Bischoff, Ludwig Friedrich Christian, geboren den 27. Novbr. 1794 zu Dessau, stammt aus der weiter oben genannten rühmlichst bekannten Nürnberger Künstlerfamilie und ist der Sohn des ebendaselbst erwähnten Johann Karl B., eines tüchtigen Kammer-Violoncellisten. Nach absolvirtem Gymnasialcursus bezog er 1812 die Universität zu Berlin als Philolog, von wo aus er als Freiwilliger die Kriege von 1813—1815 mitmachte und bei Laon 1814 auf kurze Zeit in französische Gefangenschaft gerieth. Nach hergestelltem Frieden verweilte er anfangs in Paris, vollendete aber dann in Berlin seine philologischen Studien und wurde 1818 Professor an der Cantonalschule zu Aarau in der Schweiz, dann Studieninspector zu Hofwyl, 1821 Professor am Werder'schen Gymnasium zu Berlin und 1823 Gymnasialdirector in Wesel. Im J. 1849 nahm er seinen Abschied und privatisirte anfangs in Bonn, dann in Köln, wo er seiner Begeisterung und Liebe für Musik, die ihn vom Vaterhause aus nicht verlassen hatte, dadurch einen Ausdruck gab, dass er die »Rheinische Musikzeitung« (Köln bei Schloss) 1850 gründete und redigirte, und, nachdem er die Leitung dieses Blattes aufgegeben, seit 1853 unter dem Namen »Niederrheinische Musikzeitung« im Dumont-Schauberg'schen Verlag ein neues Journal herausgab, welches lediglich durch B.'s Thätigkeit zu Ruf und Einfluss gelangte und dieselben bis zu B.'s Tode zu bewahren wusste. Ausserdem war B. zugleich geschätzter musikalischer Referent der »Köln. Zeitung«. War auch B. als Kritiker nicht ganz freizusprechen von dem Vorwurf der Parteilichkeit und Zugänglichkeit, so wusste er doch andererseits
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