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Scan 300
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872
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1nach Paris, um die dortigen Musikinstitute kennen zu lernen, und starb bald nach seiner Rückkunft am 1. März 1805 zu München. Von seinen Werken, die jedoch weit weniger wie die seines Vaters verbreitet waren, sind anzuführen: die Opern »Orpheus« und »Palmer und Amalie«; »Gedächtnissfeier Mozart's«, Cantate (München, 1797); Lieder und mehrstimmige Gesänge, eine Sinfonie, eine Ouvertüre, ein Violinconcert, Trios für zwei Violinen und Violoncell, Duos für zwei Violinen, für Violine und Flöte, Klaviervariationen u. s. w.
3Canniciari, Pompeo, von Gerber Canniciani geschrieben, ein Kirchencomponist aus der römischen Schule, der 1709 Kapellmeister an der Kirche Santa Maria Maggiore zu Rom wurde und am 29. Septbr. 1744 starb. Von ihm: Vierchorige und vier-, fünf- und achtstimmige Messen und Motetten, so wie andere dreibis achtstimmige Kirchenstücke, wovon Vieles in der Sammlung des Abbate Santini in Rom.
5Cannobbio, Alessandro, auch Canobio geschrieben, italienischer Gelehrter aus Verona, der gegen Ende des 16. Jahrhunderts lebte und ausser anderen historischen Schriften ein »Breve trattato sopra le accademie in musica« (Venedig, 1571) herausgegeben hat.
7Canobio, Carlo, italienischer Violinvirtuose, der nach mehreren Kunstreisen in seinem Vaterlande um 1780, am Petersburger Opernorchester 1790 angestellt war. Er soll 1796 in seine Heimat zurückgekehrt und bald darauf gestorben sein. Von ihm Duette für Flöte und Violine (Paris, 1780).
9Canone (ital.), Canon apertus, Canon aenigmaticus, Canon finitus, Canon per augmentationem u. s. w., s. Kanon.
11Canones (lat.) heissen die Cancellen in einer Wasserorgel, dann aber auch alle Orgelregister überhaupt.
13Canon musicalis (lat.), s. Windlade.
15Canson redonda (provençalisch), d. i. Runde (Rondo), war eine Art Singgedicht der Trobadors, in welchem der letzte Vers jeder Strophe als erster Vers der folgenden wiederholt wurde, sodass alle Strophen wie Glieder einer Kette in einander gehängt waren.
17Cantabile (ital.), singend, sangbar, gesangreich, bezeichnet im Allgemeinen eine Stelle, welche sich, namentlich im Gegensatze zu figurirten Sätzen, durch fassliche, leichte und fließende Melodie auszeichnet und sich daher in einfachen, natürlichen Tonverhältnissen bewegt. In der anscheinend kunstlosen Art ihrer Gestaltung ist das C. gleichwohl das Product von Innigkeit und wahren, lebhaftem Gefühl, und hierin liegt das, was man Sangbarkeit nennt. Derartige Sätze erscheinen so naturgemäss wahr und bei aller etwaigen Bedeutsamkeit doch so leicht anschaulich und ausführbar, dass sie dem Sänger oder Instrumentalisten gleichsam wie von selbst in die Stimme oder in das Instrument fließen. Für C. wird auch der Ausdruck Cantilene (s. d.) gebraucht und bezeichnet in Vocal- und Instrumentalstücken die sinnigen, zarten und ausdrucksvollen Stellen, gegenüber den kühneren, bewegteren und rauschenderen. Als Vortragsbezeichnung gebraucht, verlangt das C. eine fließende, natürliche und dabei durchaus gebundene Ausführung, so wie mässige Klangstärke und keine zu scharfen Contraste. Findet sich der Ausdruck ohne ein das Zeitmaass näher bestimmendes Wort als Ueberschrift eines Tonstückes, so zeigt er ausser der eben bemerkten Vortragsart, jederzeit auch eine mässig langsame Bewegung an. Im Uebrigen kommt derselbe häufig verbunden mit langsameren Tempo- bezeichnungen vor, z. B. Andante c., Larghetto c. u. s. w. one of two readings
18Cantabile (ital.), singend, sangbar, gesangreich, bezeichnet im Allgemeinen eine Stelle, welche sich, namentlich im Gegensatze zu figurirten Sätzen, durch fassliche, leichte und fliessende Melodie auszeichnet und sich daher in einfachen, natürlichen Tonverhältnissen bewegt. In der anscheinend kunstlosen Art ihrer Gestaltung ist das C. gleichwohl das Product von Innigkeit und wahren, lebhaftem Gefühl, und hierin liegt das, was man Sangbarkeit nennt. Derartige Sätze erscheinen so naturgemäss wahr und bei aller etwaigen Bedeutsamkeit doch so leicht anschaulich und ausführbar, dass sie dem Sänger oder Instrumentalisten gleichsam wie von selbst in die Stimme oder in das Instrument fliessen. Für C. wird auch der Ausdruck Cantilene (s. d.) gebraucht und bezeichnet in Vocal- und Instrumentalstücken die sinnigen, zarten und ausdrucksvollen Stellen, gegenüber den kühneren, bewegteren und rauschenderen. Als Vortragsbezeichnung gebraucht, verlangt das C. eine fliessende, natürliche und dabei durchaus gebundene Ausführung, so wie mässige Klangstärke und keine zu scharfen Contraste. Findet sich der Ausdruck ohne ein das Zeitmaass näher bestimmendes Wort als Ueberschrift eines Tonstückes, so zeigt er ausser der eben bemerkten Vortragsart, jederzeit auch eine mässig langsame Bewegung an. Im Uebrigen kommt derselbe häufig verbunden mit langsameren Tempo- bezeichnungen vor, z. B. Andante c., Larghetto c. u. s. w. one of two readings
20Cantadours (provençalisch; ital.: Cantambanco), Strassen- oder Bänkelsänger.
22Cantamento (ital.), das Singen, der Gesang.
24Cantando oder Cantante (ital.), singend, von der Verbalform cantare, d. i. singen, abgeleitet, ist eine Vortragsbezeichnung, die vollständig identisch mit dem Cantabile (s. d.) ist.
26Cantarella (ital.), s. Chanterelle (franz.).
28Cantare il maggio, das Maisingen bei den Italienern (s. Maggiolate).
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