Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 320

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872

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1die betreffende Notenfigur nothwendiger Weise in sehr viele Arten und Wendungen sich ergehen muss, und weil diese Notenfiguren schon an und für sich häufig eigensinniger und kecker (capriciöser) Art zu sein pflegen, bekommen solche Tonstücke gar leicht einen launenhaften Anstrich und verdienen den Namen C. wenigstens nicht mit Unrecht. In letzterem Sinne und zwar als Uebungsstücke für Bogeninstrumente, in denen eine bestimmte Figur durchgeführt ist, war die Bezeichnung C. um die Mitte des vorigen Jahrhunderts allgemein im Gebrauch. Noch früher hinauf war C. eine für Klavierinstrumente bestimmte fugenartige Composition über einen lebhaften, aber nicht streng nach den Regeln des Wiederschlages durchgeführten, vielmehr auch mit anderen Sätzen wechselnden Tongedanken. Prätorius sagt in seinem »Syntagma« II, 21 (Wolfenbüttel, 1619) über diese Gattung: »C. seu Phantasia subitanea: Wenn einer nach seinem eigenen plesier vnd gefallen eine Fugam zu tractiren vor sich nimpt, darinnen aber nicht lange immemoriret, sondern bald in eine andere fugam, wie es jhme in Sinn kömpt, einfällt: denn weil ebener maassen, wie in denen rechten Fugen kein Text darunter geleget werden darf, so ist man auch nicht an die Wörter gebunden, man mache viel oder wenig, man digredire, addire, detrahire, kehre vnd wende wie man es wolle.«
3Capriccioso (ital.), launenhaft, eigensinnig, willkürlich, capriciös. Bei Musikstücken oder Tonsätzen, die etwas Keckes, Bizarres oder Fremdartiges in der Behandlung an sich haben, tritt diese Vortragsbezeichnung auf, um anzudeuten, dass der Spieler sich nicht streng an Tact und Tempo zu binden brauche, sondern seinem eigenen Ermessen und seiner Laune frei folgen dürfe.
5Caprice (franz.), s. Capriccio.
6Capricornus, Samuelis, s. Bockshorn.
7Caprioli, Antonio, latinisirt Antonius Capreolus, war ein um 1600 lebender, aus Brescia gebürtiger italienischer Tonkünstler, von dessen Compositionen Petrucci einige in seine Sammlung »Canti cento cinquante« (Venedig, 1504) aufgenommen hat.
8Caprioli, Giovanni Paolo, italienischer Tonkünstler und Mönch, welcher zu Anfang des 17. Jahrhunderts in Modena lebte und Canzonetten und Sacrae cantiones (1618) herausgegeben hat.
9Capuana, Mario, italienischer Tonsetzer und Kapellmeister am Dome zu Noto in Sicilien, lebte um die Mitte des 17. Jahrhunderts und hat eine Sammlung von Messen seiner Composition, worunter auch eine Messa de' defonti (Venedig, 1650), herausgegeben.
10Capuani, Battista, geboren um 1540 zu Correggio, trat als Mönch in das dortige Minoritenkloster und hat für die Verbesserung des Kirchengesanges seines Ordens mit Erfolg gearbeitet. Seinem Kloster hinterliess er bei seinem Tode eine bedeutende Anzahl von Introiten und Antiphonien seiner Composition im Manuscript.
11Caputi, Antonio, ein italienischer Componist, der sich um 1754 in Deutschland niederliess und daselbst auch seine Oper »Didone abbandonata« zur Aufführung brachte. Ferner wurde er 1760 auch durch ein Flötenconzert allgemeiner bekannt, welches im Manuscript noch vorhanden ist.
12Capucci, Giuseppe Antonio, ausgezeichneter Violinvirtuose und Componist, wurde 1740 zu Brescia (nach Anderen 1755 zu Venedig) geboren. Er studirte Vio- linspiel bei Tartini, zu dessen besten Schülern er später gehörte, und Composition bei Ferd. Bertoni in Venedig. Im J. 1796 machte er eine Kunstreise nach London, wo er grosses Aufsehen erregte und auch eine Balletmusik zu »La villageoise enlevée, ou les corsaires« lieferte. Nach seiner Rückkehr in seine Heimath erhielt er zu Bergamo die Stelle als Violinlehrer am Musikinstitut der Stadt, so wie als Orchester-director an der Kirche Santa Maria maggiore, und in diesem Amte starb er im J. 1818. Man kennt von ihm noch die Opern »Cora ed Alonzo« und »Didone abbandonata«, Quintette, Streichquartette, Sonaten für Violine u. s. w.
13Caracciolo, Paolo, italienischer Tonsetzer, aus Nicosia in Sicilien gebürtig, wo er um die Mitte des 16. Jahrhunderts geboren ist. Er hat fünfstimmige Madrigale seiner Composition in Palermo herausgegeben.

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