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Scan 352
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872
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1Talent, das jedoch der Oberflächlichkeit huldigte und einer grösseren Tiefe entbehrte. Im J. 1835 verliess er Paris und zog nach London, wo er in der gewohnten Thätigkeit, allerdings mit weit geringerem öffentlichen Erfolge fortfuhr. Dort ist er auch am 19. August 1851 gestorben.
3Cattaneo, italienischer Musiklehrer und Componist, geboren um 1666 zu Lodi, ertheilte an dem von den Jesuiten geleiteten adeligen Collegium zu Brescia den Unterricht auf dem Violoncell und Psalterion. Als Componist gab er heraus: »Trattenimenti armonici da camera a tre strumenti (due Violini e Violoncello e Cembalo) con due brevi cantate a soprano solo ed una Sonata per Violoncello« (Modena, 1700). — Sein Bruder, Francesco Maria C., gleichfalls aus Lodi gebürtig, war im J. 1739 Violinist der kurfürstl. sächsischen Hofkapelle in Dresden und wurde 1756 Conzertmeister an Pisendel’s Stelle. Von ihm stammen einige Violinconzerte und mehrere Arien, die über den damaligen zeitgemässen Styl nicht hinausragen.
5Cattaneo, Niccolò Eustachio, Musikinstituts-Director zu Borgomanero in Italien, wo er zugleich die Organistenstelle versah, schrieb im J. 1836 ein musikalisches Werk: »Trusta musicale ossia lettere sugli abusi introdotti nella musica«, das in Mailand erschien. Die Schrift enthält 25 Briefe, deren Quintessenz darin besteht, dass seine Zeitgenossen die Worte in den Opern misshandeln, in der Kirche Theatermusik aufführen und dass man in Italien keine guten Organisten höre. Das Buch machte nicht ungerechtfertigtes Aufsehen. Ausserdem hat C. eine »Grammatica della musica« (Mailand, 1828; 2. Aufl. 1832), ferner ein »Intrattamento all’armonia« verfasst und eine italienische Uebersetzung von Zimmermann’s »Klavierschule« mit hinzugefügten Anmerkungen geliefert.
7Cattani, Lorenzo, italienischer Componist aus Toscana, lebte um die Mitte des 17. Jahrhunderts und war Augustinermönch und Kapellmeister am Stephansdome zu Pisa, für welche Kirche er auch Mehreres schrieb, was jedoch Manuscript geblieben ist. Auch Opern hat er componirt, z. B. »Il conte di Castro«, »La pietà di Sabina«, »Il pellegrino« u. s. w.
9Cattania, Maria Arcangelo, italienischer Vocalcomponist, geboren um 1520 zu Reggio, war Serviternönch, wurde 1558 Musikdirector am Dome zu Siena und war 1574 als Kapellmeister beim Cardinal Luigi d’Este angestellt. Ausser mehrstimmigen Madrigalen erschienen von seiner Composition »Salmi e compieta a cinque voci« (Venedig, 1556) und dreistimmige Canzonetten, die sich in einer 1570 zu Venedig herausgekommenen Sammlung befinden.
11Cattivo (ital.), kurz gesagt für Tempo cattivo, bezeichnet die schlechte Tactzeit.
13Catugno, Francesco, italienischer Componist, geboren 1780 zu Neapel, war im Gesang und in der Composition ein Schüler seines Oheims Silvestro Palma und um die Wendezeit des 18. und 19. Jahrhunderts an verschiedenen Klosterkirchen seiner Vaterstadt als Kapellmeister angestellt. Seine Hauptwerke sind Kirchencompositionen, bestehend in zahlreichen Messen, Psalmen, Hymnen, Motetten, Litaneien, Lamentationen, einem Oratorium »Ester ed Assuero« u. s. w. Ausserdem hat er sich jedoch auch mit Opernmusik befasst und lieferte für das Teatro nuovo in Neapel die Partituren: »I due comparì«, »I finti Ammalati« und »Le stravaganze d’amore«, welche Oper er später noch einmal neu componirte; ausserdem für das San Carlo-Theater ebendaselbst eine patriotische Cantate »Partenope«.
15Cauciello, Prospero, italienischer Instrumentalcomponist, war um 1780 als Musiker in der königl. Kapelle in Neapel angestellt. Von seiner Composition erschienen in derselben Zeit zu Lyon drei Sinfonien für grosses Orchester, so wie Quintette und Duette für Streichinstrumente.
17Caudatus, oder vielmehr Punctus caudatus (lat.), der geschwänzte Punkt (✓), s. Custos.
19Caudella, Franz, ein trefflicher Musikpädagog, geboren um 1812 in der Moldau, bildete sich in Wien musikalisch aus und widmete seit 1830 seine ganzen Kräfte dem edlen Zwecke, sein in der Cultur unter den europäischen Staaten sehr zurückstehendes Vaterland durch eine geordnetere Musikpflege auf eine höhere, zeitgemäss Stufe zu heben. Seiner rastlosen Thätigkeit gelang es endlich auch, im J. 1861 ein Conser-
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