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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872
26 lines. Read by computer on 16 September 2026. Printed page 354. See the scan on archive.org.
1Celano, Tommaso di, geistlicher Dichter, geboren in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu Celano bei Neapel, soll der Verfasser des gereimten Abschnittes des Messtextes sein, welcher mit den Worten beginnt: »Dies irae, dies illa«.
3Celere (ital.), musikalische Vortragsbezeichnung in der Bedeutung von geschwind, hurtig, schnell.
5Celestino, Eligio, berühmter italienischer Violinvirtuose, geboren 1739 in Rom, wo er auch seine Ausbildung empfing und, kürzere Konzertreisen abgerechnet, bis 1775 blieb. Im J. 1770 hörte ihn Burney, der ihn als einen der geschicktesten Virtuosen seiner Zeit rühmt, und ermunterte ihn, sich auch im Auslande hören zu lassen. In Folge dessen besuchte C., von den grössten Erfolgen begleitet, Frankreich und Deutschland, liess sich endlich in Ludwigslust als herzogl. Konzertmeister 1781 engagieren und erlangte von dort aus den Ruf, ein eben so trefflicher Orchesterdirigent als Geiger zu sein. Der Beifall, den er sich stets erworben hatte, verminderte sich auch nicht bei zunehmendem Alter, und noch in seinem 60. Jahre erfuhr er durch seine Vorträge in London ehrenvolle Auszeichnungen. In seiner Stellung zu Ludwigslust wirkte er eben so eifrig und fleissig, an keinen Abgang denkend, bis zu seinem Tode, der am 14. Januar 1812 erfolgte. Zu eigenem Schaffen hatte er sich nie recht getrieben gefühlt und nur auf Andringen von Verlegern hatte er 1786 in Berlin drei Duos, in London 1798 sechs Sonaten für Violine und Violoncell veröffentlicht.
7Celeustis (a. d. Griech.), s. Keleustis.
9Cella, Louis Sebastian, rühmlichst bekannter deutscher Violinspieler und Componist, geboren um 1750 in Bayreuth, der noch 1799 in Wien lebte, wo er als Musiker sehr geschätzt war.
11Cellarius, Simon, eigentlich Kelder (Keller) geheissen, ein angesehener niederländischer Tonsetzer der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, war in einem Dorfe bei Furnes in Flandern geboren und lebte um 1517 als angestellter Kirchensänger zu Soignies. Sehr beachtenswerthe Stücke seiner Composition befinden sich in den von seinem Zeitgenossen Georg Rhaw in Wittenberg herausgegebenen Sammelwerken.
13Cellerier, Hilaire, italienischer Componist französischer Abkunft, geboren in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts zu Lucca, studirte in Viareggio und brachte daselbst 1837 eine Opera semiseria mit achtungswerthem Erfolg zur Aufführung.
15Celli, Filippo, italienischer Operncomponist, geboren 1782 zu Rom, lieferte für die Hauptbühnen seines Vaterlandes eine grosse Menge von Partituren untergeordneten Werthes, z. B. »Amalia e Palmer«, »Dritto e Rovescio«, »Don Timonello di Piacenza«, »Emma«, »Il corsaro«, »Le due duchesse«, »Ezio«, »Medea«, »L’ajo nel imbarazzo«, »L’amore muto« u. s. w. Als Professor des Gesanges wurde er an das Conservatorium zu Madrid berufen, wo er von 1834 bis 1838 wirkte. Später liess er sich in London als Gesanglehrer nieder und starb daselbst am 21. August 1856.
17Cello, sehr gebräuchliche Abkürzung für Violoncello (s. d.).
19Celscher, Johann, ein in der Grafschaft Zips in Ungarn geborener sehr gewandter Contrapunktist des 17. Jahrhunderts, der 1597 seine musikalischen Studien vollendete und als Cantor in Marienwerder und von 1608 ab in Thorn thätig war. Er hatte eine bedeutende Anzahl mehrstimmiger Tonsätze drucken lassen, die sich in der königl. Bibliothek zu Berlin, so wie in den Bibliotheken der preussischen Provinzen Preussen und Posen befinden.
21Celtische Musik, s. Keltische Musik.
23Celtische Trompete, s. Karnyx.
25Cembal d’amour hiess im Anfang des vorigen Jahrhunderts ein von Gottfried Silbermann in Freiburg erfundenes, dem Klaviere (s. d.) fast gleiches Tasteninstrument, welches von demselben sich nur durch seine Länge, Anschlagsweise und Klangfarbe unterschied. Es hatte nämlich gerade doppelt so lange Saiten als ein gewöhnliches Klavier, weshalb es auch doppelt so lang gebaut war, und die Tangenten desselben liessen die Saiten durch Anschlag in der Mitte ertönen. In Folge dessen erklang von der Saite die höhere Octave, da jede Hälfte selbstständig vibrirte, und der Ton dieses Instrumentes war von dem der Klaviere dadurch unterschieden, dass er
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