Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 361

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872

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1stärker, länger anhaltend und sangreicher sich kundgab. Um den Anschlag zu ermöglichen, waren an beiden Seiten besondere Stege und Resonanzböden angebracht und die Saiten ruhten in ihrer Mitte auf einem mit Tuch belegten, so eingeschnittenen Stäbchen, dass die Tangenten die Saiten von demselben in die Höhe hebend, in eine klangwirkende Schwingung versetzen konnten. Diese Anschlagsart bewirkte bei verschiedenem Kraftaufwand des Spielers eine verschiedene Saitenspannung und dadurch das Erscheinen eines nicht immer in seiner Höhe gleichen Tones. Wenn auch das gewöhnliche Klavier in der Tonzeugung Aehnliches bietet, so konnte dies doch niemals so störend hervortreten, da die Saiten des Klaviereis halb so lang und der Anschlag derselben nur nach einer Ausdehnung hin tongebend wirksam war. Obgleich man in jenen Tagen, wie diese Erfindung lehrt, schon den Wunsch hegte, mittelst der Tasteninstrumente ein piano und forte erzielen zu können, so lehrte doch die Erfahrung bald, dass der hier betretene Weg, dies zu erreichen, nicht der richtige sein konnte. Zwar verbesserte der Orgelbauer Händel in Meissen das C. und suchte es dem Zeitgeschmacke entsprechender zu gestalten, indem er nämlich dem Instrumente einen sogenannten Cölestinzug (s. d.) zufügte und eine mit Tuch belegte Leiste an jeder Hälfte der Saiten anbrachte, die man nach Belieben zur Dämpfung benutzen konnte; doch diese Verbesserungen zeigten sich dem Wunsche der Zeit noch weniger entsprechend. Es ist daraus erklärbar, dass das C. in der verbesserten Gestalt sich jetzt gar nicht mehr vorfindet, während dasselbe in seiner ursprünglichen Bauart doch noch zuweilen in Böhmen im Gebrauch ist.
3Cembalist, Klavierspieler, Pianist.
4Cembalo (ital.), s. Klavier. — C. verticale, ein aufrechtstehender Flügel, ein Clavicytherium.
5Cembalo angelico (ital.), s. Clavicembalo.
6Cembalo onnicordo (ital.), auch unter der Benennung Proteus bekannt, ein viel- oder allsaitiges klavierähnliches Instrument, ist in seiner inneren Einrichtung uns gänzlich unbekannt; es kam nicht lange nach seiner Erfindung wieder ausser Gebrauch. Als Erfinder desselben wird Francesco Nigetti genannt, der 1650 zu Florenz lebte. Vergl. D. Maria Nanni, »De Florentinis inventis« Seite 72 (Ferrara, 1731).
8Censorinus, ein römischer Grammatiker und Philosoph um die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr., unter der Regierung der Kaiser Alexander Severus, Maximinus und Gordianus lebend, lieferte um das J. 238 in einem für jene Zeit erträglichen lateinischen Style unter dem Titel: »De die natali« eine Reihe von Aufsätzen über Astronomie, Chronologie, Mathematik u. s. w., worin er auch die Musik vom geschichtlichen und pythagoräisch-philosophischen Standpunkte aus behandelt. Erhalten gebliebene Fragmente eines anderen Buches: »De naturali institutione«, welches gleichfalls einige von Musik handelnde Abschnitte aufweist, die dem C. zuerkannt wurden, sind demselben von der philologischen Kritik abgesprochen worden.
10Cento, Giovanni Antonio, italienischer Kirchenkomponist, war zugleich Franciscanermönch und fungirte als Kapellmeister in Padua, 1660 an der Kirche San Francesco in Bologna. Seine zahlreichen Kirchenstücke sind Manuscript geblieben.
12Centone (ital.; franz.: Centon), eigentlich ein aus verschiedenartigen Stücken oder Lappen zusammengeflicktes Zeug, wurde bezeichnend auf solche Musikwerke grösseren Umfanges, als Oratorien, Messen, Opern u. s. w. übertragen, die aus verschiedenen fremden Melodien oder aus Bruchstücken anderer Componisten in veränderter oder unveränderter Form, zusammengestoppelt sind. Bei einer solchen Zusammensetzung kann sowohl offenkundige Absicht, als auch der Gedanke, die Zuhörer zu täuschen, die den Verfasser leitende Ursache sein. In beiden Arten wird der Ausdruck bei den Italienern auch wohl gleichbedeutend mit Pasticcio gebraucht, obwohl letzterer eigentlich mehr bunt zusammengewürfelte Programme bezeichnet. Das Verfahren selbst nennen die Italiener centonizzare, die Franzosen centoniser. Für Stücke kleineren Umfanges, welche auf diese mehr oder weniger unkünstlerische Weise zusammengesetzt sind, gebraucht man übrigens nicht den Ausdruck C., sondern nennt sie Quodlibets, Potpourris u. s. w.

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