Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 362

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872

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1Centorio, Marc’ Antonio, italienischer Componist aus Vercelli, wo er zu Ende des 16. Jahrhunderts geboren war. Seine schon auf der Schule hervortretende schöne Stimme war die Ursache, dass er nach Mailand geschickt wurde, um Gesang und Composition zu studiren. Gleichzeitig empfing er die Priesterweihen und in Folge dessen ein Canonicat an der Kirche Santa Maria maggiore zu Vercelli, an der er später auch Kapellmeister wurde. In diesem Amte schrieb er zahlreiche Kirchenstücke, trat aber auch als Instrumentalcomponist auf, indem er für den savoyischen Hof, als derselbe längere Zeit in Vercelli residierte, einige Sinfonien schrieb und zur Aufführung brachte.
3Cépède (franz.), s. Lacépède.
4Cephesias, s. Kephesias.
5Ceracchini, Francesco, italienischer Kirchencomponist und Lehrer des Contra-punktes, geboren 1748 zu Asina lunga, bekleidete 1796 die Kapellmeisterstelle an der Kathedralkirche zu Siena und hat viele Kirchenstücke aller Art geschrieben, wie auch zahlreiche Schüler gebildet.
7Cercar la nota (ital.), ein in der Gesanglehre gebräuchlicher technischer Ausdruck, der wörtlich genommen »das Suchen der Note« heisst und dem entsprechend das Verfahren der Stimme bezeichnet, wonach man einen folgenden Ton bereits schon mit auf die Sylbe des vorangehenden nimmt, oder mit anderen Worten: einen Ton zum nächstfolgenden so herüberzieht, dass letzterer bereits vor dem Momente seines vorschriftsmässigen Eintrittes, jedoch noch auf der Sylbe des vorangehenden zum Gehör kommt. In Noten ausgedrückt, würde Beispiel a., ausgeführt, wie es unter Beispiel b. verzeichnet ist, ein C. l. n. sein:
9a.
11Da – hin ist nun mein Glück!
13b.
15Da – hin ist nun mein Glück!
17Einige Gesanglehrer bringen dies mehr oder weniger mechanische Verfahren mitunter bei Sängern in Anwendung, denen das sichere Treffen der Intervalle Schwierigkeiten bereitet.
19Cercia, Domenico, italienischer Componist, welcher gegen Ende des 18. Jahrhunderts hin in Neapel lebte und ein Schüler Fenaroli’s war. Er hat zahlreiche Werke, sowohl für die Kirche als für das Theater geschrieben. Von den letzteren führt Fétis neun Opern auf, worunter zwei im neapolitanischen Dialect componirt sind.
21Ceresini, Giovanni, italienischer Kirchencomponist aus Cesena, wo er zu Ende des 16. Jahrhunderts geboren ist. Von seinen Compositionen finden sich aufgeführt: »Missa e Salmi a cinque voci« (Venedig, 1618) und »Motetti e Litanie a 2, 3 e 4 voci« (Venedig, 1638).
23Cereto, Scipione, auch Cerretto häufig geschrieben, italienischer Componist, Lautenspieler und Theoretiker, geboren 1551 zu Neapel, wo er auch studirt zu haben und gestorben zu sein scheint. Er ist der Verfasser folgender sehr schätzbarer und selten gewordener theoretischer Bücher: »L’arbore musicale etc.« (eine Schrift, welche sich nur bei Fétis verzeichnet findet) und »Della pratica musi ca vocale e stromentale« (Neapel, 1601), ein Werk, das u. A. treffliche Regeln über den improvisirten Contra-punkt (Contrapunto alla mente) und gut geschriebene Beispiele für alle behandelten Fächer enthält.
25Cerone, Domenico Pietro, italienischer Kapellmeister und Musikgelehrter, geboren 1566 zu Bergamo, empfing nach in seiner Vaterstadt vollendeten theologischen Studien die Priesterweihen. Da er sich auch der Musik gewidmet hatte, so leistete er an mehreren Kirchen Italiens und Spaniens Dienste als Sänger, so an der Kirche von Oristano in Sardinien und seit 1592 in Spanien. Im J. 1593 erhielt er eine eben-solche Anstellung an der Kapelle Philipp’s II., die er auch unter dessen Nachfolger Philipp III. bis 1608 inne hatte, zu welcher Zeit er zum königl. spanischen Kapellmeister in Neapel ernannt wurde. Sein Todesjahr ist nicht bekannt, aber dass er 1613 noch lebte, lässt sich aus dem Druckjahr seines berühmten theoretischen Werkes schliessen, welches den Titel führt: »Il Melopeo y Maestro, tractado de musica theo-

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