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Scan 398
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872
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1Compositionstalentes nicht behindert, sondern gehörte im Winter 1851 zu 1852 in Berlin zu Ad. Bernh. Marx' eifrigsten Schülern im Contrapunkt und der Fugenlehre. Veröffentlicht hat er bis jetzt nur Lieder und Duette, an denen die Tageskritik Anmuth und Sangbarkeit bei klarer und geistvoller Behandlung des Textes rühmte.
3Chevé, Emil, französischer musikalischer Schriftsteller, geboren 1804 zu Paris, studirte anfangs Medicin, gab aber dann diesen Beruf wieder auf und gründete eine Singschule, in welche er die Meloplastenmethode einführte, mit der er jedoch keine erheblichen Resultate erzielte. Er hat dieselbe in zahlreichen Schriften erörtert und vertheidigt und in Begleitung einer seiner Schülerinnen auf Reisen auch in Deutschland, besonders in Berlin, dargelegt, ohne dass es ihm gelungen ist, dort irgend welchen nachhaltigen Erfolg zu erlangen. Sein System der Telephonie dagegen machte in Frankreich eine Zeit lang von sich reden.
5Chevillard, Pierre Alexandre François, ausgezeichneter belgischer Violoncellist, geboren am 15. Januar 1811 zu Antwerpen, wurde in seiner Vaterstadt in den Elementen der Musik unterrichtet. Im J. 1820 wurde er Zögling des Pariser Conservatoriums, wo er bei Fétis Composition und bei Norblin Violoncellspiel studirte. Im letzteren brachte er es zu eminenter Fertigkeit, sodass er als 17jähriger Jüngling erster Violoncellist im Orchester des Théâtre du Gymnase wurde. Diese Stelle vertauschte er 1831 mit der eines ersten Solo-Violoncellisten der Italienischen Oper und wurde bald darauf Professor des Violoncellspiels am Conservatoire, als welcher er noch gegenwärtig in Function ist. Auch als Componist hat er sich ausgezeichnet und die Literatur seines Instrumentes um treffliche, gediegene Werke bereichert. Für Beethoven's Schöpfungen begeistert, stellte er es sich zur Aufgabe, nach seinem Theile mit dazu beizutragen, dass dieselben in Frankreich Eingang und Verständniss fänden, und verband sich zu diesem Zwecke mit den Violinisten Maurin, Sabatier und dem Bratschisten Mas. Mit diesen studirte er namentlich die letzten Streichquartette des deutschen Meisters auf das Eingehendste und Sorgfältigste und etablierte in Paris Quartett-Abende, die gerechtfertigtes Aufsehen erregten. Auf Kunstreisen fanden die vereinigten Künstler 1855 und 1856 auch in Deutschland für ihre Bestrebungen und Leistungen ausserordentlichen Beifall.
7Chevilles (franz.), die Wirbel zum Aufziehen der Saiten an besaiteten Instrumenten (s. Wirbel).
9Chevrette (franz.; ital.: Cabreta oder Cabretta), hiess im 14. Jahrhundert in Frankreich eine besonders auf dem Lande gebräuchliche Schalmeienart mit daran befindlichem Luftbehälter von Ziegenfell, die vor jener Zeit aber bereits unter ihrem italienischen Namen bekannt war.
11Chevrier, François Antoine, französischer Schriftsteller, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Paris lebte und am 2. Juli 1760 zu Rotterdam gestorben ist. Als in die Musik einschlägig ist sein in Paris erschienenes Buch »Observations sur le théâtre« zu betrachten.
13Chevrottement (franz.; ital.: Trillo caprino), der Bockstriller (s. Triller).
14Chevroter, einen Bockstriller schlagen, mit meckernder Stimme singen.
16Chézy, Wilhelmina (Helmina) Christiane von, geborene von Klencke, deutsche Dichterin und Schriftstellerin, geboren am 26. Januar 1783 zu Berlin, war eine Enkelin der Naturdichterin Karschin. Sie erhielt eine sorgfältige Erziehung und heirathete schon in ihrem 16. Jahre einen Herrn von Hastfer, von dem sie jedoch ein Jahr später geschieden wurde. Von der Frau von Genlis eingeladen, ging sie 1802 nach Paris und verehelichte sich 1803 mit dem französischen Orientalisten Antoine Léonard de C., von dem sie sich 1810 freiwillig trennte. Nach Deutschland zurückgekehrt, widmete sie sich literarischen Arbeiten und fand an dem Fürsten von Dalberg einen Protector. Abwechselnd lebte sie seitdem in Heidelberg, Berlin, Dresden, Wien und München, auch eine Zeit lang wieder in Paris und starb am 28. Januar 1856 zu Genf. Am festesten hat sie ihren Ruf als lyrische Dichterin begründet, am bekanntesten jedoch wurde sie durch ihren von K. M. v. Weber componirten Operntext »Euryanthe« (Wien, 1824).
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