Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 454

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872

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1Grund der Benennung geben die ältesten Gewährsquellen nicht ganz übereinstimmend an. Prætorius (»Syntagma« III, 106) meint, dieser Chor sei recitativus auch Favorito genannt, weil man dazu die besten Sänger auswählte, »die auch vff jetzige newe Manier pronunciret vnd gleich als eine Oration vernehmlich daher recitiret werden«. Demantius dagegen (»Isagoge«, 1656) erklärt: »Ch. r. ist ein solcher Chor, der seine Sach ohne Wiederholung der Worte (gleichsam wie ein Orator) recitiret und herfür-bringet«.
3Chorus vocalis (lat.), ein Gesangchor, im Gegensatze zum Chorus instrumentalis (s. d.).
5Chotaš (spr. Chotasch), Max, Componist und Chorregent zu Pelhřimov (Pilgram) in Böhmen, geboren den 8. Mai 1831 in Chotěšan, lernte die ersten Anfangsgründe der Musik bei seinem Vater, der Chordirector in Votic war. Im 10. Jahre seines Alters ging er der Studien wegen nach Prag, wo er das Orgelspiel bei Jos. Krejčí, den Gesang bei W. E. Horák studirte. Nachher absolvirte er unter dem Professor Fr. Blažek und Director Pitsch die Prager Organistenschule und wurde im J. 1855 zum Chordirector in Temesvár (Banat) und im J. 1862 in Pelhřimov ernannt, wo er bis jetzt wirkt. Als Componist arbeitete er namentlich auf dem Gebiete der Kirchenmusik und schrieb eine Vocalmesse, eine Figuralmesse, mehrere Gradualien und Offertorien, einen Hymnus für gemischten Chor und Orchester, so wie viele Männer- und gemischte Chöre, die sämmtlich einen tüchtigen Musiker verrathen. M-s.
7Chotek, Franz Xaver, Componist, geboren am 22. Octbr. 1800 zu Liebisch in Mähren, ist der Sohn eines Schullehrers und studirte auf dem Gymnasium zu Freiberg. Im J. 1819 begab er sich nach Wien, wo er Philosophie und die Rechte studirte. Erst vom J. 1824 an widmete er sich ausschliesslich der Musik, für die er seit frühesten Zeit Beruf in sich gefühlt hatte. Der Hoforganist J. Henneberg und nach dessen Tode (1822) Simon Sechter waren seine Lehrer in der Theorie der Musik und in der Compositionslehre. C. hat im Gebiete der Tanz-, Salon- und Gesangscomposition mehrere Arbeiten durch den Druck veröffentlicht, namentlich ist beachtenswerth seine bei Ricordi in Mailand erschienene »Anthologie musicale«, die Konzertstücke aus den Werken von Meyerbeer, Mercadante, L. Ricci, Halévy, Verdi, Lauro Rossi, Pacini, Donizetti für Piano enthält. C. als Componist verstand es wie Wenige für Klavierspieler von einem gewissen Grade von technischer Fertigkeit Piècen zu componiren, die eben so schulgerecht als melodiös und effectvoll sind. C. starb im Mai 1852 in Wien. M-s.
9Chresis (griech.; lat.: usus; ital.: uso) bildete denjenigen der drei Theile der altgriechischen Melopoie (s. d.), welcher die Tonfolge der Melodie in Rücksicht auf ihre Schönheit und angenehme Fortschreitung der Modulation in sich begriff. Die C. behandelte demnach die verschiedenen Bewegungsarten der Töne Agoge, Ploke, Petteia und Tone, deren Erklärung eigene Artikel gewidmet sind. Die beiden anderen Theile der Melopoie hiessen Lepsis (lat.: sumtio; ital.: presa) und Mixis (lat.: mixtio; ital.: mescolamento), welche gleichfalls am betreffenden Orte erklärt sind.
11Chrestien, Charles Antoine, auch häufig Chrétien geschrieben, französischer Componist und Orchestermitglied der Kapelle des Königs von Frankreich, lebte als solches um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Paris und gab heraus: »Pièces de différens auteurs, mises en Trios pour Violons« (Paris, 1751). Im J. 1760 wurde auch eine von ihm componirte komische Oper, betitelt: »Les précautions inutiles«, aufgeführt.
13Chrétien, Gilles Louis, französischer Musiker und musikalischer Schriftsteller, ein Sohn oder Neffe des Vorigen, wurde 1754 in Versailles geboren und gehörte seit 1775 der königl. Kapelle als Violoncellist an. Durch die grosse Revolution büsste er diese Stellung ein, kam aber 1807 in die Kapelle des Kaisers Napoleon, in der er bis zu seinem Tode, am 4. März 1811, verblieb. C. galt als ein Violoncellist, der zwar bedeutende Fertigkeit besass, aber wenig Ausdruck zu entwickeln wusste. Aus seinem schriftstellerischen Nachlasse veröffentlichte man bald nach seinem Tode ein Elementarwerk, betitelt: »La musique étudiée comme science naturelle et comme art, ou gram-

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