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Scan 455
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872
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1maire et dictionnaire musical« (Paris, 1811). Dasselbe zeigt C. zwar in gewisser Beziehung als Denker, aber von höchst leichtfertiger und unvorteilhafter Seite; ausserdem ist die ganze Anlage des Buches so oberflächlich und unpraktisch, dass es, trotz des vielversprechenden Titels, keinerlei Bedeutung für die Musikliteratur hat.
3Christe, lateinische Anrufungsformel, die in Verbindung mit dem griechischen Imperativ eleison (ἐλέησον) zu Anfang des katholischen Messtextes vorkommt und in dieser Zusammensetzung auf deutsch: »Erbarme dich, o Christus (Messias)« heisst. Im musikalischen Theil der Messe bilden diese Worte den zweiten Theil des ersten Abschnittes oder des Kyrie (s. d.)
5Christenius, Johann, Hofcantor zu Altenburg, der ums Jahr 1610 dort im Amte und aus Buttstädt bei Weimar gebürtig war. Von dem äusseren Leben desselben ist uns Nichts bekannt, nur einige seiner Werke berichten noch über seine musikalische Thätigkeit. Wir besitzen von C. folgende: »Selectissima et nova Cantio, quam Valedictionis erga dedicat Patronis, a 6 vocibus« (Jena, 1609); »Zwanzig anmuthige geistliche Text, Gebet und Danksagung zu Gott, in feine musikalische Melodias mit vier Stimmen gesetzt« (Leipzig, 1616); »Gülden Venus-Pfeil, in welcher zu finden, newe weltliche Lieder, Teutsche und Polnische Tänze« (Leipzig, 1619); »Symbola Saxonica, Fürstlicher Personen tägliche Gedenksprüche mit drei Stimmen gesetzt« (Leipzig, 1620); »Complementum, vnd dritter Theil Fest vnd Aposteltägiger Evangelischer Sprüch, so Melchior Vulpius vbergangen, mit 4—8 Stimmen« (Erfurt, 1621) und »Omnigeni mancherley Manier newer weltlicher Lieder, Paduans etc.« (Erfurt, 1621).
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8Christern, Karl, Liedercomponist und musikalischer Schriftsteller in Hamburg, wo er 1812 geboren ist. Viele Jahre hindurch war er Redacteur der »Hamburger Blätter für Musik«. Bedeutender als seine Liedercompositionen, in denen sich ein anspruchsloses Talent kundgiebt, sind viele seiner Aufsätze, die sich in Musikzeitungen finden.
10Christianelli, Filippo (richtiger wohl Cristianelli geschrieben), italienischer Tonkünstler, der um 1600 als Kapellmeister einer Kirche zu Aquileja im Königreich Neapel angestellt war. Nur eines seiner Werke ist gedruckt bis auf uns gekommen; dasselbe führt den Titel: »Salmi a cinque voci« (Venedig, 1626).
12Christiani, E. H. G., Musikalien-Verleger in Berlin, aus Hamburg gebürtig, erwarb 1819 das Verlagsgeschäft des Dr. Kuhn in Berlin, welches 1825 an die Firma Kosmar & Krause überging, worauf C. in seine Geburtsstadt zurückkehrte und dort eine neue Handlung begründete. In seinem Berliner Geschäfte sind, angeblich zuerst in Deutschland, die Partituren G. F. Händel's mit hinzugefügter Klavierbegleitung, herausgegeben von J. O. H. Schaum, erschienen, ferner Compositionen von L. Berger, B. Klein, W. Gabrielsky u. s. w.
14Christiani, Georg Gustav, rühmlich bekannter Klavierspieler aus Regensburg, wo er 1722 geboren war, lebte um 1755 zu Berlin als Kammermusiker und Violinist der Kapelle des Prinzen Ferdinand von Preussen.
16Christiani, Lise, französische Violoncellvirtuosin, welche in den Jahren 1845 und 1846 auch in Deutschland, besonders in Wien, Nürnberg, Baden-Baden, Leipzig, Berlin und Hamburg durch ihr fertiges und elegantes Spiel Aufsehen erregte, jedoch bei der Kritik sich widersprechende Urtheile hervorrief. Sie war, wie sie mit Selbstgefühl häufig aussprach, von niedrigster Herkunft und wurde am 24. Decbr. 1827 zu Paris geboren. Dort wurde sie auch für ihr Instrument ausgebildet und von dem Publicum bei ihrem ersten Auftreten mit ausserordentlichem Beifall aufgenommen. In Dänemark, wo sie sich konzertirend seit 1846 längere Zeit aufhielt, wurde sie zur königl. Kammervirtuosin ernannt. Später lebte sie in Russland und starb, auf einer Kunstreise begriffen, 1853 zu Tobolsk in Sibirien. Die Seltsamkeit, eine Dame das Violoncell behandeln zu sehen, mag zu ihrem ephemeren Rufe wohl mehr beigetragen haben, als ihre allenthalben stark angefochtene Künstlerschaft.
18Christmann, Johann Friedrich, deutscher Componist und musikalischer Schriftsteller, wurde am 10. Septbr. 1752 zu Ludwigsburg geboren und wuchs in der besten musikalischen Umgebung auf, indem die Mitglieder der vortrefflichen Kapelle
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