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Scan 462
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872
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1wo ein Tonstück ausgeführt wird, ein bestimmtes Tempo desselben, indem jede andere Darstellung die Klarheit rauben würde. Aus allen diesen Gründen sieht man in neuester Zeit C. zur Regelung der Tempi bei Musikaufführungen gar nicht mehr im Gebrauch; nur Fachmusiker bedienen sich derselben noch bei häuslichen Präparationen zu Kunstleistungen, um sich das Anforderniss des Componisten zu eigen zu machen und um nach den Umständen und ihrem Gedächtniss demselben so viel als möglich gerecht zu werden. Eine Vermerkung der Tempi nach dem C. durch die Componisten neben den Tonstücken findet in neuester Zeit immer weniger praktische Anwendung, sodass man fast annehmen darf: durch die tonschöpferischen Bemühungen und die Darstellungen derselben sei in neuester Zeit eine fühlende Uebereinstimmung der Künstler entwickelt worden, die sogar durch stete Uebung und gegenseitigen Verkehr nur noch immer mehr befördert werden kann. Wenn somit augenblicklich die Anwendung des C. zur Angabe für die geforderten Tempi wohl nicht als eine Nothwendigkeit erscheint, so ist doch dieselbe von sehr grossem statistischen Werthe, um verfolgen zu können, wie die Tempoauffassung der Componisten von der des jedesmaligen Dirigenten sich unterscheidet, und wenn z. B. bei den Werken Händel's, Mozart's und früherer Meister eine chronometrische Feststellung sich befände, so würde man Gewissheit darüber erlangen können: ob nicht alle heutigen Darstellungen davon unterschieden wären, d. h. ob nicht eine Wandlung in der Schnelligkeit der Tempi stattgefunden hätte. Es wäre nach allen diesen angeführten Erfahrungen sehr zu wünschen, dass die Componisten bei von ihnen im bestimmten Zeitmaass gedachten musikalischen Gedanken, welche, wie oben erwähnt, R. Wagner unter der Benennung »Melos« kennzeichnet, das Tempo genau nach dem C. vermerkten, wie es z. B. Meyerbeer stets gethan hat. Um nun durch jeden noch gebräuchlichen C. ohne Reductionstabelle eine sofortige Wiedergabe der gewünschten Zeitbewegung zu ermöglichen, wäre zu empfehlen, dass man neben der Note die Pendellänge nach dem Metermaasse notirte und in Klammern dabei die Zahl der Pendelschwingungen vermerkte, welche in einer Minute stattfinden: \( \frac{1}{2} = 0,3574 \) (100). Selbst erst noch zu erfindende C. würden nach einer solchen Notirung der Zeit sofort das Tempo zu geben im Stande sein, wenn sie als Verbesserungen der jetzt gebräuchlichen C. angesehen werden sollen. one of two readings
2wo ein Tonstück ausgeführt wird, ein bestimmtes Tempo desselben, indem jede andere Darstellung die Klarheit rauben würde. Aus allen diesen Gründen sieht man in neuester Zeit C. zur Regelung der Tempi bei Musikaufführungen gar nicht mehr im Gebrauch; nur Fachmusiker bedienen sich derselben noch bei häuslichen Präparationen zu Kunstleistungen, um sich das Anforderniss des Componisten zu eigen zu machen und um nach den Umständen und ihrem Gedächtniss demselben so viel als möglich gerecht zu werden. Eine Vermerkung der Tempi nach dem C. durch die Componisten neben den Tonstücken findet in neuester Zeit immer weniger praktische Anwendung, sodass man fast annehmen darf: durch die tonschöpferischen Bemühungen und die Darstellungen derselben sei in neuester Zeit eine fühlende Uebereinstimmung der Künstler entwickelt worden, die sogar durch stete Uebung und gegenseitigen Verkehr nur noch immer mehr befördert werden kann. Wenn somit augenblicklich die Anwendung des C. zur Angabe für die geforderten Tempi wohl nicht als eine Nothwendigkeit erscheint, so ist doch dieselbe von sehr grossem statistischen Werthe, um verfolgen zu können, wie die Tempoauflassung der Componisten von der des jedesmaligen Dirigenten sich unterscheidet, und wenn z. B. bei den Werken Händel's, Mozart's und früherer Meister eine chronometrische Feststellung sich befände, so würde man Gewissheit darüber erlangen können: ob nicht alle heutigen Darstellungen davon unterschieden wären, d. h. ob nicht eine Wandlung in der Schnelligkeit der Tempi stattgefunden hätte. Es wäre nach allen diesen angeführten Erfahrungen sehr zu wünschen, dass die Componisten bei von ihnen im bestimmten Zeitmaass gedachten musikalischen Gedanken, welche, wie oben erwähnt, R. Wagner unter der Benennung »Melos« kennzeichnet, das Tempo genau nach dem C. vermerkten, wie es z. B. Meyerbeer stets gethan hat. Um nun durch jeden noch gebräuchlichen C. ohne Reductionstabelle eine sofortige Wiedergabe der gewünschten Zeitbewegung zu ermöglichen, wäre zu empfehlen, dass man neben der Note die Pendellänge nach dem Metermaasse notirte und in Klammern dabei die Zahl der Pendelschwingungen vermerkte, welche in einer Minute stattfinden: \( \frac{1}{2} = 0,3574 \) (100). Selbst erst noch zu erfindende C. würden nach einer solchen Notirung der Zeit sofort das Tempo zu geben im Stande sein, wenn sie als Verbesserungen der jetzt gebräuchlichen C. angesehen werden sollen. one of two readings
4C. B.
6Chrotta, auch (nach Eliminirung des Gaumenlautes) Rotta genannt, ist der Name eines Streichinstruments, dessen erste Ausbildung im 12. Jahrhundert sich wahrscheinlich in Frankreich vollzogen hat. Ueber die Entstehung dieser Benennung giebt der Artikel »Crout« einigen Aufschluss. Die Umwandlung des Instrumentennamens Crout in Chrotta geschah wahrscheinlich auch schon im 12. Jahrhundert, als die Crout, in Anbetracht ihrer zweifachen Bestimmung in der Musik, die Gestalt eines länglich runden Kastens, der hinterwärts mandolinenartig gebogen war, mit Beibehalt der Durchgriffsoffnung, angenommen hatte, und einen Bezug zwischen drei und sechs Saiten besass. Neben dieser Ausbildung der Crout, die sich ohne Veränderung selbst bis ins 13. Jahrhundert erhalten haben mag, hatte sich aus dem Crout jedoch nicht minder schon im 12. Jahrhundert auch noch eine weitere Gestaltung ergeben, welche wohl C. genannt wurde und in der Form von ersterer schon beträchtlich abwich. Diese C., von vornherein von sehr verschiedenem Umfange beschafft, glich bald einer heutigen Guitarre, bald einem gestreckten Violoncell, hatte bald einen längeren, bald einen kürzeren Hals und besass entweder drei oder vier Darmsaiten, die über einen Steg gespannt waren. Beim Spiel ward sie mit der linken Hand oberhalb des Halses umfasst, je nach ihrem Umfange entweder gegen die Hüfte gestemmt oder auf den Schenkel gestützt, oder aber wie das Violoncell zwischen beide Beine gestellt, und während die linke den Ton bestimmte, mit der rechten mittelst eines sehr langen und starken Bogens gestrichen. Die fast gleichzeitig mit der C. in Italien und Deutschland sich ausbildenden Formen der Streichinstrumente: Viola (s. d.) und Gigue (s. Geige) erhielten gesellschaftlich überall bald den Vorzug, und diese Bevorzugung verursachte, dass die C. schon mit dem Ende des 13. Jahrhunderts fast gänzlich aus dem musikalischen Gebrauch verschwand.
8B.
10Chrysander, Friedrich, vortrefflicher und hochgeschätzter musikalischer Schrift-
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.