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Scan 469
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872
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1Bruders des Kaisers Ferdinand II., zu treten. Aber 1629 kehrte er wieder nach Loreto zurück, wo er, sein früheres Amt verwaltend, bis zu seinem Tode verblieb. Seine Kirchenwerke, bestehend aus zahlreichen Motetten, Messen, Psalmen, Vespern, Litaneien u. s. w. zeigen die volle Grösse der römischen Schule, die er ganz in sich aufgenommen hatte. Ausserdem schrieb er viele weltliche Stücke, als Madrigale, Scherzi und »Arie a 1, 2, 3, 4 voci per cantar nel clavicembalo, chitarone o altro simile strumento«. Nach dem Tode C.'s, der kurz vor 1638 erfolgt sein muss, gab Antonio Poggioli zehn Sammlungen »Concerti ecclesiastici« (Rom, 1638) heraus, die nicht weniger als 200 von C. componirte Motetten enthalten und denen auch C.'s Porträt vorgedruckt ist.
3Cilano, Georg Christian Maternus de, geboren zu St. Petersburg und nach mancherlei Schicksalen 1746 Justizrath und Professor der Alterthümer und der Physik zu Altona, wo er auch bis zum 9. Juli 1773, seinem Todestage, seinen Aufenthalt hatte, schrieb viele gelehrte Werke. Unter denselben soll er in der »Aussführlichen Abhandlung der römischen Alterthümer«, nach des Verfassers Tode von G. C. Adler zu Hamburg 1775 herausgegeben, im 2. Theile, Cap. 14 und 15 über die Musik der Alten viel Beachtenswerthes angeführt haben.
5Cima ist der Name einer italienischen Familie, die im Anfange des 17. Jahrhunderts in Oberitalien lebte und einige berühmte Organisten als Glieder zählte, von denen sich auch musikalische Compositionen bis heute erhalten haben. — Andrea C. war in seinen jungen Jahren Kapellmeister und Organist an der Kirche della Rosa zu Mailand, seiner Vaterstadt, und erhielt in seinen reiferen Jahren die Kapellmeisterstelle an der Marienkirche zu Bergamo, welche als eine der einträglichsten Anstellungen Italiens betrachtet wurde. Von seinen gedruckten Werken sind bekannter geworden: »Il Libro I de Concerti a 2, 3 e 4 voci« (Mailand, 1614) und »Il Libro II de Concerti a 2, 3 e 4 voci« (Venedig, 1627). — Giovanni Paolo C., älterer Bruder des Vorigen, geboren um 1570, war zu Anfang des 17. Jahrhunderts Organist an der Marienkirche zu San Celso in Mailand und wird von Zeitgenossen als sehr geschickter Componist und Contrapunktist gerühmt (s. Picinelli, »Aten.« S. 315). Von seinen Werken sind erhalten: »Motetti a 4 voci« (Mailand, 1599); »Canzoni, Consequenze e Contrapunti doppii a 2, 3 e 4 voci« (Mailand, 1609); »Concerti sacri a 1, 2, 3, 4 con due a 5 ed uno a 8 voci, con Partitura« (Mailand, 1610) und einige Canons seiner Arbeit in Pater Angleria's »Regole del Contrap.« (Mailand, 1622). — Ferner lebte als tüchtiger Organist Giovanni Battista C., wahrscheinlich auch wohl ein Bruder oder wenigstens naher Verwandter der vorher Angeführten, im Anfange des 17. Jahrhunderts zu Mailand. Derselbe versah Dienste an der St. Nazario-Kirche und im Scondrio in Valtellina, der Vorstadt Mailands, und zeichnete sich ausserdem durch sein astrologisches und physiognomisches Wissen aus. Dieser C. soll bis an sein Lebensende, das in seinem 60. Jahre erfolgte, in Mailand gelebt haben. Von seinen Compositionen sind uns erhalten: »Concerti a 2, 3 e 4 voci, Libr. I e Libr. II« (Mailand, 1626). Auch über diesen C. siehe noch Picinelli, »Aten. dei Lett. Milan.« S. 277.
7Cima, Annibale, italienischer Componist, ist kaum mehr noch als dem Namen nach bekannt, indem von ihm nur noch componirte Madrigale in dem Sammelwerke »De' floridi virtuosi d'Italia il terzo libro de' madrigali etc.« (Venedig, 1586) existiren.
9Cima, Tullio, italienischer Componist, wahrscheinlich nicht blos Zeitgenosse, sondern auch Verwandter des Vorigen und der weiter oben aufgeführten Familie, geboren zu Roncilio gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Von ihm sind zu Venedig erschienen: »Sacrae cantiones, Magnificat etc. 2, 3 et 4 vocum«.
11Cimador, Giovanni Battista, vortrefflicher italienischer Klavier-, Violin- und Violoncellspieler, so wie Gesanglehrer, stammte aus einer Adelsfamilie und war 1761 in Venedig geboren. Frühzeitig erhielt er eine umfassende musikalische Ausbildung und widmete sich zunächst der Composition. In Venedig liess er 1788 ein grösseres, von ihm componirtes Intermezzo, betitelt »Pygmalione«, aufführen, gab aber aus unbekannten Gründen alsbald hierauf die selbstschöpferische Thätigkeit auf und wirkte nur noch als Lehrer, namentlich seit 1791 in London, wo er hauptsäch-
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