Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 470

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872

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1lich Gesangunterricht ertheilte. Dort starb er auch im J. 1808. Von ihm erschienen: Duos für zwei Violinen und für Violine und Viola, einige Gesangstücke, Arrangements von sechs Mozart'schen Sinfonien für 2 Violinen, 2 Violen, Violoncell, Contrabass und Flöte ad libitum.
3Cimarosa, Domenico, ein in seltenster Weise hochbegabter Musiker und einer der vorzüglichsten und berühmtesten italienischen Operncomponisten, wurde von armen Eltern am 17. Decbr. 1749 zu Aversa im Königreich Neapel geboren. Sein Vater war Maurer, seine Mutter Wäscherin, und mit ihnen zog C. 1750 nach Neapel, wo er später eine von den Minoriten geleitete Armenschule besuchte. Dort entdeckte der Organist des Minoritenklosters, Pater Polcano, des Knaben hervorragende, ungewöhnliche Anlage für Kunst und Wissenschaft und arbeitete uneigennützig an deren Ausbildung. Namentlich unterrichtete er ihn in der Musik, lehrte ihn Latein und las später mit ihm die römischen Classiker und vaterländischen Dichter. So vorbereitet verschaffte der würdige Geistliche dem feurig vorwärts strebenden C. eine Freistelle in dem Conservatorium Santa Maria di Loreto, und den damaligen Grundsätzen einer strengen Schule gemäss, musste C. elf Jahre hindurch, von 1761 bis 1772, seinen Fleiss auf eine gründliche Kenntnissnahme der altitalienischen Musik, hauptsächlich Durante's, verwenden. Speciell unterrichteten ihn an diesem Institute Manna, Sacchini und Fenaroli, später Piccini. Schon damals zeigte C. in seinen Arbeiten eine Erfindungskraft und Begabung, die allgemeine Bewunderung erregten. Vor der Oeffentlichkeit debütierte er 1772 mit seiner ersten Oper »Le stravaganze del conte«, welche auf dem Theater de' Fiorentini in Neapel mit Erfolg zur Aufführung gelangte. Noch in demselben Jahre liess er die Burleske »Le pazzie di Stellidanza e di Zoroastre« folgen. Beide Werke verbreiteten seinen emporblühenden Ruf, und 1774 bereits wurde er nach Rom berufen, um für den dortigen Carneval eine Oper zu componiren. Es war dies die »Italiana in Londra«. Noch in demselben Jahre kehrte er nach Neapel zurück und lieferte für die dortige Bühne »La finta parigina« und »La finta frascatana«. Bis 1780 theilte er seinen Aufenthalt zwischen beiden genannten Städten, für die er in dieser ersten Periode seiner schöpferischen Thätigkeit zusammen einige 20 Opern und Cantaten geschrieben hat, unter denen eine historische (»Caio Mario«) und zwei biblische Opern (»Assalone« und »La Giuditta«) als besonders schöne musikalische Producte hervorragen. In die zweite Periode C.'s, von 1780 bis 1787, in welcher Zeit sich bereits alle Haupttheater Italiens um seine Partituren und um seinen Besuch drängten, fallen 21 Opern, darunter die reizende »Ballerina amante«, der in Venedig mit beispiellosem Enthusiasmus aufgenommene »Convito di pietra«, die »Olimpiade« und »Il sacrificio d'Abramo«. Drei Jahre allein während dieser Zeit, von 1784 an, lebte er in Florenz und schrieb ausschliesslich für das dortige Theater. Auch ein Requiem und andere Kirchenwerke, so wie mehrere Cantaten fallen in diese Periode. Unter den letzteren erlangte eine zur Geburtsfeier des Dauphins von Frankreich 1782 in Rom componirte und unter C.'s eigener Leitung glanzvoll aufgeführte Partitur den Ruf der Classicität. Zu jener Zeit stand Paesiello auf dem Höhepunkt seines Ruhmes als Beherrscher der italienischen Oper im In- und Auslande, konnte es aber, trotz seines ersichtlichen und nicht unruhmlichen Wetteifers, nicht verhindern, dass ihm in dem mit frischer Kraft vorwärts strebenden C. ein gleich enthusiastisch begünstigter Rival erwuchs, und so ereignete sich denn die ganz eigenthümliche Erscheinung, dass Beide, obgleich sie lebendige Gegensätze zu einander bildeten, neben einander fast zwanzig Jahre hindurch das Reich der Musik in Italien beherrschen konnten. Während C. durch die regelmässige Schönheit seiner Compositionen wirkte, hat Paesiello seine Erfolge mehr durch eine natürliche zarte Anmuth erworben; Beider Ruf war über ganz Europa verbreitet. Im J. 1787 berief Katharina II. von Russland, die nordische Semiramis, C. mit dem Titel eines Kammercomponisten nach St. Petersburg. Auf der Reise dorthin componirte C. noch in Turin die Oper »Il Valdomiro«, die, sofort aufgeführt, eine glänzende Aufnahme fand, und in Mailand für den Carneval 1788 »Il fanatico burlato«. In St. Petersburg blieb er vier Jahre lang und lieferte in kurzer Zeit mehrere Opern, über 200 verschiedenartige Compositionen für den Hof und eine

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