Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 72

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872

18 lines. Read by computer on 16 September 2026. Printed page 66. See the scan on archive.org.

1bei Hof, lebt als Musik- und Seminarlehrer und guter Componist für die Orgel zu Schwabach.
3Bodin, François Etienne, Musiklehrer und musikalischer Schriftsteller zu Paris, ist daselbst am 16. März 1795 geboren.
5Bodini, Sebastian, ein trefflicher Violinist von italienischer Abkunft, war um 1756 als Conzertmeister in der Kapelle des Markgrafen von Baden-Durlach angestellt. Von ihm: Compositionen für Kammermusik.
7Bedinus, Johann August, geboren ums Jahr 1725, war einer der hervorragendsten Schüler Franz Benda's, und fungirte in seinem fünf und zwanzigsten Jahre, 1750, als erster Violinist in der Kapelle des Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. 1770 erhielt er daselbst, nach dem Tode Scheinpflugs, dessen Stellung als Conzertmeister und 1787, nach des Kapelldirectors Gehring Ableben, letztgenanntes Amt, das er bis zehn Jahre vor seinem wahrscheinlich in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts erfolgten Tode verwaltete. B. war in seiner Zeit als Violinvirtuose sehr geachtet, und hat auch einige Compositionen für sein Instrument, von denen bisher jedoch keine bekannt geworden ist, geschaffen. Ungefähr zehn Jahre vor seinem Tode traf B. das harte Schicksal, dass er seinen einzigen hoffnungsvollen Sohn, den er schon zu einem nicht unbedeutenden Künstler herangebildet hatte, durch den Tod verlor, über welchen Verlust er sich so tief betrübte, dass sich sein Geist zerrüttete und er die letzten Lebensjahre zu jeder künstlerischen Thätigkeit unfähig war.
9Böck, Ignaz und Anton, zwei Brüder, geboren zu Hof, der Erste 1754 und der Andere 1757, wurden nachmals berühmte Hornvirtuosen, nachdem sie ihr Instrument bei dem ausgezeichneten fürstlich thurn- und taxis'schen Hofmusikus Joseph Vogel studirt hatten. Sie waren 1775 in der Kapelle des kunstliebenden Grafen Bathyanyi engagirt, worauf sie auf Conzertreisen einen grossen Theil Europa's besuchten und überall mit Bewunderung und grösstem Beifall gehört wurden. Nach ihrer Rückkehr in das Vaterland fanden sie 1790 in der Hofkapelle zu München Anstellung. Im Jahre 1812 noch im Dienst, scheinen sie 1814 pensionirt worden zu sein. Von ihnen, wahrscheinlich gemeinschaftlich componirt, besitzt man: zwei Sextette für zwei Violinen, Viola, zwei Hörner und Violoncello, ferner Concertante's und Duos für zwei Hörner, Soli und Stücke für Horn u. s. w.
11Böck, Johann Eberhard, geboren zu Passau, als Violinvirtuose ein ebenbürtiger Rival Lolli's, war zuerst Soloviolinist des Bischofs von Passau und später dessen Conzertdirector. Er gehört auch zu den fleissigsten Instrumental-Componisten des vorigen Jahrhunderts, jedoch ist von seinen zahlreichen derartigen Arbeiten Nichts im Druck erschienen.
13Böckh, August, der hochberühmte Professor der Philologie zu Berlin, war am 24. November 1785 zu Karlsruhe geboren. Eines seiner Hauptwerke hat auch auf musikalischen Gebiete seinen bleibenden Ruf begründet, nämlich die Ausgabe des Pindar (3 Bde., Leipzig, 1811 bis 1821), welche eine neue, sehr scharfsinnige Anordnung der Pindar'schen Versmaasse und tief eingehende Untersuchungen über die Musik der Griechen enthält. B.s Interesse für die Tonkunst überhaupt war das regste und innigste und wurde durch eine lebenslängliche vertraute Freundschaft mit Meyerbeer und Rellstab stets wach erhalten. Er starb hochbetagt am 3. August 1867 zu Berlin und um seinen Verlust trauerte die ganze gelehrte Welt.
15Boecklin de Boecklinsau, Sigismund August, Doctor der Philosophie und Musikgelehrter, ist 1745 zu Strassburg geboren und am 2. Juni 1813 gestorben.
17Bödecker, Philipp Friedrich, Stiftsorganist und Componist in Stuttgart, dessen Lebenszeit in die Mitte des 17. Jahrhunderts fällt. Bekannt ist er als Herausgeber einer schätzbaren Sammlung von Motetten, welche unter dem Titel »Partitura sacra« (Strassburg, 1651) erschien und ausser acht Motetten B.'s, noch drei Casati's und eine Monteverde's enthält. Der Sammlung angehängt ist eine »Sonata a Violino solo con Basso continuo« und eine »Sonata sopra la monica per Fagotto solo con Basso continuo«. Aus seinem Nachlasse veröffentlichte sein Sohn Philipp Jacob B., der zugleich sein Amtsnachfolger war, eine »Manuductio nova methodico-practica« (Stuttgart, 1701).

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