Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872 › scan 73
Scan 73
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872
20 lines. Read by computer on 10 September 2026. Printed page 67. See the scan on archive.org.
1Boëdromios, (griech.) ist ein Beiname des Musengottes Apollon in Athen, wo diesem zu Ehren ein gleichnamiges Fest, Boëdromia, wahrscheinlich am siebenten Tage des Monats Boëdromion, begangen wurde, welches seinen Namen von einem grossen Siege der Athener über die Amazonen, nach Anderen des Erechtheus über die Eleusinier haben soll. Der Grund des Beinamens und des Festes liegt wohl in der durch Apollon’s Orakel in Kriegsgefahren geleisteten Hülfe.
3Böheim, Joseph Michael, Schauspieler am Nationaltheater zu Berlin, geboren 1750 zu Prag, war in der Musik wohl bewandert, wie eine von ihm herausgegebene Sammlung von Freimaurerliedern beweist. — Seine Tochter, Charlotte B., geboren 1782 oder 1783 zu Berlin, erhielt von ihm selbst den ersten Unterricht im Klavierspiel und Gesang, worauf sie sich in letzterem Kunstzweige bei Righini vollständig ausbildete und im Jahre 1800 Mitglied des Nationaltheaters in Berlin wurde. Vier Jahre später kam sie an die Hofbühne zu Stuttgart und heirathete da-selbst 1805 den Violoncellisten Graff. Im Jahre 1811 folgte sie ihrem Gatten nach Frankfurt a. M. und sang, am Stadttheater engagirt, noch bis 1818, worauf sie sich ins Privatleben zurückzog. Sie starb im Jahre 1831 zu Frankfurt und hinterliess den Ruf einer eben so trefflichen Sängerin, wie wirthschaftskundigen Hausfrau.
5Böhm, Subrector und Organist zu Wehlau um das Jahr 1770, ist noch jetzt dadurch bekannt, dass er drei Melodien zu Gesängen componirte, die in dem ergänzenden Nachtrage des Reinhard-Jensen’schen Choralbuches (1838) Aufnahme gefunden haben.
7Böhm, Elisabeth, geboren 1756 zu Riga, eine vortreffliche Sängerin, gehörte seit 1783 der Bühne an. In Strelitz engagirt, heirathete sie den rühmlich bekannten Tenoristen Joseph Cartellieri, musste sich aber von ihm wieder trennen lassen und verehelichte sich zum zweiten Male und zwar mit dem Schauspieler Böhm. Unter dem Namen Elisabeth B. war sie denn auch seit 1788 eines der trefflichsten und beliebtesten Mitglieder des Nationaltheaters zu Berlin, wo sie im Jahre 1797 allgemein betrauert starb.
9Böhm, Franz Anton, Musiker in Wien um das Jahr 1800, war damals als Tanzcomponist beliebt, hat aber auch Conzertstücke für verschiedene Instrumente veröffentlicht.
11Böhm, Georg, um 1660 zu Goldbach in Thüringen geboren, war um 1700 Organist an der St.-Johanniskirche in Lüneburg, wo er in grossem Ansehen stand und für einen der fertigsten Orgelspieler damaliger Zeit, so wie für einen gut gebildeten Kirchencomponisten galt. — Ein anderer Georg B. lebte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts als musikalisch-mathematischer Schriftsteller zu Prag.
13Böhm, Gottfried, Cantor in Tragheim bei Königsberg um 1750, galt bei seinen Zeitgenossen für einen tüchtigen Componisten.
15Böhm, Johann, Violinist, war in den letzten Jahrzehnten des vorigen und zu Anfange unseres Jahrhunderts ein sehr geschätzter und geachteter Musikdirector bei mehreren deutschen Schauspielergesellschaften. Auch als trefflicher Violinist hat er sich ausgezeichnet. Für die beschränkten Kräfte und Mittel der Bühnen, an welchen er wirkte, schrieb er folgende damals sehr brauchbare und darum beliebte Opern: »Das Muster der Liebe«, »Philemon und Baucis«, »Die Braut im Schleier«, »Philander« u. s. w.
17Böhm, Johann, Chorregent und Componist in Blatná (Böhmen), geboren im Jahre 1810 daselbst, zeichnete sich besonders als Orgelspieler und Kirchencomponist aus. Er schrieb einige Messen, Chöre und Lieder, so wie eine dreiactige Zauberoper: Krakonoš (Rübezahl), die aber unvollendet blieb. Er starb im Jahre 1869 in Blatná. Sein Sohn Heinrich B., geboren im Jahre 1836 in Blatná, studirte auf dem Gymnasium in Písek und die Rechte in Prag. Er hat sich als Opernlibrettist so wie auch als Uebersetzer von Operntexten aus dem Französischen, Italienischen, Deutschen und Polnischen ins Böhmishe einen sehr vortheilhaften Ruf erworben. Er übersetzte über 35 grosse Opern und Operetten für die böhmische Bühne und seine Uebersetzungen zeichnen sich durch Treue, fliessende Sprache und Correctheit aus.
19Böhm, Joseph, Mitglied der k. k. Hofkapelle und erster Professor für den Violinunterricht am Conservatorium der Musik in Wien, wurde im Jahre 1798 in
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.