Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872

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1Hauptzollamt ist). Auf dem kleinseitner Theater, das unter der Direction des Franz Sprengler stand, wurden um das Jahr 1790 auch deutsche Opern von einheimischen Componisten gegeben. Auf dem Gebiete der Opernmusik arbeiteten Vinc. Mašek (Spiegelritter), F. A. Partsch (Victor und Heloise), Praupner (Circe) Rössler (Amor und Psyche), Vojtíšek (4 Opern), deren Werke auf der prager Bühnen gegeben wurden. Die grösste Zahl der böhmischen Componisten wirkte im Auslande und bereicherte fremde Opernliteraturen. Für die engl. Bühne componirte Finger, für die polnische: Stefani; für die französische: L. Lachnit, Kohont, Reicha; für die italienische: Bárta, Georg Benda, Fr. Dušek, Gassmann, Gyrowetz, Joh. Koželuh, Mysliveček, Michl, Wanhal; für die deutsche: Georg Benda, der geniale Schöpfer des Monodrama »Ariadne auf Naxos«, Finger, Hattasch, Hůrka, Holý, Gyrowetz, J. Ch. Kafka, J. Koželuh, Kauer, Componist des ehemals beliebten »Donauweibchen«, Lipavský, V. Mašek, P. Mašek, Müller, Tuček, Vogel, Wranitzký, Veselý, B. Žák. Nur die böhmische Bühne wurde dadurch ganz und gar vernachlässigt. Die Ursache davon lag keineswegs im guten Willen und Kunstvermögen böhmischer Componisten, sondern in den damaligen für die böhmische Nation ungünstigen Zeitverhältnissen, wo die böhmische Sprache und Literatur als Aschenbrödel kümmertlich ihr Dasein fristete und dazu noch missachtet und verpönt wurde. Unter solchen Bedingungen konnte sich die böhmische Nationaloper nicht entwickeln und wenn auch in den Jahren 1795 und 1796 zwei Nationaloperetten: »Divka a paní«, dann »Ančička a Kubiček« aufgeführt wurden, so waren es vereinzelte Erscheinungen ohne jede Bedeutung. — Die Oratorienmusik erfreute sich schon im Anfange des 18. Jahrhunderts einer eifrigen Pflege in Böhmen; man führte grösstentheils Oratorien italienischer Meister in den Kirchen Prags auf. Ehe der grosse Händel den Adlerflug seines Geistes zum mächtigen Aufschwung begann, um sein Oratorium Esther (1720) zu vollbringen, hörte Prag in den Jahren 1714 und 1715 das Oratorium: »Tobia« und »Il figlio prodigo« von C. F. Cesarini, im Jahre 1724 »Jesus Christus« von A. Lotti, im Jahre 1722 »Giuseppe« und »Il re del dolore« von Caldara, im Jahre 1725 »Venceslao« von demselben, im Jahre 1734 »S. Helena« von Leo, im Jahre 1736 »Sacrificium Jephetae« von Roberti, im J. 1745 »La vittoriosa Giuditta« von Jomelli, im Jahre 1781 »Santo Abele di Boëmia« von Salvator Pintus, so wie Oratorien deutscher Componisten, von M. Breunich (1735), J. Neustatt (1744), Wasmuth (1747), Stephan, Hasse (1754) u. s. w. Die öfteren Aufführungen von Oratorien wirkten mächtig auf die Compositionslust einheimischer Componisten, die sich bald lateinischer bald italienischer oder deutscher Texte bedienten. Einer der ersten, die sich in diesem Zweige versuchten, war Ant. Sehling, dessen lateinisches Oratorium »Filius prodigus« schon im Jahr 1739 in der Barnabitenkirche zu Prag aufgeführt wurde. Ein besonderes Cabinetstück von einem querköpfigen Musikanten im Geschmacke der damaligen Zeit war Anton M. Teubner, Kapellmeister der Lorettokapelle in Prag, der unter den seltsamsten Titeln Oratorien dichtete und componirte. So schrieb er z. B. »Das siebenfältig verunreinigte Haus Jacobs« 1745, »Der im bittern cypristraubenreichen Weingebirge Engaddi verlassene Bräutigam«, Oratorium 1747 u. s. w. Oehlschlegel, ein Schüler Sehling’s, componirte fünf Oratorien, von denen »Innocentia et pietas« im Jahre 1760 im Drucke erschien. Joh. Habermann liess im Jahre 1749 sein Oratorium »Conversio peccatoris« und 1754 »Deodatus o Gazzone« aufführen. Felix Benda schrieb die Oratorien: »Die beschuldigte Unschuld« (1760) und »die schmerzensvolle Mutter Gottes« (1761); Fried. Fiebich componirte ein Oratorium »Ave Maria« (1764); Joh. Koželuh das Oratorium »Gioas, re di Giuda« (1777) und »Tod Abels«; Leop. Koželuh »Mose in Egitto« (1787) und Benedict Žák, der drei Oratorien schuf. Was die Kirchenmusik betrifft, so entfaltete sie sich zur höchsten Blüthe. Unter den Männern, welche sich besonders grosse Verdienste um die Veredlung und eifrige Pflege der Musica sacra erwarben, nennen wir zuerst den böhmischen Minoriten Bohuslav Černohorský (gestorben 1740), den Lehrer des G. Tartini, der in der Kirche des heil. Antonius in Padua als Chorregent fungirte und später in derselben Eigenschaft an der Jacobskirche zu Prag angestellt wurde. Černohorský war ein feiner und tiefdenkender Orgelspieler und Componist; er schrieb zahlreiche Kirchencompo-

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