Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872

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1theorie und Compositionslehre, die der Institutsdirector vortrug, wurde Unterricht auf der Violine, Cello, Contrabass, Oboe, Flöte, Clarinette, Fagott, Waldhorn, Trompete und im Literarischen, im J. 1815 im Gesange, 1830 auf der Pedalharfe ertheilt. Das Musikconservatorium übte auf die Musikzustände in Böhmen einen wohlthätigen Einfluss, denn seine Erfolge stiegen von Jahr zu Jahr. Es wurden nicht nur tüchtige Orchester- und Solospieler (Virtuosen), sondern auch wackere Componisten aus den Schülern gebildet, die dann entweder im Vaterlande oder im Auslande treffliche Dienste leisteten. Der Umstand, dass der Director D. Weber schon vom J. 1815 mit den vorgerückten Schülern jährlich drei bis vier Conzerte veranstaltete, worin nicht nur grosse Instrumentalwerke (Ouverturen, Sinfonien) gegeben wurden, sondern auch Schüler Solostücke für verschiedene Instrumente vortrugen, dieser Umstand wirkte mächtig auf den künstlerischen Ehrgeiz und schöpferischen Geist der Zöglinge, die zuweilen schon während der Studien im Conservatorium Conzertstücke für ihre Instrumente so wie auch Ouverturen und Sinfonien componirten. Es sind namentlich: Gläser, Gottwald, Kalliwoda, Němec, Sokol u. s. w., von denen Einige bedeutende Instrumentalwerke schufen. Director Dionys Weber, der das aufblühende Musikinstitut vom J. 1811—1842 leitete, erwarb sich nicht nur um das Conservatorium selbst, sondern auch um die Musik in Böhmen grosse Verdienste. Er stand zwar als Componist so ziemlich nur auf der mittleren Höhe eines wohlgeschulten Praktikers, war aber dafür ein geborner Schulmann und hat in dieser Beziehung für die Kunst höchst segensreich gewirkt. Er hat auch ausser seinen Conservatoristen noch andere treffliche Schüler gebildet wie C. M. von Bocklet, Jos. Dessauer, Elise Barth, L. Kleinwächter, Sig. Goldschmidt u. A. Für die Verbesserung einzelner Orchesterinstrumente war er eifrig besorgt. Nach seiner Andeutung construirte Joseph Kail, Lehrer am Conservatorium, das erste Waldhorn mit Klappen und die erste ähnliche Trompete, wodurch eine wesentliche Umgestaltung im Unterricht auf diesen Instrumenten im Conservatorium bewerkstelligt wurde. Dionys Weber compo- nirte, den gewonnenen Tonreichthum verwerthend, gelungene Sextette für chromatische Waldhörner. Er erfand ferner einen Apparat, wodurch das Umstimmen der Pauken äusserst schnell und sicher bewirkt werden konnte und der Klang an Fülle gewann. Webers Verdienst war es, dass das Conservatorium mit so schnellen Schritten seinem hohen Ziele entgegengelte und es beinahe erreicht zu haben schien. Er wirkte wohlthätig auf den Geschmack des Publicums und seiner Schüler durch die Wahl classischer und ansprechender Tonwerke älterer und neuerer Zeit und hatte besonders für Haydn und Mozart eine unbegrenzte Vorliebe und billigte folgerichtig an Beethoven nur die erste Mozartsverwandte Periode seines Schaffens. In derselben Weise und Richtung wie D. Weber wirkten am Conservatorium vom J. 1842—1843 die substituirenden Directoren Franz Škroup und Karl Pitsch und vom J. 1843—1865 Friedrich Kittl, dessen Verdienste als Compositeur, Lehrer und Dirigent alle Achtung verdienen. Unter der humanen Leitung dieses fein gebildeten Weltmannes wurden treffliche Componisten gebildet. Es sind namentlich: J. J. Abert, Joh. Ludwig, A. Karel, K. Šebor u. A., deren Ouverturen und Sinfonien in Conservatorium- konzerten zuerst aufgeführt wurden. Kittl machte Prag mit Instrumentalwerken aller bedeutenden moderneren Tondichter wie z. B. Berlioz, Gade, Mendelssohn, Rietz, Schumann, Taubert, Adelburg, Lindpaintner, Reinecke, Liszt bekannt. Als Componist zeichnet sich Kittl durch Schwung, Feuer, Anmuth und eine ungemäss elegante, man möchte sagen »noble« Factur aus. Als bedeutende Producte seines Talentes sind drei Sinfonien, drei Opern, einige Conzertouverturen, eine Messe C-dur, Lieder und Chöre anzuführen. Auch Kittl liess talentvolle Zöglinge des Conservatoriums in den jährlichen Conzerten als Solospieler auftreten und weckte dadurch unter den Schülern künstlerischen Ehrgeiz und Wetteifer, die segensreiche Folgen nach sich zogen. Diese praktische, erprobte und auf die jugendlichen Gemüther einwirkende Richtung verliess der im J. 1865 ernannte Director Joseph Krejčí, der sich vom schlichten Schulgehilfen bis zum Vorstand der musikalischen Hochschule emporschwang, völlig und lässt vielmehr in den Conzerten von den Schülern Instrumental- und Vocalwerke nur mit Beziehung fremder Künstler für die Solonummern aufführen.

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