Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 104

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874

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1Gabrieli, Catterina, s. Gabrielli.
3Gabrieli, Domenico, italienischer Violoncellovirtuose und Operncomponist, geboren um 1640 zu Bologna, hatte an der dortigen Kirche San Petronio Anstellung, kam aber dann in die persönlichen Dienste des Cardinals Pamfili zu Rom. Nach seiner Geburtsstadt zurückgekehrt, ist er um 1690 gestorben. Von seinen Opern lassen sich noch folgende Titel aufführen: »Clearco in Negroponte«, »Ciro in Lidia«, »Rodoaldo rè d’Italia«, »Teodora Augusta«, »La generosa gara tra Cesare e Pompeo«, »Carlo il grande« und »Maurizio«, welche von 1683 bis 1691 auf verschiedenen Bühnen Italiens in Flor waren. Ausser Opern erschienen aus dem Nachlasse G.’s: »Cantate a voce sola« (Bologna, 1691, mit einer G. feiernden Vorrede von Marino Silvani); »Vexillum pacis a Alto solo con stromenti« (in einer Sammlung von Motetten, Bologna, 1695); »Gighe, correnti e sarabande a due Violini e Violoncello con Basso continuo« (Bologna, 1703).
5Gabrieli, Francesca, vorzügliche italienische Sängerin, genannt la Gabriolina oder von ihrer Geburtsstadt la Ferrarese, ist im J. 1755 zu Ferrara geboren. Ihrer schönen, geschmeidigen Stimme wegen wurde sie schon früh in das Conservatorium Ospedaletto in Venedig gebracht, welches damals unter Direktion Sacchini’s stand. Im J. 1774 debütierte sie, vollständig ausgebildet, auf dem Theater San Samuele in Venedig mit solchem Erfolge, dass sie als Primadonna buffa angestellt wurde, in welcher Eigenschaft sie auch auf anderen Opernbühnen ihres Vaterlandes mit dem grössten Beifall sang, so noch 1778 in Florenz und 1782 in Neapel. Im J. 1786 war sie in London engagirt und trat dort u. A. mit der Mara zusammen auf. Erst 1789 kehrte sie aus England in ihre Heimat zurück, woselbst sie noch in Turin sang, sich aber bald darauf von der Bühne zurückzog und 1795 in Venedig starb. Bei einer einnehmenden Persönlichkeit, aber allzu freien Umgangsart besass sie in ihrer Blüthezeit glänzende und gut geschulte Stimmmittel, denen im getragenen Gesange jedoch ein tieferer Ausdruck abging.
7Gabrielli, Catterina, hochgefeierte italienische Sängerin, eine der berühmtesten Künstlerinnen des 18. Jahrhunderts überhaupt, wurde am 12. Novbr. 1730 zu Rom geboren und war die Tochter eines Kochs des Fürsten Gabrielli, von dem sie, da er sie hatte ausbilden lassen, den Namen annahm, während die Italiener sie, in Erinnerung des Gewerbes ihres wirklichen Vaters, la Cuochettina (das Kind des Kochs) nannten. Ihren Gesangunterricht übernahmen in Folge der Munificenz des genannten Fürsten Garcia (mit dem Beinamen lo Spagnioletto) und Porpora, und sie selbst sang seit 1747, wo sie sofort in Lucca als Sofonisbe in Galuppi’s gleichnamiger Oper Bewunderung erregte und selbst den berühmten Sänger Guadagni in den Schatten stellte, auf verschiedenen grossen Bühnen ihres Vaterlandes. Im J. 1750 war sie das Entzücken der Neapolitaner, besonders als Didone in der Oper von Jomelli, deren grosse Arie »Son regina e sono amante« sie so styl- und ausdrucksvoll sang, dass Alles für sie schwärmte. Auf Metastasio’s Veranlassung ging sie nun nach Wien, wo sie von diesem Meister noch Unterricht in Declamation und im Spiel erhielt und von Franz I. zur Kammersängerin ernannt wurde. Im J. 1765 verliess sie Wien und erregte zunächst in Palermo das grösste Aufsehen, voran natürlich durch ihren vollendeten Gesang und ihr anmuthiges Spiel, dann aber auch durch ihre Launenhaftigkeit und durch die Widerspenstigkeit, mit der sie selbst dem Vicekönig Trotz bot. In Parma 1767 gewann sie ausser der allgemeinen Bewunderung auch noch die besondere Liebe des Infant Don Philipp, so dass sie ein Jahr später heimlich entweichen musste, um dem eifersüchtigen Fürsten zu Gefallen nicht ihre Bühnenlaufbahn zu unterbrechen. Sie folgte hierauf dem schon lange an sie ergangenen Rufe der Kaiserin Katharina II. nach St. Petersburg, blieb daselbst mehrere Jahre unter glänzenden Verhältnissen und sang erst 1777 wieder in Venedig an der Seite Pachiarotti’s, der aus Scheu vor einer solchen Rivalin zuerst gar nicht aufzu-

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