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Scan 88
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1der Virtuosität auf der Flöte vorzüglich ausgeprägt. Geboren zu Dresden am 26. Juli 1824, erhielt er eine vorzügliche wissenschaftliche und musikalische Ausbildung und trat zuerst am 26. Oktbr. 1832 als Flötist in einem Concerte seines Vaters in Dresden mit grossem Beifalle öffentlich auf. Seitdem machte er mit seinem Vater fast jährlich erfolgreiche Concertreisen, bis er am 1. Jan. 1842 als Flötist in die Dresdener Hofkapelle trat. Nicht allein, dass er dort in die erste Stelle bei seinem Instrumente aufrückte, also den seiner Tüchtigkeit entsprechenden Platz als würdiger Nachfolger seines Vaters erhielt, so blieben seine gründlichen Forschungen auf musikliterarischem Gebiete, die hauptsächlich der Musikgeschichte Sachsens galten, nicht unbemerkt, und er wurde 1852 zum Custos der Musikaliensammlung des Königs von Sachsen ernannt und später auch durch das Ehrenkreuz des Albrechtsordens ausgezeichnet. Seine eingreifende Tätigkeit in dieser Stellung, sowie als Lehrer am Conservatorium ist von lokaler sowohl wie auch von allgemeiner Bedeutung. Zahlreiche seiner Abhandlungen in Fach- und anderen Zeitungen haben manchen dunklen Punkt in der Kunstgeschichte, nicht blos Sachsens, zuerst in das rechte Licht gerückt. Von grösseren seiner literarischen Arbeiten erschienen: »Beiträge zur Geschichte der königl. sächsischen musikalischen Kapelle« (Dresden, 1849) und »Zur Geschichte der Musik und des Theaters am Hofe zu Dresden« (2 Bde., Dresden, 1861 und 1862).
3Fürstner, Adolph, Inhaber einer der grösseren deutschen Musikverlags-handlungen, geboren am 2. Jan. 1835 zu Berlin, begründete daselbst am 1. Jan. 1868 sein Geschäft. Durch grosse Regsamkeit, Umsicht und technische Kenntniss brachte er dasselbe schnell zu hervorragender Blüthe, hauptsächlich mit dadurch, dass er als der Erste, durch Uebernahme von Commissionslagern der renommirtesten Verlagsfirmen in Paris und London, einen regeren internationalen Musikverkehr anbahnte. Im August 1872 vereinigte er durch Ankauf den C. F. Meser’schen Verlag in Dresden mit dem seinigen, wodurch er Eigenthümer der Wagner’schen Opern »Rienzi«, »der fliegende Holländer«, »Tannhäuser« und vieler älterer gediegener Compositionen wurde. Der Verlagscatalog F.’s weist in Folge dessen gegen 1800 Nummern auf, unter denen sich, dem internationalen Charakter entsprechend, auch die Hauptwerke von Gounod, Ambr. Thomas, Gevaërt und einiger russischen Operncomponisten befinden. Von hervorragender Bedeutung ist ausserdem die bis auf 48 Nummern ange-wachsene und in vielen deutschen Musikschulen für den Unterricht eingeführte »Bibliothek älterer und neuerer Claviermusik«, kritisch revidirt von Franz Kroll, ein gründliches und gediegenes Sammelwerk deutschen Fleisses und deutscher Sorgfalt, geworden.
5Füssig, s. Fuss.
7Fuëtsch, Joachim Joseph, vortrefflicher deutscher Violoncellist und gründlicher Componist, geboren zu Salzburg am 12. Aug. 1766, erlernte beim Chorregenten der städtischen Pfarrkirche Jacob Freistädltler die Elemente des Gesangs, worauf er 1775 als Chorknabe Aufnahme im Kapellhause fand und acht Jahre hindurch, bis zur Mutation seiner schönen Altstimme, den mit dieser Anstalt verbundenen Unterricht in wissenschaftlichen und künstlerischen Disziplinen genoss, so im Violinspiel den des Hofviolinisten Hafeneder, später Leopold Mozart’s. Nachdem er 1784 aus dem Kapellhause entlassen worden war, übte er sich autodidaktisch auf dem Violoncello und zwar mit solchem Erfolge, dass er nach dem Tode des Hofvioloncellisten Ant. Ferrari dessen Stelle erhielt, gleichzeitig aber noch auf erzbischöflichen Befehl bei Luigi Zardonati, der eigens auf ein Jahr aus Verona verschrieben worden war, die höheren Studien auf seinem Instrumente machen musste. Nun studirte auch F. beim Abbate Luigi Gatti Generalbass und empfing die Unterweisungen Mich. Haydn’s in der Compositionslehre. Er selbst schrieb im Laufe der Zeit Concerte, Sonaten, Uebungsstücke, Solos u. s. w. für Violoncello und für Violoncello und Bass, die aber nicht im Druck erschienen sind. Veröffentlicht hat er über-
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