Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 109

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874

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1besonders von Kirchenwerken, wurde am 8. Mai 1778 zu Sterzing in Tyrol geboren. Sein Vater, Regens chori und Schullehrer des Orts, unterrichtete ihn schon frühzeitig im Gesang, Clavier-, Orgel- und Violinspiel, und in solcher Art gut vorgebildet, kam G. mit acht Jahren als Chorknabe zuerst nach Innsbruck, dann nach Hall. Von 1789 an besuchte er das Gymnasium zu Botzen, wo ihn der Organist Reiner, Musikdirektor Neubauer und Pater Fendt im Orgel-, Violin- und Violoncellospiel noch weiter ausbildeten, während er selbst, um genügende Subsistenzmittel sich zu verschaffen, zugleich eine Art Hauslehrerstelle versah. Schon 1795 konnte er in Innsbruck die höheren philosophischen Studien beginnen und wirkte auch dort nebenbei als Musik- und Nachhülfelehrer, sowie als Kirchensänger. In jene Zeit fallen auch seine ersten ernstlicheren Compositionsversuche. In der Kriegsbedrängniss des Jahres 1796 diente er als Freiwilliger im Landsturm, befehligte bald sogar eine Truppe von 300 Mann und erhielt nach erfolgtem Friedensschlusse die goldene Tapferkeitsmedaille für Officiere. Im J. 1802 suchte er Abt Vogler in Wien auf, der ihn in sein Harmoniesystem einweihte und auf seine theoretisch-musikalische Fortbildung wohlthätig einwirkte. Wohlwollende Gönner, unter ihnen besonders der Graf Firmian und sein Schüler, Graf Erdödy, unterstützten ihn kräftig in seinen musikalischen Bestrebungen, so dass er bei Albrechtsberger das Studium des Contrapunkts gründlich absolviren konnte. Nach einem längeren Aufenthalte in Innsbruck und bei seiner Mutter in Sterzing, trieb es ihn 1810 abermals zu seinem Lehrer Abt Vogler in Darmstadt, wo er mit seinen jüngeren hochbegabten Mitschülern K. M. v. Weber und Meyerbeer das berühmt gewordene Freundschaftstriumvirat schloss, welches erst der Tod auflöste. Nachdem G. in den Freiheitskriegen wiederholt eine Jäger-Oberleutnantsstellung bekleidet hatte, die ihn bis nach Neapel gegen Murat führte, in welchem Amte er bei seinem Regimente auch ein Musikcorps organisirte und mit seinen Compositions versah, erhielt er 1817 die grosse goldene Verdienstmedaille. Seinen militärischen Verdiensten vorzüglich verdankte er es auch, dass er 1823, nach Preindl’s Ableben, unter mehreren Mitbewerbern das angesehene Amt eines ersten Kapellmeisters am St. Stephansdome in Wien erhielt. Sein ferneres Leben verfloss, einer fleissigen compositiorischen Thätigkeit gewidmet, gemäss den regelmässigen Geschäften seiner Stellung, ruhig und ohne Aufregung. Er starb am 13. Juli 1844 und ruht auf dem St. Marxer Friedhof in Wien. — Zahlreiche Arbeiten aller Art, theils im Druck erschienen, theils im Manuscript hinterlassen, bezeichnen sein ausgiebiges Compositionstalent. Man zählt 17 Messen, 4 Requie, 27 Gradualien, Offertorien, Motetten, Psalme und Hymnen, Adventslieder, Processions-Sequentien, 5 Litaneien, 9 Tantum ergo u. dergl.; ferner Sonaten, Variationen, Divertissements, Märsche u. s. w. für Pianoforte allein und mit Begleitung; Serenaden, Parthien und Märsche für Harmoniemusik; eine Sinfonie, ein Concert für Clarinette, die vollständige Musik zu Kotzebue’s Schauspiel »die Kreuzfahrer«, ein Liederspiel »des Dichters Geburtstags«, Lieder und Gesänge für eine Singstimme, italienische Terzette, Cantaten, Vocalquartette u. s. w. Dem Werthe nach stehen die zuerst aufgeführten Werke für die Kirche am höchsten. Dennoch widerspricht der überwiegende Theil derselben, wenn auch Einzelnes davon edel und würdig gehalten ist, dem kirchlichen Geiste, besonders durch ein gemütliches, joviales Wesen, wie es dem Wiener Volkscharakter zwar eigenthümlich ist, mit Erhabenheit und religiösem Ernst sich jedoch nicht vereinbaren lässt.
3Gärtner, Johann, deutscher Flötenvirtuose, geboren 1740 auf dem Petersberge bei Fulda, erhielt seine technisch-musikalische Ausbildung durch die Fürsorge des kunstsinnigen Fürstabts Heinrich VIII. von Fulda, der ihn bei dem berühmten Wendling in Mannheim ausbilden liess, ihn dann auf Reisen durch Deutschland schickte und endlich als ersten Flötisten in seine Hofkapelle zog. In dieser Eigenschaft starb G. im J. 1789. Auch als Componist ist G. für seine Zeit bemerkenswerth gewesen, indem er, laut Henkel’s Mittheilungen,

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