Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 115

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874

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1und mehrstimmige Lieder und Gesänge, eine Hymne aus Milton's »verlorenem Paradiese«, Solos für Flöte, Violoncello, Fagott u. dgl. m. Für Schulzwecke übersetzte er Tosi's Singschule in's Englische (London, 1742) und beschäftigte sich mit Anlegung einer selbst gefertigten Abschriftensammlung von Partituren fremder Meister. G. ist auch der Gründer und Direktor der Academy of ancient music (1710), die zehn Jahre später Händel und Buononcini übernahmen, jedoch schon 1727 eingehen liessen, bis sie 1776, nach Bate's Plane neu in's Leben gerufen, wieder erstand, zur Blüthe kam und noch jetzt unter den Anstalten Londons existirt.
3Gaillard, Karl, begabter dramatischer und lyrischer Dichter und Musikschriftsteller, geboren am 13. Jan. 1813 zu Potsdam, war Mitbesitzer der Musikhandlung von Challier und Comp. in Berlin und gab von 1844 bis 1847 die »Berliner musikalische Zeitung« heraus, welcher er, unterstützt von talentvollen Künstlern, mit grossem Freimuth und Humor vorstand, bis sie 1848 in die »Neue Berliner Musikzeitung« aufging. Von seinem scharfen und treffenden musikkritischen Urtheil zeugen viele Aufsätze der älteren Zeitung, und es ist bemerkenswerth, dass G. als einer der Ersten für Rich. Wagner in die Schranken trat. Wegen seiner Geradheit im Denken und Handeln wurde er in schwieriger Zeit auch mit Vertretung der städtischen Interessen betraut, starb aber schon am 10. Jan. 1851.
5Gakschojin (hebr.) nennt der Autor des im Artikel Gherasch (s. d.) citirten Werkes einen hebräischen Accent, der folgende Tonfolge erfordern soll:
7Galante oder galantemente (ital.), Vortragsbezeichnung in der Bedeutung artig, gefällig.
8Galante Fuge oder freie Fuge, als Gegensatz zur eigentlichen strengen Fuge, s. Kanon und Fuge.
9Galanterie-Stimme nannte man ehedem in der Orgelbausprache jede 2,5-metrige Manual-Flötenstimme.
10Galante Schreibart oder galanter Styl, der Gegensatz zur contrapunktischen, sogenannten gebundenen Schreibart. S. Styl.
11Galarini, Pietro Antonio, hiess nach Laborde ein italienischer Komponist, von dem 1690 zu Ferrara unter dem Titel »Delisa« ein dramatisches Divertissement aufgeführt worden ist.
12Galaurone (ital.) ist der Name eines Brummeisens, über dessen nähere Beschaffenheit Bisciola, Horar. Subcesio. T. II lib. 2 c. 18 berichtet. 2.
13Galavotti, Geronimo, italienischer Tonsetzer zu Ende des 17. Jahrhunderts, war Kapellmeister an der Kirche Santa Maria in Trastevere zu Rom und hat Messen zu 4, 5, 6 und 8 Stimmen (Rom, 1690) von seiner Composition veröffentlicht.
14Galeazzi hiessen mehrere italienische Componisten, die im Laufe des 18. Jahrhunderts gewirkt haben. Antonio G., aus Brescia gebürtig, war besonders in Rom und Venedig thätig, in welcher letzteren Stadt von seinen Opern 1729 »Zelmira in Creta« und 1731 »Il Trionfo della costanza in Statira« aufgeführt wurden. Von seinen Kirchensachen sollen sich noch viele in der Bibliothek der Kirche Santa Maria Maggiore zu Rom vorfinden, wie Baini in seinem Werke über Palestrina berichtet. — Tommaso G., geboren zu Rom 1757, ein Castrat und als solcher einer der geschätztesten Sopransänger seiner Zeit, der, als ihn der damalige Landgraf von Hessen-Kassel in Rom hörte, von diesem für seine Hofbühne gewonnen wurde. Er sang jedoch nicht lange zu Kassel, denn er ergab sich Ausschweifungen, die für ihn die mannigfaltigsten und bösartigsten Krankheiten zur Folge hatten und endlich, 1780, sogar den Verlust des Gehörs. Im J. 1783 kehrte G. nach Italien zurück und verschwand

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