Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 117

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874

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1in Florenz ihren Mittelpunkt fanden. S. Oper. G. als Musikschüler Zarlino's, als guter Sänger und Lautenspieler, sowie als vielseitig gebildeter Mann überhaupt, verstand es, seine Ideen theoretisch und praktisch zur Anwendung zu bringen. Er hatte sich bereits einen Namen durch das von ihm verfasste Werk »Il Fronimo, dialogo sopra l'arte del bene intavolare e rettamente suonare la musica negli stromenti artificiali, si di corde come di fiato et in particolare nel liuto« (Venedig, 1569, dann 1583) geschaffen, als er im Eifer für die neu gewonnenen Principien es sogar unternahm, gegen das streng contrapunktische Harmoniesystem seines berühmten Lehrers Zarlino aufzutreten und in diesem Sinne das Buch »Discorso intorno all'opere di Zarlino« (Florenz, 1581) veröffentlichte, dem das grössere Werk »Dialogo della musica antica e moderna, in sua difesa, contra Giuseppe Zarlino« (Florenz, 1581, 1602) folgte. G. und seine Freunde als Anhänger des declamatorisch-recitirenden Styls in der Musik führten hierauf einen erbitterten Kampf gegen Alles, was dem Contrapunkt huldigte und sicherten ihren Grundsätzen einen nachhaltigen Einfluss auf die Musikübung, indem sie denselben praktisch greifbare Gestalt verliehen. So componirte G., um zu zeigen, auf welche Weise man ein richtiges Verhältniss zwischen den Worten eines Gedichts und der Musik dazu herstellen könne, die Episode des Ugolino aus Dante und sang sie unter dem grössten Beifall dem Kreise beim Grafen Bardi mit Begleitung von Laute und Viola vor. Aehnlich verfuhr er mit den Klageliedern des Jeremias, für die man ebenfalls nur Lob fand, so dass hiermit die Bahn gebrochen wurde, auf der zunächst Peri und Caccini fortschritten. — G.'s Sohn war der weltberühmte, um die Naturlehre durch seine Entdeckungen unsterblich verdiente Galileo G., geboren am 18. Febr. 1564 zu Pisa, gestorben am 8. Jan. 1642 zu Florenz. Eifriger Musikfreund, der selbst mehrere Instrumente mit Fertigkeit spielte, hat er u. A. auch durch gründliche Darstellungen Licht verbreitet über die Schwingungen der Saiten, über die Natur und die gegenseitigen Verhältnisse der Töne, über die Fortpflanzung des Schalls u. s. w. Wichtig für die Untersuchungen der Folgezeit nach dieser Seite hin, waren seine »Discorsi e dimostrazioni matematiche« (Florenz, 1638), die sich auch im zweiten Bande seiner gesammelten Werke (Bologna, 1655) befinden. Die vollständigste Ausgabe seiner schriftstellerischen Arbeiten erschien erst im 19. Jahrhundert (13 Bde., Mailand, 1808). — Ein naher Verwandter und Zeitgenosse G.'s war Michele Angelo G., der zu Florenz, wo er auch geboren war, in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts als geschickter Lautenspieler sich einen Namen erworben hatte. Nach Printz soll er sich auch in Deutschland aufgehalten haben, und für diese Behauptung spricht eine daselbst erschienene und ihm zugeschriebene Lautentabulatur (Ingolstadt, 1620).
3Galimberti, Fernando, italienischer Violinvirtuose, der um 1740 in seiner Geburtsstadt Mailand als Künstler sehr angesehen war und auch als Componist von Sinfonien u. s. w. genannt wird.
5Galin, Pierre, tüchtiger französischer Mathematiker, geboren 1786 zu Samatan, lebte als Professor seiner Disciplin zu Bordeaux und beschäftigte sich in späteren Jahren damit, wie in verschiedenen Wissenschaften, so auch in der Musik verbesserte Lehrmethoden zu schaffen.
7Galitzin, Georg, Fürst von, ein kunstbegeisterter Dilettant und Musikkenner, wurde etwa 1825 zu St. Petersburg geboren als ein Sohn jenes Kunstgönners Fürst Nicolaus von G. (gestorben 1866 auf seinem Gute im Kurskischen Gouvernement), für welchen Beethoven seine letzten Streichquartette schrieb. Sorgfältig wissenschaftlich, musikalisch und gesellschaftlich ausgebildet, gründete G. im J. 1842 zu Moskau eine Vocalkapelle, bestehend aus etwa 70 zehn- bis zwölfjährigen Knaben, die er gleichmässig kleidete, nährte und körperlich wie geistig bildete. Den musikalischen Unterricht versah er selbst und erzielte damit so überraschende Resultate, dass diese Kapelle, für die er auch mehrstimmige Gesänge verschiedener Art schrieb, über zwei Jahrzehnte lang

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