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Scan 118
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1zu den musikalischen Merkwürdigkeiten Moskau's gerechnet wurde. Ende der 1860er Jahre sammelte G. eine Instrumentalkapelle, die er selbst einübte und mit der er erfolgreiche Kunstreisen durch Russland unternahm. Im J. 1872 concertirte er mit derselben in den Vereinigten Staaten, wo man jedoch die Bizarrerien G.'s als Instrumentalcomponist und Dirigent vielfach bemängelte. Im Begriff, mit dieser Kapelle zu Concerten nach Deutschland abzureisen, starb Fürst G. schnell und unerwartet im Mai 1873 zu New-York.
3Gall, Ferdinand, Freiherr von, Hof-Theater-Intendant in Stuttgart, ein gründlicher Kunstkenner und Musikfreund, geboren am 13. Oktbr. 1809 zu Battenberg (Grossherzogth. Hessen), erhielt seine erste Erziehung durch Hofmeister, besuchte dann das Gymnasium zu Darmstadt und studirte in den Jahren 1826 bis 1830 zu Giessen und Heidelberg Rechtswissenschaft, zeigte aber schon früh viele Hingebung für die Kunst, besonders für die Schauspielkunst. 1834 trat er in den Hofdienst des Grossherzogs von Oldenburg, wo selbst ihm Zeit genug blieb, seine Lieblingsstudien wieder aufzunehmen und fortzusetzen, sowie durch grössere Reisen seinen Gesichtskreis zu erweitern. Diese Reisen führten ihn 1838 durch einen grossen Theil des Nordens von Europa und später nach dem Süden, namentlich nach Frankreich und Paris. Auf beiden Reisen war sein vorzügliches Streben, sich immer mehr in das Wesen der Kunst zu vertiefen und seinen Geschmack mehr und mehr auszubilden. Die Reise nach dem Norden, namentlich durch Schweden, beschrieb er in einem eigenen Werk, das 1838 in zwei Bänden zu Bremen erschien und in mehrere Sprachen übersetzt ward, die in dem Süden in dem Buche »Paris und seine Salons« (Oldenburg). Ziemlich gleichzeitig mit letzterem Werk erschien »Der Bühnenvorstand«. Es hatte zur Folge, dass G. 1846 nach Stuttgart als Intendant des Königl. Hoftheaters berufen ward, wo er über 20 Jahre lang in dieser Stelle wirkte. Unter seine Verwaltung fällt die glänzendste erste Aufführung des »Nordstern« in Deutschland, und die der »Dinorah«, beide von Meyerbeer selbst einstudirt. Dabei kümmerte sich G. viel um eine einheitliche Gestaltung des gesammten deutschen Bühnenvereins, und er gehört mit zu den Gründern des deutschen Bühnenvereins, der Kartellverträge und anderer gemeinsamen Massregeln und namentlich der jährlichen Conferenzen der bedeutendsten Bühnenvorstände. Mehrmals war er Vorstand des deutschen Bühnenvereins und Präsident dieser Conferenzen. Als er in den Ruhestand trat, übertrug ihm der König von Württemberg die Stelle eines Ceremonienmeisters; schon lange vorher war er zum Königl. Kammerherrn ernannt worden. In den Kriegsjahren 1870 und 1871 wirkte G. mit grosser Hingebung als Johanniter und erhielt für seine Thätigkeit als solcher das Eiserne Kreuz, welches er von da an fast allein noch von seinen vielen Ordens- und Ehrenzeichen trug. G. starb am 30. Novbr. 1872 zu Stuttgart.
5Gall, Joseph, Instrumentenmacher, der zu Anfange des 19. Jahrhunderts zu Wien lebte, ist der Verfasser eines Clavierstimmbuchs.
7Galland, Antoine, französischer Philologe, geboren 1646 von armen Eltern zu Rollot in der Picardie, war zu Anfange des 18. Jahrhunderts Professor der arabischen Sprache an dem Collége royal und Mitglied der Academie der Inschriften zu Paris, als welcher er daselbst am 17. Februar 1715 starb. Von ihm ist eine Abhandlung, »l'Histoire de la Trompette et de ses usages chez les anciens« betitelt, in der Geschichte der Academie der Inschriften Seite 104 abgedruckt, die manches Eigenthümliche über Ursprung und Arten dieses Instruments bietet. Madame Gottsched übersetzte dieselbe ins Deutsche und Marpurg hat im zweiten Bande seiner Beiträge einen Auszug daraus gegeben.
9Gallay, Jacques François, berühmter französischer Virtuose und Lehrer des Horns, geboren am 8. Decbr. 1795 zu Perpignan, trieb seit seinem zwölften Jahre bei seinem Vater, einem guten Dilettanten, Hornstudien, so dass er sich bald öffentlich hören lassen konnte. Erst 1820 aber konnte er es ermög-
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