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Scan 125
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1nebeneinander, seltener an einem Gerüst hängend, wie die Steinplatten des Kin (s. d.), geordnet, und werden mittelst zweier, vorn keulen- oder kugelartig geformter Metall- oder Holzklöpfel tönend erregt. Auch der Gender (s. d.) gehört in diese Instrumentklasse. Man vereinigt auf Java, in Indien, China und den verwandten Musikländern oft mehrere Instrumente dieser Art zu einem Ensemble im Unisono, Gambangspiel genannt, das einen harmonischen, schwermütigen Ausdruck tragen soll, der durch in Abschnitten zugefügte Gongschläge noch erhöht wird. Ein solcher Eindruck ist wenigstens der den Abendländern gewordene, während die landeseigene Auffassungsweise des Gambangspiels den Eingeborenen gewiss ganz anders und zwar wohl so, wie dieselbe sich in dem Artikel chinesische Musik (s. d.) angedeutet findet, geltend macht. Vergl. Mr. de la Loubère, Description du royaume de Siam T. I p. 208 und T. II p. 104; wie ferner die Abbildungen in Fétis, Hist. de Musique T. II p. 309, 339, 340 und 346, so wie in Zamminer’s Akustik Seite 184. Diese Abbildungen besonders, von denen zwei ein Sortiment Tonkörper zeigen, deren Fabrikation ähnlich der des Gong stattgefunden haben muss, werden, sobald einmal erst die barbarische Anwendung der orientalischen Becken (s. d.) im abendländischen Musikkreise allgemein als nicht unserer Kunst entsprechend aufgefasst werden wird, den Weg zeigen, der zu betreten ist, um diese Klangwirkungen etwa als Ersatz unserm Tonreiche ebenbürtig einzufügen. S. auch Janitscharenmusik.
3Gambang-Kayu heisst im indisch-chinesischen Musikkreise eine Gambang-Art, deren Tonkörper Holzplatten sind. Dasselbe hat einen Umfang von drei Octaven und einer grossen Terz und führt dazu trotzdem nur 18 Platten. 2.
5Gambara, Carlo Antonio, tüchtiger und fleissiger italienischer Componist aus adliger Familie, geboren 1774 zu Venedig, bereitete sich in Parma für die wissenschaftliche Laufbahn vor, durfte jedoch endlich seiner Vorliebe für Musik folgen und studirte bei Melegari Violin-, bei Ghiretti Violoncellospiel und bei Colla in Parma Contrapunkt. In Brescia beim Kapellmeister Cannetti compo- sitorisch weiter arbeitend, erhielt er eine feste Anstellung an der dortigen Kathedrale und schrieb Sinfonien, Bogentrios und Quartette, ein Quintett für Harfe, Violine, Mandoline, Viola und Violoncello, sowie Gesangstücke, die aber sämmtlich Manuscript geblieben sind. Nur ein Lobgedicht von ihm auf Haydn: »Haydn coronato in Elicone« (Brescia, 1819) ist im Druck erschienen.
7Gambarini, Miss, eine italienische Tonkünstlerin, welche um die Mitte des 18. Jahrhunderts als Musiklehrerin in London lebte und auch als Malerin sehr geschätzt war. Ein Porträt von ihr, gestochen von N. Hone, erschien 1748 in London.
9Gambaro, Giovanni Battista, vorzüglicher italienischer Virtuose auf der Clarinette, geboren 1785 zu Genua, war Musikmeister bei einem italienisch-französischen Regimente und lebte seit 1814 in Paris, wo er eine Mnsikalien- und Instrumentenhandlung begründete und zugleich im Orchester der dortigen Italienischen Oper wirkte. Er starb im Sommer des Jahres 1828 und ist als Componist mit verschiedenartigen Clarinettenstücken, Harmoniepiecen und Quartetten für Blaseinstrumente aufgetreten.
11Gambe ist die in Deutschland gebräuchliche Abkürzung für die italienische Benennung Viola di Gamba (s. d.), eines jetzt veralteten Streichinstruments, das auch Kniegeige geheissen wurde. Wo die G. zuerst gebaut wurde, ist nicht bestimmt nachzuweisen, wahrscheinlich jedoch in England, denn man weiss, dass dort die G. zuerst bekannter und beliebt wurde und vermuthet, dass sie aus dem dort nationalen Cruit (s. d.) hervorgegangen und ebenso zuerst auch benannt worden sei. Von England aus verbreitete sich die G. durch Italien, wo sie ihren bekanntesten Namen: Viola di Gamba erhielt, sodann über Frankreich, dort Basse de Viole geheissen, Deutschland und das ganze civilisirte Europa. Besonders fand dies Instrument in Frankreich viele Verehrer und dadurch vielfache Umgestaltungen. Dies hatte seinen Grund in den damals in
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