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Scan 130
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1und Fortschreitung (s. d.) der Intervalle. Einige Theoretiker, an ihrer Spitze A. B. Marx, bezeichnen mit G. jede melodisch organisirte Tonfolge, die keinen in sich befriedigenden Abschluss hat, im Gegensatz zum Satz, als einer Melodie, die durch Anfang und Schluss als ein Ganzes sich giebt. S. auch Periodenbau.
3Gangris, der syrische Name für die antike Flöte.
5Gannassi, Jacopo, italienischer Tonkünstler, Anfangs des 17. Jahrhunderts zu Treviso geboren, war daselbst Franciscanermönch und Kirchen-Kapellmeister.
7Ganspeckh, Wilhelm, deutscher Tonsetzer des 18. Jahrhunderts, geboren 1691 zu München, machte sich besonders durch Composition zahlreicher Messen bekannt.
9Ganswind, vortrefflicher Virtuose auf der Viole d’amour, geboren um 1775 in Böhmen, lebte in Prag und darf als der letzte Componist von Bedeutung für sein Instrument angesehen werden.
11Gantez, Hannibal, auch Gantes geschrieben, französischer Tonsetzer, der, zu Marseille geboren, als Canonicus und Kirchenkapellmeister zu Aix, Arles, Auxerre u. s. w., zuletzt in Paris lebte. Er veröffentlichte eine Messe, der er die Melodie eines Volksliedes zu Grunde gelegt hatte und ein jetzt seltenes aber noch geschätztes Werk: »Entretien familier des musiciens« (Auxerre, 1643), sowie 59 Briefe über die Kirchenmusik in Frankreich.
13Gantzland, Christian, deutscher Rechtsgelehrter, veröffentlichte als Student in Jena eine Prüfungsarbeit, betitelt: »Juristische Inaugural-Dissertation über die Hornbläser und ihr Recht« (Jena, 1711).
15Ganz, eine aus Mainz stammende Tonkünstlerfamilie, die sich auf dem Gebiete der Composition nicht nennenswerth, um so mehr aber auf dem der technischen Virtuosität ausgezeichnet hat. Zunächst sind es drei Brüder, die von ihrem als praktischen Musiker in Mainz rühmlichst bekannten Vater unterrichtet, die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zogen. 1) Adolph G., geboren am 14. Oktbr. 1796, wurde von seinem Vater im Violinspiel und der Theorie ziemlich weit gefördert, so dass er befähigt war, sich durch Selbstunterricht auf allen gangbaren Orchesterinstrumenten Fertigkeit anzueignen. Im Generalbasse und in der Harmonielehre erhielt er durch Seb. Holbusch die für einen Musiker nothwendige höhere Ausbildung und wurde 1819 Musikdirektor am Stadttheater seiner Vaterstadt, welches Amt er, seit 1825 mit dem Titel eines grossherzogl. hessischen Kapellmeisters belohnt, bis gegen 1845 inne hatte, zu welcher Zeit er sich nach London begab, wo er am 11. Novbr. 1869 starb. Als Componist ist er ziemlich bedeutungslos mit Ouvertüren, Märschen, einem Melodrama, Liedern und Gesängen aufgetreten, von welchen auch Einiges im Druck erschienen ist. — 2) Moritz G., ein vorzüglicher Violoncellist der älteren Schule, geboren am 13. Septbr. 1806, wurde durch Styassni auf seinem Instrumente völlig ausgebildet, von Gottfried Weber auch theoretisch einigermassen unterrichtet und trat hierauf in das von seinem Bruder dirigirte Mainzer Theaterorchester als erster Violoncellist, von wo aus er 1827 als königl. Kammermusiker nach Berlin berufen wurde. Dort erhielt er 1836 den Charakter eines Concertmeisters und wirkte zugleich als Lehrer seines Instruments bis zu seinem Tode im J. 1868. Auf Kunstreisen, besonders nach London und Paris, sowie in Concerten zu Berlin hat sein äusserst fertiges und reines Spiel grossen Beifall gefunden. Seine wenigen im Druck erschienenen Compositionen und Arrangements für Violoncello documentiren in naiver Art den musikalischen Naturalisten. — 3) Leopold G., geboren am 28. Novbr. 1810, hatte als Violinist seinen Vater, seinen Bruder Adolph und Fritz Bärwolf, einen Schüler Spohr’s, zu Lehrern. Er trat gleichfalls in das Mainzer Theaterorchester und wurde zugleich mit seinem Bruder Moritz, mit dem er im Zusammenspiele innig verwachsen war, 1827 in die Berliner Hofkapelle berufen, wo er 1836 den Titel und 1840 die Stelle als königl. Concertmeister erhielt. Beide Brüder
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