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Scan 140
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1Instrumentalmusik, besonders von der der Pfeifer, handelt. Vgl. das comp. Gelehrten-Lexikon.
3Gas dient in neuester Zeit als Hauptmittel, die Wellenbewegung bei der Klangbildung zur Anschauung zu bringen; Flammen (s. d.), durch einen Gasstrom genährt, geben das Bild. Dies Bild gestaltet sich den Tönen gemäss dadurch, dass man die Tonwellenschwingung auf eine in die Wand eines Gasrohrs eingeschaltete Membran wirken lässt. Zu diesem Behufe steht die Membran mit einem Kautschukrohre in Verbindung, in welches man die Tonschwingung hineinleitet, indem man z. B. ganz einfach hineinsingt. Die Membran wird dann dem Sange entsprechend bewegt und wirkt auf den Gasstrom; die Flamme erhebt und senkt sich der Wellenbewegung gemäss in der Secunde einige hundertmal. Um die Erhebungen und Senkungen der Flamme getrennt zu sehen, muss man den Kopf schnell hin- und herbewegen oder sich eines drehenden Spiegels bedienen. Man sieht dann eine Reihe feuriger Zungen, aus deren Anblick die Natur der G. schwingungen errathen werden kann. Eine treffliche Darstellung eines solchen Apparates, wie die Flammenbilder der Töne c¹, g¹ und c² sich gestalten, welche auf die Vocale u, o und a gesungen, findet man in R. Radau's »Lehre vom Schall« (München, 1869), Seite 280 und 281. Schliesslich sei noch erwähnt, dass G. durch einen an beiden Seiten offenen, vertical placirten Cylinder (Glas) begrenzt, mittelst einer unter dem Cylinder angebrachten Flamme in tönende Schwingungen versetzt werden kann. Diese Erfahrung führte Einige zur Erfindung neuer Tonwerkzeuge, die sie Gas-Harmonika (s. d.) nannten; dieselben erfreuen sich jedoch bisher noch keiner Einführung in der Kunstwelt.
5Gaschin-Rosenberg, Fanny Gräfin von, eine begabte Dilettantin, geboren 1818 zu Thorn, war eine Clavierschülerin Liszt's, Thalberg's und Henselt's und erlangte, von solchen Meistern ausgebildet, einen hohen Grad der Virtuosität auf diesem Instrumente. Sie hat sich auch in Pianofortecompositionen versucht, die im Salonstil gehalten und Chopin nachempfunden, viele Liebhaber fanden.
7Gascogne, Matthien, französischer Contrapunktist des 16. Jahrhunderts, von dessen Arbeiten in Salblingers »Concentus a 4—8 voc.« (Augsburg, 1545) und in einer der Sammlungen von Attaignant sich noch einige Proben vorfinden. Baini sagt von G. in seinem Buche über Palestrina, dass er, Zeitgenosse Ockenheims, um die Kunstvorgänger zu überstrahlen, die Erfindung schwierigerer Toncombinationen sich zur Aufgabe gestellt, wodurch in der Kunst jedoch keine Fortentwicklung möglich. — Derselbe Schriftsteller erwähnt in demselben Werke an einer vorangehenden Stelle noch eines andern französischen Tonsetzers Namens G. aus dem 15. Jahrhundert, von dessen Werken Messen über französische Chansons in der päpstlichen Kapelle aufgeführt worden sein sollen. — Anzuführen ist noch, dass in der königl. Bibliothek zu München sich ein Manuscript: »Missae 4 voc. von Gascong« befindet, das, wie Gerber in seinem Tonkünstlerlexikon von 1812 ohne Angabe der Quelle angibt, von einem Contrapunktisten des 16. Jahrhunderts, Johann G., herrührt.
9Gas-Harmonika oder Gas-Accord-Harmonika nennt der Mechaniker C. A. Gruel in Berlin ein von ihm erfundenes Tonwerkzeug, das seine Entstehung den instruktiven Versuchen über die chemische Harmonika des Grafen von Schaffgotsch zu verdanken hat. Dies Tonwerkzeug, mehr akustischen als Kunstzwecken zu genügen bestimmt, besteht aus Glasröhren mit verschiebbaren Aufsätzen, in deren Untertheile durch Hähne regulirbare Flammen brennen. Eine genauere Beschreibung dieser G., wie eingehendere Erörterungen über die physikalischen Vorgänge bei der Tonbildung, findet man in Poggendorff's Annalen der Physik und Chemie Jahrgang 1858 von dem Erfinder selbst gegeben. — In neuester Zeit kam durch französische Fachblätter die Kunde, dass der Sohn des durch seine Geschichte der Militärmusik und viele andere meist instruktive Musikschriften berühmte Dr. Kastner in Paris ein für die Kunst be-
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