Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 184

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874

10 lines. Read by computer on 15 September 2026. Printed page 178. See the scan on archive.org.

1Gemengter Contrapunkt, gleichbedeutend mit verzierter Contrapunkt (Contrappunto fiorito).
3Gemengtes Metrum, eine Zusammensetzung gerader und ungerader Taktmaasse, bestehend in stets wiederkehrender Abwechselung zwei- und dreitheiliger Zeitmomente, wie z. B. im 5/4-Takte.
5Geminatae sc. claves (latein.), heissen die fünf höchsten Töne im System der Hexachorde aa ee (a1 – e2), weil sie mit doppelten Buchstaben geschrieben werden. Man nennt sie auch superacutae. S. Solmisation.
7Geminiani, Francesco, bedeutender italienischer Violinvirtuose, Instrumentalcomponist und musikalisch-didaktischer Schriftsteller, geboren um 1666 (nach Anderen um 1680) zu Lucca, war zuerst ein Violinschüler des Mailänders Carlo Ambrogio Lunati, genannt il Gobbo, der für einen Meister seines Instruments galt. Bei Corelli beendete er seine Studien und wurde als Orchesterdirektor (Concertmeister) in Neapel angestellt. Burney behauptet, dass G. vorher von Alessandro Scarlatti im Contrapunkt unterrichtet worden sei. Im J. 1714 verliess G. Neapel und begab sich nach London, wo er ein gefeierter Virtuose und gesuchter Lehrer wurde, den auch König Georg I. und der Adel in hohem Maasse begünstigten. Mit der Herausgabe von »12 Sonate a Violino, Violoncello e Cembalo op. 1« (London, 1716), dem einflussreichen Kammerherrn, Baron von Kielmannsegge gewidmet, begründete G. zugleich seinen Componistenruhm in England und sah sich in dieser Beziehung eine Stelle neben Händel eingeräumt, mit welchem Meister zusammen er auch sehr häufig in Hofconcerten wirkte. Eine unglückselige Liebhaberei für Gemälde, die er von seinem Lehrer Corelli ererbt zu haben scheint, verwickelte ihn in Schulden und kostete ihm, der nur ein geringes Verständniss für die Malerei hatte, das Vermögen, so dass er die Schuldhafth antreten musste, aus welcher ihn erst sein Schüler, der Graf von Essex, befreite. Durch den letzteren erhielt er auch 1727 als Nachfolger Cousser’s die Kapellmeisterstelle in Dublin. Nach Fétis soll er in diesem Amte, weil er Katholik war, vom Minister Walpole nicht bestätigt worden sein. Im J. 1730 war er abermals in London, machte als Componist von Violinconcerten wieder grosses Glück und arrangirte Corelli’sche Solos; bis zu einem mehr als guten Auskommen brachte er es jedoch mit diesen und anderen Arbeiten nicht; im Drurylane-Theater 1748 veranstaltete Concerte erst warfen ihm wieder reichere Einnahmen ab, die er dazu verwendete, nach Paris zu reisen, um daselbst Ausgaben seiner Werke zu veranstalten. Nach London 1755 zurückgekehrt, liess er ein Tongemälde »The enchanted forest« (nach Tasso’s befreitem Jerusalem, 13. Gesang) erscheinen, dessen erwarteter Erfolg jedoch ausblieb, weshalb er sich, seiner Productionskraft misstrauend, nur noch mit Umarrangierung seiner früheren Compositionen und mit literarischen Arbeiten beschäftigte. Namentlich setzte er grosse Hoffnungen auf ein grösseres theoretisch-musikalisches Werk, dessen Manuscript er 1761 mit nach Dublin nahm, um es seinem ehemaligen Schüler, dem dortigen Kapellmeister Matthew Dubourg vorzulegen. Dasselbe kam ihm jedoch in Irland abhanden und dieser Umstand beschleunigte seinen Tod, der zu Dublin im Hause seines Freundes und Schülers, am 17. Septbr. 1762, erfolgte. — G.’s in den Jahren 1716 bis 1758 erschienene Compositionen bestehen aus Concerti grossi, Sonaten, Trios, Violin- und Violoncell-Solos, die nach Burney’s Urtheil mehr freien Fantasien als normal gebauten Tonwerken glichen; ähnlich soll er in seinem höchst kunstfertigen Violinspiel ein ausschweifendes, allerdings imponirendes Tempo rubato begünstigt haben. Ausserdem schrieb er noch Lessons für Clavier, eine werthvolle Violinschule (London, 1740), eine »Guida armonica«, eine Guitarrenschule und einige Lehrbücher der Harmonie.
9Gemischtes Metrum ist dasjenige Metrum, dessen Grundeintheilung in zwei und in späteren, aus jener entspringenden Zerlegungen, in drei Zeittheile zerfällt, oder auch die Verdoppelung einer ungeraden Taktart, z. B. 6/8, 12/8, 4/8 u. s. w.

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.