Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 246

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874

7 lines. Read by computer on 15 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 240. See the scan on archive.org.

1schätzten theoretischen Unterricht und zählte unter seinen Schülern den berühmt gewordenen Operncomponisten Monsigny. Im J. 1758 wurde er von der Operndirektion pensionirt und starb am 19. Juni 1765 zu Paris. Sein Hauptwerk ist eine nach Rameau'schen Principien verfasste Harmonie- und Compositionslehre, betitelt: »Le guide du compositeur, contenant des règles sûres pour trouver d'abord par les consonnances ensuite par les dissonnances la base fondamentale de tous les chants possibles« (Paris, 1759). Seine Compositionen, bestehend in Violin-Sonaten ohne Begleitung, Duetten für zwei Violinen, Streichtrios, Sonaten für Violoncello, Duos für zwei Musetten und Cantatillen, sind ziemlich werth- und bedeutungslos.
3Giansetti, Giovanni Battista, auch Gianzetti geschrieben, italienischer Componist der römischen Schule, trat 1667 das Amt als Kapellmeister an San Giovanni in Laterano zu Rom an, welches er bis zum Septbr. 1675 inne hatte. In dieser Zeit veröffentlichte er zugleich: 56 Motetten für zwei, drei und vier Stimmen (Rom, 1670), Motetten für drei Sopranstimmen, und acht- und zehnstimmige Messen (Rom, 1671). Besonders berühmt wurde er jedoch durch eine 12chörige (48stimmige) Messe, welche am 4. Aug. 1675 in der Kirche Santa Maria sopra Minerva zu Rom zur allgemeinen Bewunderung zur Ausführung gelangte.
5Giardini, Felice, einer der grössten italienischen Violinvirtuosen des 18. Jahrhunderts, guter Clavierspieler und zugleich fruchtbarer und berühmter Componist, wurde im J. 1716 zu Turin geboren und, da er mit schöner Stimme begabt war, jung noch den Chorknaben des Domes zu Mailand zugeordnet, wodurch er Gelegenheit hatte, bei Paladini eine vortreffliche Ausbildung in Gesang, Clavierspiel und Composition zu erhalten. Da G. aber seine Vorliebe der Violine schenkte, so wurde er von seinem Vater dem berühmten Somis in Turin zum Unterrichte auf diesem Instrumente übergeben. Der Erfolg der Methode dieses grossen Lehrers und des Fleisses G.'s war in kurzer Zeit ein wunderbarer, und G. ging nach Rom, um eine Concertmeisterstelle zu finden und zu übernehmen; man wies ihn jedoch in dieser Beziehung seiner grossen Jugend wegen überall ab. Mehr Glück hatte er in Neapel, wo er die gewünschte Orchesteranstellung alsbald fand. Seine Sucht, im Solo wie im Accompagnement die schwierigsten und gewagtesten Verzierungen anzubringen, fand bei der grossen Menge rauschenden Beifall, soll ihm jedoch in einer Jommelli'schen Oper von Seiten des Componisten eine Ohrfeige eingetragen haben, die ihn von dieser unkünstlerischen Angewohnheit heilte. Im J. 1744 erschien G. in London und erregte als Violinist ein Aufsehen, wie es bis zu des Schauspielers Garrik's Zeiten unerhört gewesen war; zugleich verschaffte er sich durch Compositionen der verschiedensten Art Eingang beim englischen Publikum. Vier Jahre später begab er sich zu einem achtzehnmonatlichen Aufenthalt nach Paris, wo er, nachdem er im Concert spirituel Alles für sich begeistert hatte, der erklärte Liebling des Hofes wie des Publikums war. In dieser Zeit soll er auch erfolgreich in Deutschland aufgetreten sein. Nach London 1750 zurückgekehrt, benutzte er sein Ansehen, um einen bleibenden Einfluss zu erlangen. Wie sehr ihm dies gelang, bewiesen die Morgenconcerte in seinem Hause, zu denen sich die feine Welt drängte und die theuer aufgewogenen Unterrichtsstunden im Violinspiel und Gesang, die er ertheilen musste. Als Concertmeister 1755 führte er überdies eine neue Disciplin und bessere Manier des Vortrags ein. Zweimal, 1756 und 1763, machte er den Versuch als Unternehmer der italienischen Oper Glück und Glanz im grösseren Maassstabe an sich zu fesseln, bezahlte aber schliesslich das Wagniss mit Verlust seines ganzen Vermögens, und weder die Wiederaufnahme seiner Concerte und seiner Lectionen, noch die vermehrte Herausgabe der verschiedenartigsten Compositionen vermochte ihn wieder in die Höhe zu bringen. Hatte er früher seine Nebenbuhler Festing und Brown verdunkelt, so wurde er selbst jetzt durch Wilh. Cramer in den Schatten gestellt. Er verliess in Folge dessen 1784 England und ver- one of two readings
6Giardini, Felice, einer der grössten italienischen Violinvirtuosen des 18. Jahrhunderts, guter Clavierspieler und zugleich fruchtbarer und berühmter Componist, wurde im J. 1716 zu Turin geboren und, da er mit schöner Stimme begabt war, jung noch den Chorknaben des Domes zu Mailand zugeordnet, wodurch er Gelegenheit hatte, bei Paladini eine vortreffliche Ausbildung in Gesang, Clavierspiel und Composition zu erhalten. Da G. aber seine Vorliebe der Violine schenkte, so wurde er von seinem Vater dem berühmten Somis in Turin zum Unterrichte auf diesem Instrumente übergeben. Der Erfolg der Methode dieses grossen Lehrers und des Fleisses G.'s war in kurzer Zeit ein wunderbarer, und G. ging nach Rom, um eine Concertmeisterstelle zu finden und zu übernehmen; man wies ihn jedoch in dieser Beziehung seiner grossen Jugend wegen überall ab. Mehr Glück hatte er in Neapel, wo er die gewünschte Orchesteranstellung alsbald fand. Seine Sucht, im Solo wie im Accompagnement die schwierigsten und gewagtesten Verzierungen anzubringen, fand bei der grossen Menge rauschenden Beifall, soll ihm jedoch in einer Jommelli'schen Oper von Seiten des Componisten eine Ohrfeige eingetragen haben, die ihn von dieser unkünstlerischen Angewohnheit heilte. Im J. 1744 erschien G. in London und erregte als Violinist ein Aufsehen, wie es bis zu des Schauspielers Garrik's Zeiten unerhört gewesen war; zugleich verschaffte er sich durch Compositionen der verschiedensten Art Eingang beim englischen Publikum. Vier Jahre später begab er sich zu einem achtzehnmonatlichen Aufenthalt nach Paris, wo er, nachdem er im Concert spirituel Alles für sich begeistert hatte, der erklärte Liebling des Hofes wie des Publikums war. In dieser Zeit soll er auch erfolgreich in Deutschland aufgetreten sein. Nach London 1750 zurückgekehrt, benutzte er sein Ansehen, um einen bleibenden Einfluss zu erlangen. Wie sehr ihm dies gelang, bewiesen die Morgenconcerte in seinem Hause, zu denen sich die feine Welt drängte und die theuer aufgewogenen Unterrichtsstunden im Violinspiel und Gesang, die er ertheilen musste. Als Concertmeister 1755 führte er überdies eine neue Disciplin und bessere Manier des Vortrags ein. Zweimal, 1756 und 1763, machte er den Versuch als Unternehmer der italienischen Oper Glück und Glanz im grösseren Maassstabe an sich zu fesseln, bezahlte aber schliesslich das Wagniss mit Verlust seines ganzen Vermögens, und weder die Wiederaufnahme seiner Concerte und seiner Lectionen, noch die vermehrte Herausgabe der verschiedenartigsten Compositionen vermöchte ihn wieder in die Höhe zu bringen. Hatte er früher seine Nebenbuhler Festing und Brown verdunkelt, so wurde er selbst jetzt durch Wilh. Cramer in den Schatten gestellt. Er verliess in Folge dessen 1784 England und ver- one of two readings

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