Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874 › scan 254
Scan 254
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
10 lines. Read by computer on 15 September 2026. Printed page 248. See the scan on archive.org.
1erreicht hatte, ging er gegen Ostern 1782 wieder nach Italien und führte noch in demselben Jahre zu Mantua seine Oper »Il ritorno d'Ulisse« auf; dieser liess er bis 1792 für verschiedene andere Hauptbühnen seines Vaterlandes nicht weniger als 22 andere folgen, z. B. »Erifile«, »Osmane«, »Scipione«, »La Vestale« u. s. w., beschäftigte sich jedoch auch mit der Composition von Oratorien. Im J. 1793 wurde er als Kapellmeister der königl. italienischen Oper nach Lissabon berufen, starb aber daselbst schon im Mai 1794. Ausser Opern und Oratorien hat er noch Quintette, Quartette, Trios für Clavier und Bogeninstrumente, Streichquartette, Violinconcerte, Sonaten und Uebungsstücke für Clavier, italienische Canzonetten, englische Songs, Duette für zwei Sopranstimmen u. s. w. componirt und grossentheils veröffentlicht. Auch mehrere Psalme und Litanien seiner Composition sind bekannt geworden. — Sein älterer Bruder Tommaso G., zu Neapel um 1744 geboren, war bei den oben erwähnten Familienvorstellungen Buffosänger und lebte hierauf als Musiklehrer und Componist zu London. Im J. 1779 verband er sich mit Leoni, um in Dublin eine italienische Oper zu begründen, welches Unternehmen aber total missglückte. G. blieb in Dublin, verheirathete sich daselbst und lebte noch im J. 1816. Er ist der Componist des Oratoriums »Isacco« und der englischen Oper »Perseverance, or the third time is the best«, 1789 in Dublin aufgeführt. Ferner schrieb und veröffentlichte er theils in London, theils in Haag Trios für zwei Flöten und Violoncello, Flötenduette, Clavierstücke, englische Gesänge und Duettini italiani. Viele Werke seines Bruders gingen irrigerweise unter seinem Namen, so auch besonders die obengenannte Oper »Il baccio«.
3Giorgetti, Ferdinando, italienischer Violinvirtuose und Componist für sein Instrument, gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Florenz geboren, hat von seinen musikalischen Arbeiten ein Violinconcert, Duette und Variationen für Violine, Clarinette und Violoncello u. A. in Italien und zum Theil auch in Deutschland veröffentlicht.
5Giorgi, Filippo, ein vorzüglicher italienischer Operntenorist, der um die Mitte des 18. Jahrhunderts auf dem Gipfel der Gunst stand. Seine Hauptwirkungsstätten waren das Theater Argentina in Rom und das italienische Theater in St. Petersburg. — Ein älterer Zeitgenosse von ihm war Giovanni G., Componist der römischen Schule und seit 1719 Kapellmeister an der Kirche San Giovanni in Laterano. Derselbe starb im Januar 1725 zu Rom und hinterliess seine Manuscripte, bestehend in Messen, Psalmen, Offertorien u. s. w., den Kirchen San Giovanni in Laterano und Santa Maria maggiore.
7Giorgio, Giuseppe, angesehener italienischer Violinvirtuose, geboren 1777 zu Turin, war ein Schüler Colla's, erschien 1807 in Paris als Concertspieler, ohne jedoch aussergewöhnliche Beachtung zu finden. Auf Empfehlung Blangini's kam er in die Kapelle des Königs von Westphalen in Kassel und seine Gattin, eine Sängerin, an die dortige Hofoper. Nach Auflösung des westphälischen Königreichs, im J. 1813 machten Beide erfolgreiche Concertreisen, bis sich G. 1820 endlich bleibend in Paris niederliess, wo er von 1823 bis 1834 erster Violinist im Orchester der Opéra comique war. Seine Wirksamkeit als Componist bezeichnen Trios für Streichinstrumente, Violinduette, Variationen und Potpourris für Violine, welche in Paris gedruckt erschienen sind.
9Giornovichi, Giovanni Mane, in Deutschland Jarnovich genannt, ausgezeichneter und berühmter Violinvirtuose und guter Componist für sein Instrument, wurde 1745 zu Palermo geboren, erhielt seinen Musikunterricht von Lolli und galt bald als Lieblingsschüler dieses Meisters. Seine erste grosse Kunstreise führte ihn um 1770 nach Paris, wo er im Concert spirituel mit dem sechsten Violinconcerte seines Lehrers auftrat, jedoch nur einigen äusseren Beifall hatte. Erst in einem zweiten Concert und durch eine eigene Composition gewann er die Gunst der Pariser ganz und voll und zwar in dem Maasse, dass seine vornehme und elegante Art zu spielen für mustergültig erklärt wurde, so dass sich lange jeder Virtuose, um zu gefallen, darnach richten musste.
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.