Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 256

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874

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1vor. Proske kennt noch eine Anzahl der auserlesenen, von Baini ungenannt gebliebenen Compositionen in zwei- bis zwölfstimmigem Satze, die durchgängig werthvoll sein sollen und wovon eine zwölfstimmige Messe von höchster Schönheit und geistreichstem Gepräge ist. Bemerkt sei noch, dass nach Baini's Vermuthung die von Papst Paul V. angeordnete Correctur des Graduale romanum, welches hierauf in einer Prachtausgabe der Medicei'schen Druckerei in Rom in den Jahren 1614 und 1615 erschien, die Frucht vieljährigen Fleisses G.'s gewesen ist. Jedenfalls hat derselbe die Herausgabe des zweiten Theiles dieses Werks (1615) noch selbst besorgt.
3Gippenbusch, Jacob, musikgelehrter deutscher Jesuit, 1612 zu Speier geboren, trat 1629 in seinen Orden und lehrte nachgehends in Köln altclassische Literatur, zugleich als Chordirektor fungirend. Er starb am 3. Juli 1664 und hinterliess an gedruckten Compositionen: »Cantiones musicae quatuor vocum«; »Psalteriolum harmonicum cantionum catholicarum per annum quatuor vocibus concinnatum« (Köln, 1612); »Cantiones et motetiae selectissimae«.
5Gique, s. Gigue.
7Giraffe, ein nach Art des Clavicytherium aufrechtstehender Flügel, eine Erfindung der Clavierbaukunst des 18. Jahrhunderts, welche noch in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts gebräuchlich gewesen ist, dann aber durch die verbesserten aufrechtstehenden Pianofortes, die Vorläufer der Pianinos, gänzlich verdrängt wurde.
9Giraldus Cambrensis, Sylvester, englischer Gottes- und Musikgelehrter, geboren zu Mainarpa im Cambrischen im J. 1146, widmete sich dem Priesterstande und erwarb hervorragende Kenntnisse in der Philosophie und Mathematik. Zuerst Archidiaconus zu Brechin im Norden Schottlands, wurde er von dort als Bischof von Mans nach Frankreich versetzt. Da G. seiner Gelehrsamkeit wegen vom Könige von Irland auch als Erzieher der königlichen Kinder berufen wurde, so setzte es der Neid seiner Standesgenossen durch, dass G. sein Bisthum verlor. Er starb im J. 1210 oder 1214. Unter seinen Werken befinden sich auch einige, die über Musik handeln, nämlich: in seiner »Topographia Hyberniae, sive de mirabilibus Hyberniae« (Frankfurt, 1602) die Capitel 11, 12, 13, 14 und 15, deren Inhalt Walther in seinem musikalischen Lexikon kurz angiebt; und »Cambriae descriptio«, worin viel über die Musik der Wallenser mitgetheilt und sogar behauptet wird, dass man dort schon längst mehrstimmig gesungen habe.
11† Giranek, Anton, Violinist, Clavierspieler und Componist, geboren um 1712 in Böhmen, lebte einige Jahre in Prag, begab sich dann nach Warschau, wo er in der königl. Kapelle als erster Violinist angestellt wurde und starb als Musikdirektor zu Dresden am 16. Jan. 1761. — Seine Compositionen, meist ungedruckt geblieben, bestehen in 24 Violinconcerten und mehreren Concerten für Clavier, Flöte und für Gambe. G. ist der Vater der berühmten Sängerin und Tänzerin Francisca Koch (s. d.).
13Girard, französischer Violoncellovirtuose und Componist, geboren um 1735 zu Paris, war seit 1762 im Orchester der Grossen Oper und als Kammermusiker des Königs von Frankreich angestellt. Ausser einer Oper hat er Sonaten und kleinere Stücke für Violoncello componirt. — Ein Pariser Ingenieur, Namens Philippe Henri de G., geboren 1775, gestorben 1845, ist der Erfinder der sogenannten Pianos octaviants.
15Girard, Narcisse, vorzüglicher französischer Violinist und Dirigent, geboren am 27. Jan. 1797 zu Nantes, besuchte von 1817 bis 1820 das Pariser Conservatorium, an welchem Baillot auf der Violine und Cherubini im Contrapunkt seine Hauptlehrer waren. Darnach bekleidete er nach einander und zwar mit grosser Auszeichnung die Orchesterchefstellungen an der Italienischen Oper, an der Opéra comique und seit Habeneck's Tode 1849 an der Grossen Oper, bei welcher letzteren er sich mit Meyerbeer's »Propheten« vortheilhaft einführte. Seit 1847 war er auch Professor des Violinspiels am Pariser Con-

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