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Scan 257
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1servatorium. Er starb am 15. Jan. 1860; sein Nachfolger als erster Orchesterdirektor der grossen Oper war Georges Hainl. Von G.'s Werken kennt man nur die kleine komische Oper »Les deux voleurs«, welche bei ihrer Aufführung in der Opéra comique (1841) viel Glück machte.
3Giraud, François Joseph, französischer Violoncellist und Componist, war von 1762 bis Ende 1767 Mitglied des Orchesters der Grossen Oper in Paris und zugleich Kammermusiker der königl. Kapelle. Sein Ruf als Componist datirt jedoch schon lange vor dem J. 1762, indem er sehr erfolgreich Kirchenstücke im Concert spirituel zur Aufführung brachte, von denen ein »Regina coeli« besonders gerühmt wurde, wie er denn auch gemeinschaftlich mit Berton dem Aelteren die Oper »Deucalion et Pyrrha« schrieb, welche 1755 gegeben wurde. Allein componirte er noch die 1762 aufgeführte Oper »L'opéra de société«. Ausserdem hat er ein Buch Violoncello-Sonaten seiner Composition veröffentlicht. Er starb um 1790 zu Paris.
5Girbert, Christoph Heinrich, talentvoller und fleissiger Componist, wurde als der Sohn eines armen Dorfspredigers am 8. Juli 1751 zu Fröhnstockheim bei Crailsheim in Württemberg geboren. Sein Vater starb früh und G.'s zeitig hervortretendes musikalisches Talent erhielt erst einige, wiewohl mangelhafte Pflege, als sich die Mutter mit einem Geistlichen zu Alten-Schönbach bei Kloster Ebrach wieder verheirathete, der den Stiefsohn in Gesang, Clavier- und Orgelspiel unterwies. Bald versah G., so gut es anging, den Orgeldienst in der Kirche und erweckte die Theilnahme des Cantors Stadler in Limbach, der ihn einen Sommer hindurch gründlich unterrichtete. Durch Selbststudium brachte sich G. hierauf zu ungewöhnlicher Fertigkeit im Clavierspiel und Tonsatz, so dass er sich 1769 in Bayreuth niederlassen und mit gutem Erfolge Musikunterricht ertheilen konnte. Im J. 1784 trat er in die Stellung eines Musikdirektors der Schmidt'schen ambulanten Gesellschaft und brachte sieben seiner meist schon früher componirten Operetten zur Aufführung. Zwei Jahre später trennte er sich von dieser Truppe und blieb, ausschliesslich mit Musikunterricht und Composition beschäftigt, in Bayreuth, wo er um 1826 starb. Er hat Sinfonien, Quartette, viele Clavierconcerte, an 20 Sonaten und Sonatinen u. dergl. geschrieben, die einen leichten und gefälligen Styl bekunden, aber ohne grössere Tiefe und künstlerische Bedeutsamkeit sind.
7Girelli, Santino, italienischer Tonsetzer aus Brescia, von dessen Composition fünf- bis achtstimmige Messen (Venedig, 1627) übrig geblieben sind.
9Girkêh oder Girkâh nennen die Araber den etwa unserm g entsprechenden Klang ihrer Scala. Die Klänge der arabischen Tonleiter, ungefähr denen der Männerstimme gleich kommend, benennt man nämlich in der kleinen Octave jeden mit einem besonderen Namen. Jede tiefere Octave heisst wie die höhere, nur erhält der Name das Vorwort Qab (s. d.), was so viel als »Haupt«, »Erstes« bedeutet. Jede höhere, durch Instrumente darstellbare Octave bezeichnet man mit dem einfachen Tonnamen, ohne Rücksicht, welcher Octave er angehört. So nennt man z. B. bei Zamr-el-soghayr (s. d.) das g¹, g² und g³ nur schlechtweg Girkêh.
11Girolamo di Navarra, berühmter spanischer Tonsetzer aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, der aber in Italien lebte und dort auch zu Ruf und Bedeutung gelangte. So berichtet Arteaga, ohne den dieser Name ganz unbekannt geblieben wäre, in seiner Geschichte der Oper. Gerber in seinem Tonkünstlerlexikon von 1812 hält G. für identisch mit Girolamo da Monte del Olmo, dessen Autorname auf einem gedruckten Motettenwerke steht und von dem man ebenfalls nichts mehr weiss. — Ein Zeitgenosse G.'s war G. da Udine, der sich auf seinem didaktischen Werke »Il vero modo di diminuire con tutte le sorti di stromenti« (Venedig, 15??) Capo de' concerti delli stromenti di fiato della illustr. signoria di Venezia, d. i. Rathsconcertmeister in Venedig, nennt, und nach Garzoni's »Piazza universale di tutte le professioni del mondo« (Venedig,
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