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Scan 292
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1einen Ertrag von über 800 Thalern zuführte. Nachdem er noch 1821 Universitäts-Musiklehrer geworden war, starb er schon am 26. Jan. 1823. Von seinen Compositionen ist nichts in die grössere Oeffentlichkeit gedrungen; dafür ist ihm der Ruf geblieben, ein ausgezeichneter Musiker und Lehrer, ein vor trefflicher Clavier-, Violin-, Violoncello- und Harmonicaspieler gewesen zu sein, der unablässig thätig für das Gedeihen der Tonkunst gewesen ist.
3Göpfert, Karl Andreas, ausgezeichneter deutscher Clarinettvirtuose und tüchtiger Componist für Harmoniemusik, wurde am 16. Jan. 1768 zu Rimpar bei Würzburg geboren, wo sein Vater Amtschirurg war. Der dortige Schullehrer unterrichtete ihn zugleich im Gesang, Clavier- und Orgelspiel, bis er diese Uebung auf der Schule zu Würzburg seit 1780 mit Lectionen auf der Clarinette beim Kammermusiker Ph. Meissner vertauschte. Bereits wurde er als Clarinettist allgemein angestaunt, als er sich auch mit Harmonie- und Compositionslehre zu befassen anfing. Als erster Clarinettist ward er 1788 in die Hofkapelle nach Meiningen gezogen und bald darauf auch als Musikkdirektor des Militaircorps daselbst angestellt. Urlaubs- und Abschiedsgesuche, die er, als ihm vortheilhafte Stellungen, besonders in Wien, winkten, wiederholt einreichte, wurden unter Vorhaltung von Gehaltsaufbesserungen stets abgeschlagen, so dass G. nur als fleissiger und tüchtiger Componist, nicht aber als Virtuose im Auslande nach Gebühr gewürdigt werden konnte. Indessen erkannte König Friedrich Wilhelm III. von Preussen G.'s Verdienste durch ein gnädiges Handschreiben mit beigefügter grosser goldener Medaille für Kunst und Wissenschaft an, als G. eine grosse Fantasie für Harmoniemusik zur Feier des 18. Octobers den verbündeten Monarchen 1815 zugeeignet hatte. Als achtungswerther Künstler und als liebenswürdiger biederer Mensch hochgeehrt, starb G. am 11. April 1818 zu Meiningen an gänzlicher Entkräftung in Folge heftiger und anhaltender Brustkrämpfe. — Seine Compositionen, von denen etwa 40 Werke gedruckt erschienen sind, bestehen in der Oper »der Stern des Nordens« (1805), Concerten und Doppelconcerten für Clarinette und für andere Blaseinstrumente, Variationen für Flöte, Harmoniemusiksätzen, Quartetten für Clarinette und Streichinstrumente, Clarinettenduos und Uebungen, Stücken für Guitarre, Liedern, einer Ouvertüre für Orchester, einem Quartett für vier Hörner, Sonaten für Clavier und Horn u. s. w. Ausserdem hat er u. A. »die Schöpfung« von Haydn und mehrere Opern, Sinfonien u. s. w. für zwölfstimmige Harmoniemusik arrangirt.
5Göpfert, Karl Gottlieb, vorzüglicher deutscher Violinvirtuose, geboren 1733 zu Weesenstein bei Dresden als der Sohn des Cantors und Musikdirektors Johann Gottlieb G., eines für seine Zeit nicht unbedeutenden Kirchencomponisten, besuchte die Kreuzschule in Dresden und wurde seiner schönen Sopranstimme wegen zugleich in den Kirchenchor gezogen. Sein Lieblingsinstrument war die Violine, die ihn 1753 auch auf die Universität nach Leipzig, wo er unter Entbehrungen juristischen Studien oblag, begleitete. Um der Kaiserkrönung beizuwohnen, reiste er 1764 nach Frankfurt a. M. Dort lernte er u. A. Dittersdorff kennen, der auf sein Violinspiel den vortheilhaftesten Einfluss ausübte, so dass G., nach Leipzig zurückgekehrt, allgemein bewundert und bewogen wurde, sich ausschliesslich der Musik zu widmen. Von 1765 bis 1769 war er zuerst Solospieler in dem sogenannten grossen Concert, das damals in den drei Schwanen stattfand (s. Gewandhaus) und dann Direktor und Vorgeiger in dem sogenannten Gelehrten- und Richter'schen Concerte in Leipzig. Keiner der grossen Virtuosen, die sich damals in Leipzig hören liessen, soll ihn in gesangreichem Ton und gewandter Bogenführung erreicht haben. Im J. 1769 besuchte er Berlin, wo er sich ein Jahr lang fesseln liess. Hierauf im Begriff, nach London zu reisen, liess er sich von der verwittweten Herzogin von Sachsen-Weimar bestimmen, als Kammermusiker in die dortige Hofkapelle zu treten. Wenige Monate darauf wurde er Orchesterdirektor und Concertmeister, in welchen Stellungen er sich sehr auszeichnete. Einen zwei-
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