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Scan 302
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1Gesang erreicht die Zahl 124; meist in einem angenehmen, leicht fasslichen Style geschrieben, sind sie schneller Vergänglichkeit geweiht. Viele dieser Arbeiten sind übrigens für instructive Zwecke bestimmt, für welchen Zweck er auch eine »Praktische Gesangschule« (Offenbach, André) und einen »Leitfaden für junge Musiklehrer« verfasste. Dies führt zu einer Uebersicht der zahlreichen schriftstellerischen Werke G.'s, von denen an diesem Orte nur die musikalischen in Betracht kommen. Uebersetzt hat er an zwanzig Operntexte und selbst gedichtet wohl ebenso viele. Unter den letzteren befindet sich ein solcher zu einer bis auf die Ouvertüre und den Schlusschor vollendeten Oper von Mozart, deren ursprüngliche Dichtung von Schachner ist und die G. mit Beibehaltung des Planes umgearbeitet und mit dem Titel »Zaide« versehen hat (Vgl. Otto Jahn's »Mozart«, Leipzig, 1856, II. S. 440 u. ff.). Ausser theoretischen und kritischen Aufsätzen in musikalischen und anderen Zeitschriften (besonders in der Neuen Zeitschr. f. Musik) erschienen von G. noch folgende selbstständige Schriften: »Karl Guhr, Necrolog« (Frankfurt, 1848); »Herr Fétis, Vorstand des Brüsseler Conservatoriums, als Mensch, Kritiker, Theoretiker und Componist u. s. w.« (Leipzig, 1852); Handlexikon der Tonkunst« (2 Thle. in 1 Bde., Offenbach, 1858) und »Auto-Biographie. Nebst einigen Momenten aus der Geschichte des Frankfurter Theaters« (Frankfurt, 1866).
3Goltermann, Georg Eduard, ausgezeichneter Violoncellovirtuose und gewandter Componist, geboren 1825 in Hannover, erhielt seine musikalische Ausbildung in seiner Vaterstadt und in München. Nachdem er sich auf Reisen seit 1850 als reproducirender Künstler höchst vortheilhaft bekannt und namentlich in Leipzig 1851 als Virtuose wie als Componist Furore gemacht hatte, erhielt er 1852 in München, wohin er zurückgekehrt war, einen Ruf als Musikdirektor nach Würzburg und bald darauf die Stelle eines Kapellmeisters in Frankfurt a. M. In der letzteren Stadt lebt er noch gegenwärtig. Seine Compositionen zeigen ein achtbares Talent und ein edles Streben; namentlich um die sonst nicht gerade reich bedachte Violoncello-Literatur hat er sich hoch anzuschlagende Verdienste erworben. Im Druck erschienen sind von seinen Arbeiten: Sinfonien, Ouvertüren, Concerte und Solostücke für Violoncello, Sonaten für Pianoforte und Violoncello, endlich auch Lieder, welche den besseren Erzeugnissen dieser Gattung angehören. — Nicht zu verwechseln mit ihm ist Louis G., gleichfalls ein trefflicher Violoncellist und ebenfalls 1825, aber in Hamburg geboren. Derselbe erhielt 1850 die Stelle als Professor seines Instruments am Conservatorium der Musik zu Prag, die er bis 1861 inne hatte, in welchem Jahre er als erster Violoncellist an die Hofkapelle nach Stuttgart berufen wurde. Auf diesem Posten ist er auch gegenwärtig noch thätig.
5Gomant, Abbé, geistreicher und intelligenter französischer Musikfreund zu Paris, veröffentlichte ein »Manuel du chantre« (Paris, 1837), ein Werk, welches durch seinen Text, in welchem u. A. eine neue Methode für den Gesangunterricht dargelegt wird, wie durch seine zahlreichen Musikbeispiele anziehend und belehrend zugleich ist.
7Gomart, Charles Marie Gabriel, musikgelehrter französischer Dilettant, geboren 1805 zu Hara im Departement der Somme, schrieb u. A. über die musikalischen Zustände und die berühmten Tonkünstler von Saint-Quentin, in welchem Werke wichtige Aufschlüsse und interessante Notizen über die Musik im nördlichen Frankreich während des 16. Jahrhunderts enthalten sind.
9Gombert, Jean (Giovanni), jedenfalls ein niederländischer Tonkünstler, der nach Baini's Zeugniss um 1460 als Sänger der päpstlichen Kapelle in Rom angestellt war. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Folgenden:
11Gombert, Nicolas, einer der grössten niederländischen Contrapunktisten, war ein Schüler des Josquin des Près. Von seinen Lebensumständen weiss man bis jetzt nur, dass er in seinen späteren Mannesjahren als Nachfolger des Clemens non papa Kapellmeister des Kaisers Karl V. war, und dass er um die
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