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Scan 323
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
10 lines. Read by computer on 15 September 2026. Printed page 317. See the scan on archive.org.
1strument, war 1753 und später erster Flötist im Orchester des Théâtre français zu Paris und hat von seinen Arbeiten Solostücke und Duette für zwei Flöten veröffentlicht.
3Gouvy, Theodor, gediegener und geschmackvoller Componist der Gegenwart, geboren 1822 zu Goffontaine bei Saarbrück, war der Sohn eines sehr begüterten Besitzers von Eisengiessereien und wurde, trotz von früh auf bekundeter Vorliebe und grossem Talente für die Musik, für das Rechtsstudium bestimmt. Zu diesem Zwecke musste G. von 1840 an die Ecole des droits zu Paris besuchen. Der Genuss der dortigen Conservatoriumsconcerte jedoch befestigte in ihm den Entschluss, sich ausschliesslich der Tonkunst zu widmen, und er begann alsbald damit, dass er sich bei Elwart, dem angesehenen Professor der Harmonielehre am Conservatorium, eifrigen Compositionsstudien hingab. Seine Vermögensumstände gestatteten ihm, seiner weiteren Ausbildung im Auslande nachzugehen, und er besuchte zunächst Deutschland, auf welcher Reise er ein volles Jahr in Berlin verweilte und sodann beinahe 1 1/2 Jahre lang Italien. Nach Paris 1847 zurückgekehrt, veranstaltete er alsbald, um sich dem französischen Publikum vorzustellen, ein Concert, in welchem er u. A. eine Sinfonie und zwei Ouvertüren seiner Composition zur Aufführung brachte, von denen die Kritik mit der grössten Achtung sprach. G. nahm seitdem seinen bleibenden Aufenthalt in Paris und beschenkte, in unabhängigen Verhältnissen lebend, die musikalische Welt jahraus jahrein mit grösseren und kleineren Orchester- und Kammermusikwerken, von denen mehrere Sinfonien und Claviertrios auch in Köln, Leipzig und Berlin zu erfolgreicher Aufführung gelangten. In neuester Zeit lässt es sich die Direktion des Concert national zu Paris angelegen sein, durch häufige Vorführung der neuesten Arbeiten des noch immer fleissig schaffenden Componisten, den Namen desselben auf dem Laufenden zu erhalten, und in der That hat man in ihnen stets von Neuem, wenn auch keine überwältigenden Eindrücke und Kühnheiten der Conception, auch keine ausgesprochene Neuheit der Erfindung, doch eine geistreiche Lebendigkeit, feine, pikante Harmonisirung und Instrumentirung, sowie Sinn für Form und fliessende Melodik gefunden. Bekannt geworden sind von seinen Compositionen etwa acht Sinfonien, eben so viele Concertouvertüren, eine Reihe von Trios für Pianoforte, Violine und Violoncello, ein Clavierquintett, eine Sonate und Serenaden für Pianoforte, mehrere Streichquartette, eine Vocalmesse für Männerchor u. s. w., von denen Vieles auch im Drucke erschienen ist. Nur durch das vorwiegend rhythmische Element in diesen Werken bekundet G. den geborenen Franzosen; die sich darin aussprechende Kunstgesinnung ist echt deutsch, und es ist nicht minder bezeichnend, dass G. das Deutsche so spricht, dass der Ausländer in ihm nicht zu erkennen ist.
5Gouy, Jean de, auch de Goui geschrieben, französischer Componist der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, hat Airs, Chansons u. dergl. geschrieben, die noch sehr lange hin in Frankreich ebenso berühmt wie populär waren und sich zahlreich in den ältesten Vaudevilles finden.
7Gow, Neil, ist der Name eines in den schottischen Hochlanden bei Dunkeld sehr geschätzt gewesenen Sackpfeifenspielers, der ums Jahr 1800 im 72. Lebensjahre stand. In Garnet's »Observations on a tour through the Highlands of Scotland« (London, 1800) befindet sich im 2. Bande sein in Kupfer gestochenes Bildniss.
9Gowa, Albert, vortrefflicher deutscher Violoncellist, geboren am 14. April 1843 zu Hamburg, vollendete seine musikalischen Studien im Conservatorium zu Leipzig besonders, was sein Instrument anbetrifft, bei Davidoff und Grützmacher und liess sich hierauf in Berlin und andern deutschen Städten, 1867 auch in London und ein Jahr später in Kopenhagen mit grossem Beifall hören. Von 1867 bis 1868 war er bei der philharmonischen Gesellschaft in Hamburg engagirt und wurde hierauf als Solovioloncellist des Fürsten in die schaumburg-lippe'sche Hofkapelle gezogen. Gegenwärtig lebt er wieder in Hamburg
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