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Scan 338
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1solcher 1776. Er hat sich durch sein Werk: »A Biographical History of England, from Egbert the Great to the Revolution etc.« (4 Bde., London, 1769), das u. A. von 36 englischen Tonkünstlern und Musikgelehrten die Bildnisse und Lebensbeschreibungen enthält, welche Forkel in seiner Literatur namentlich aufführt, um die Musikgeschichte verdient gemacht.
3Grani, Aloisio, italienischer Instrumentalmusiker des 17. Jahrhunderts, war bei der republikanischen Kapelle zu Venedig angestellt und gab Sonate concertate a 5 voci seiner Composition heraus.
5Granier, Louis, französischer Componist, geboren 1740 zu Toulouse, machte daselbst seine musikalischen Studien und war noch fast ein Jüngling, als man ihm schon die Direktion des Opernorchesters zu Bordeaux übertrug. Nebenbei pflegte er besonders das Violinspiel, in welchem er auch schliesslich eine solche Virtuosität erlangte, dass man weithin seine Kunst rühmte. Dieser Ruf verschaffte ihm die Stellung eines ersten Violinisten und Vorspielers im Theaterorchester des Herzogs von Lothringen zu Brüssel. In dieser Stellung machte er sich durch die Composition der Chöre zu Racine's »Athalie« einen guten Namen und bildete dort, sowie seit 1767 als königl. Kammermusiker zu Paris auch mehrere später geachtete Violinvirtuosen aus, von denen besonders Trial namhaft hervortrat. Ausserdem schuf er in den siebzig Jahren noch mehrere Ballets und Divertissements, sowie gemeinschaftlich mit Berton dem Älteren die Opern »Bellérophon« und »Théonis«, die sich eines lebhaften Beifalls erfreuten, ihn fast zum Tageshelden in Paris machten und 1780 zur Stellung eines Inspectors des Operntheaters daselbst verhalfen. Im J. 1787 zog er sich mit Pension in seine Vaterstadt zurück und starb daselbst im J. 1800. Ausser den schon aufgeführten Werken sind auch Sonaten und andere Stücke für Violine von ihm erschienen. — Ein älterer Zeitgenosse G.'s war François G., Mitglied der Akademie der schönen Künste zu Paris, welcher als op. 1 sechs Violoncellsolos seiner Composition (Paris, 1754) herausgab. — Ein Matthias G. war ums Jahr 1564 Kammermusiker und Violonbassspieler des Königs Karl IX. von Frankreich und soll viele Kirchensachen und andere musikalische Arbeiten haben drucken lassen, die meist der Königin Magaretha zugeeignet waren. Derselbe starb um 1600 zu Paris.
7Granjon, Robert, französischer Componist des 16. Jahrhunderts, hat seinen Namen dadurch erhalten, dass er 1586 als einer der Ersten eine Passionsmusik nach den Worten der vier Evangelisten componirt hat.
9Granom, ein (wahrscheinlich englischer) adliger Musikdilettant, der auf der Flöte eine grosse Fertigkeit besass und 1760 als op. 1. zu London sechs Flötensolos, sowie alsbald hierauf sechs Flötentrios seiner Composition veröffentlichte. Fünfzig Jahre später erschien von ihm auch noch ein »Dictionnaire des musiciens« (Paris, 1810).
11Granzin, Louis, gründlich gebildeter deutscher Tonkünstler, geboren um 1810 zu Halle an der Saale, begann und vollendete daselbst, besonders unter Naue und Niemeyer, eingehende Musikstudien, kam zuerst als Cantor und Musiklehrer der Stadtschule nach Marienwerder und von dort 1840 als Organist nach Danzig. In einem zur Aufführung gelangten Oratorium »Tobias«, sowie in Kirchen- und Schulcompositionen, Liedern u. s. w. hat er von einer aussergewöhnlichen Befähigung Zeugniss abgelegt. Ebenso enthält die Leipziger Allgemeine Musikzeitung einige treffliche Artikel aus seiner Feder.
13Graphäus, Hieronymus, deutscher Tonsetzer aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, zu Nürnberg geboren und ebendaselbst im J. 1556 gestorben, veröffentlichte u. A. eine »Missa tredicino quatuor vocum« (Nürnberg, 1530). — Ein Zeitgenosse gleichen Namens, bekannt auch unter dem lateinischen Gelehrtennamen Cornelius Scribonius, wird von Walther als ebenso vortrefflicher Redner, Dichter, wie Musiker bezeichnet. Geboren 1482 im Flandrischen, starb derselbe am 19. Decbr. 1558 als Archivarius und Rathssecretair zu Antwerpen.
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