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Scan 339
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1Grapp, ein deutscher Orgelbauer im Anspach'schen, der nach Sponsel, Orgelhistorie S. 120 in Gemeinschaft mit Prediger 1694 das Werk in der Stadtkirche zu Anspach, welches 26 klingende Stimmen, zwei Manuale und Pedal besass, für 6000 Gulden vollendete.
3Gras, Julie Aimée, geborene Dorus (s. d.).
5Grasemann, Karl Friedrich Eduard, trefflicher deutscher Waldhornist, geboren am 3. Decbr. 1819 zu Berlin, trat 1838 in das Musikcorps des Garde-Schützen-Bataillons und 1845 in das des Kaiser Alexander-Regiments daselbst. Im J. 1847 erhielt er die Anstellung als Kammermusiker in der königl. Kapelle, auf welchem Posten er noch gegenwärtig thätig ist.
7Grassbach, Valentin, ein musikkundiger Theologe, findet in älteren Wörterbüchern Erwähnung, weil er als Student zu Jena eine von ihm gesetzte Composition des fünften Verses aus dem 62. Capitel des Jesaias (Jena, 1622) veröffentlichte, die er zur Hochzeitfeier eines Georg Heinrich von Raschau bestimmt hatte. Auch Compositionen von anderen Versen aus dem Jesaias werden ihm zugeschrieben.
9Grasse, Balthasar, deutscher Orgelbauer zu Breslau, vollendete zu Habelschwerdt im J. 1612 ein Werk mit 24 Stimmen, zwei Manualen und Pedal. Vgl. Breslauische Nachrichten von Organisten S. 44.
11Grasser, eines Bauern Sohn, war zur Zeit Orlando di Lasso's Mitglied der Münchener Hofkapelle und seiner tiefen Bassstimme wegen berühmt. Vgl. Praetorius, Synt. mus. T. II p. 17.
13Grasset, Jean Jacques, vorzüglicher französischer Violinvirtuose und Componist für sein Instrument, wurde um 1769 zu Paris geboren und erhielt von Berthaume einen gediegenen Unterricht auf dem von ihm gewählten Instrumente. Die Revolutionsstürme zwangen ihn wie so viele Künstler, in die Armee einzutreten, mit welcher er die italienischen und deutschen Feldzüge mitmachte. Erst im J. 1800 wurde er entlassen und kehrte nach Paris zurück, wo er auch unter mehreren Mitbewerbern alsbald die durch Gavinié's Tod erledigte Stelle eines Professors für das Violinspiel am Conservatorium erhielt und sich auch später häufig öffentlich hören liess. Ausserdem wurde er Violinist im Orchester der Grossen Oper und dirigirte 1802 die Concerte in der Rue Clery. Nach Bruni's Abgange von der italienischen Oper erhielt G. dessen Musikdirektorstelle und hatte dieselbe unter verschiedenen Unternehmern bei nahe 25 Jahre hindurch, bis 1829, inne, in welchem Jahre er sich zurückzog. Als Componist zeichnete sich G. durch anmuthigen und geschmackvollen Styl aus. Man hat von ihm drei Violinconcerte, viele Violinduos und Airs variés für eine und zwei Violinen und als op. 3 auch eine Sonate für Pianoforte und Violine.
15Grasseyement oder parler gras (franz.) nennen die Franzosen die affectirte, übertriebene und, da mit der Kehle erzeugt, fehlerhafte Aussprache des R in der Rede oder im Gesange (z. B. Rrrorrrrate coeli, grrrrand ciel etc), womit manche, besonders Pariser Sänger und Schauspieler coquetieren. Im Deutschen hat man keinen besonderen Kunstausdruck dafür.
17Grassi, ein ziemlich häufig vorkommender Name italienischer Tonkünstler und besonders Sänger, dessen für die Musikgeschichte bedeutendste Träger sind: 1) Bernardo Pasquino G., ein Sänger aus Mantua, wurde 1616 mit 360 Thalern Gehalt in die Kapelle des Kurfürsten Johann Sigismund von Brandenburg gezogen und sang noch 1655, wo er als Tenorist in den Diensten des deutschen Kaisers Ferdinand III. zu Wien stand. — 2) Cecilia G., s. Bach (Johann Christian). — 3) Francesco G., war zu Ende des 17. Jahrhunderts Kapellmeister an der Kirche San Giacomo degli Spagnuoli und darnach an der des heiligen Kindes Jesus zu Rom. Er hat mehrere Kirchengesänge zu vier und acht Stimmen im Manuscript hinterlassen, von denen sich ein in contrapunktischer Hinsicht interessantes, auf 21 Blätter geschriebenes achtstimmiges Miserere in der k. k. Hofbibliothek zu Wien befindet. Ein Orato-
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