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Scan 340
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1rium seiner Composition: »Il trionfo de' giusti« führte G. noch selbst im Jahre 1701 in der Kirche della pietà zu Rom auf. — 4) Luigi G., ein berühmter Tenorsänger aus Rom, kam 1766 nach Deutschland und wurde 1768 für die königl. Oper in Berlin engagirt, der er ununterbrochen fast zwanzig Jahre hindurch angehörte. Nach eingetreterner Invalidität setzte ihm König Friedrich Wilhelm II. 1788 eine Jahrespension von 500 Thalern aus, mit der sich G. nach Pisa zurückzog. Dort beschäftigte er sich künstlerisch mit der Composition von kleineren Clavierstücken im Tagesgeschmacke (meist Variationen über beliebte Opernthemen) und starb daselbst im J. 1807. — 5) Maddalena G., eine geschätzte Opernsängerin, um 1780 zu Parma geboren, erlernte Gesang und überhaupt Musik bei Toscani und debütierte 1806 auf der Opernbühne ihrer Geburtsstadt. Von da an sang sie noch eine Reihe von Jahren mit vielem Erfolge auch auf anderen Theatern ihres Vaterlandes.
3Grassine, Francesco Maria, italienischer Tonsetzer aus dem 17. Jahrhundert, von dessen Compositionen noch zwei- bis fünfstimmige Motetten übrig geblieben sind.
5Grassineau, Jacques (James), englischer Musikliterat, von französischen Eltern um 1715 zu London geboren, erhielt eine tüchtige wissenschaftliche Bildung und trieb dilettirend auch Musik. Herangewachsen übernahm er eine Secretairsstelle, zuerst bei einem Apotheker, dann beim Dr. Pepusch, der ihn die von Meibom lateinisch herausgegebenen Schriften der griechischen Musikschriftsteller in's Englische übersetzen liess. Hierauf übertrug ihm Pepusch die Uebersetzung von Brossard's »Dictionnaire de musique« und fügte derselben selbst Erweiterungen und einige Originalartikel hinzu. Dieses erste englische musikalische Lexikon, betitelt: »A musical dictionary etc.« (London, 1740), ist nicht fehlerlos, besonders in der Uebertragung von Kunstausdrücken. Robson fügte demselben, da G. mittlerweile gestorben war, ein noch mangelhaftes, von Fehlern wimmelndes Supplement (London, 1769) hinzu, welches aus dem Rousseau'schen Dictionnaire gezogen ist.
7Grassini, Giuseppa, berühmte und hochgefeierte italienische Opernsängerin, wurde 1775 zu Varese in der Lombardei geboren, wo ihr Vater Landmann war. Ihre schon früh allgemeines Aufsehen erregende herrliche Stimme, zu der sich eine seltene Körperschönheit gesellte, veranlasste den General Belgiojoso in Mailand, das junge Mädchen bei den besten Lehrern seiner Stadt musikalisch ausbilden zu lassen, so dass sie schon 1794 in den Contr'altparthien von Zingarelli's »Artaserse« und Portogallo's »Demofoonte« mit dem denkbar glänzendsten Erfolge am Scalatheater in Mailand debütiiren konnte. Als bald begann ihr Triumphzug über die ersten Bühnen Italiens, der bis 1800 dauerte. Nach der Schlacht bei Marengo hörte sie Napoleon in Mailand und zog sie nach Paris, wo sie zuerst das grosse Nationalfest auf dem Marsfelde durch ihren Gesang verherrlichte und hierauf auch in Concerten Alles entzückte. Sodann bereiste sie Deutschland und sang u. A. im November 1801 zu Berlin. Im J. 1802 wurde sie mit einem Gehalt von 3000 Pfund Sterl. für die italienische Oper in London gewonnen, bis sie 1804 Napoleon für die Kaiserfeste am Hofe und im Theater nach Paris berief und sie während seiner Regierung zu fesseln wusste. Nach dem Sturze des Kaiserreichs kehrte sie in ihr Vaterland zurück, wo sie noch häufig, u. A. 1817 in Concerten zu Mailand sang. Bald darauf aber zog sie sich von der Oeffentlichkeit zurück und nahm ihren Aufenthalt abwechselnd in Paris und Mailand. In der letzteren Stadt starb sie zu Anfange des Jahres 1850. — Ihre Stimme war ein unvergleichlich mächtiger und sonorer tiefer Alt und ihre Singweise, Auffassung und Ausdruck von edelster Schönheit und tief ergreifender Wirkung.
9Gratia, richtiger Grazia (s. d.), ebenso Gratiani für Graziani (s. d.).
11Grau, H., rühriger Opernunternehmer deutscher Abkunft in den nordamerikanischen Freistaaten, der sich mit wechselndem Glücke, besonders als Direktor des New-Yorker deutschen Stadttheaters, bemüht hat, den grossen
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