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Scan 341
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
10 lines. Read by computer on 15 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 335. See the scan on archive.org.
1Opern deutscher, französischer und italienischer Componisten Eingang in Amerika zu verschaffen. Nachdem er im Januar 1874 mit Erfolg den Versuch wieder aufgenommen hatte, die Deutschen in New-York für R. Wagner's »Lohengrin« zu interessiren, geht er gegenwärtig mit dem Plane um, Verdi's »Aida« zuerst in Amerika zur Aufführung zu bringen. — G. ist auch der Name einer deutschen Altsängerin der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, welche sich um 1783 in kurkölnischen Diensten befand und der grosser Geschmack im Vortrage nachgerühmt wurde. one of two readings
2Opern deutscher, französischer und italienischer Componisten Eingang in Amerika zu verschaffen. Nachdem er im Januar 1874 mit Erfolg den Versuch wieder aufgenommen hatte, die Deutschen in New-York für R. Wagner’s »Lohengrin« zu interessiren, geht er gegenwärtig mit dem Plane um, Verdi’s »Aida« zuerst in Amerika zur Aufführung zu bringen. — G. ist auch der Name einer deutschen Altsängerin der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, welche sich um 1783 in kurkölnischen Diensten befand und der grosser Geschmack im Vortrage nachgerühmt wurde. one of two readings
4Graul, Marcus Heinrich, trefflicher deutscher Violoncellist, geboren zu Eisenach, war von 1742 bis 1798 königl. Preussischer Kammermusiker und soll als Concertspieler Hervorragendes geleistet haben. Einige seiner Compositionen für Violoncello, welche sich noch mitunter finden, zeugen von vieler Satzgewandheit.
6† Graumann, Johann, auch Gramann geschrieben und gräcisirt Poliander genannt, deutscher Kirchenlieddichter mit dem Beinamen »der Preussische Orpheus«, war 1487 zu Neustadt in Baiern geboren und starb 1541, nachdem er mit Paul Speratus den Grund zur Reformation in Preussen gelegt hatte, als Prediger an der altstädtischen Kirche zu Königsberg. Martin Chemnitz berichtet über ihn: »Herzog Albrecht hat durch ihn den 103. Psalm gesangweise in gute, schöne deutsche Verse bringen lassen, unter einem freudigen Tenor, welcher, eben wie die Worte lauten, auch durch den Gesang das Herz erwecken und aufmuntern mag«. Diesem wie auch andern Zeugnissen zufolge ist G. nicht allein der Dichter, sondern auch der Componist dieses allbekannten, übrigens einzig von seinen Kirchengesängen erhalten gebliebenen Dankliedes (»Nun lob mein seel den Herren«).
8† Graun, Karl Heinrich, Kapellmeister der Grossen Oper zu Berlin und einer der während des 18. Jahrhunderts am Höchsten verehrten Componisten von Kirchenmusiken, Opern und Liedern, wurde am 7. Mai 1701 zu Wahrenbrück (im jetzigen preussischen Regierungsbezirke Merseburg) als der jüngste von drei Brüdern geboren, welche sich ebenfalls durch musikalisches Talent auszeichneten, und von denen der älteste, August Friedrich G. als Cantor 1771 in Marburg starb, der zweite, Johann Gottlieb G., weiter unten besonders erwähnt wird. Der Vater, August G., bekleidete die Stellung eines Acciseeinnnehmers in Wahrenbrück. Schon als Knabe zeichnete G. sich durch eine herrliche Sopranstimme aus und wurde, nachdem er die Kreuzschule in Dresden seit etwa 1713 besucht und daselbst eine gute Ausbildung, im Gesange vom Cantor Grundig, im Orgel- und Clavierspiel von Christian Petzold erhalten hatte, als Rathsdiscantist in den Chor aufgenommen. Für Grundig und dann für dessen Nachfolger componirte G. bereits als achtzehnjähriger Jüngling eine so grosse Anzahl von Kirchenmelodien, dass sie zusammen zwei Kirchenjahrgänge ausmachen würden; auch entstand damals schon von ihm eine grössere, noch vorhandene Passionscantate (»Lasset uns aufsehen«). Während seine Stimme sich in einen schwachen, aber überaus angenehmen Tenor veränderte, die erst mit der Zeit einer Entwicklung fähig war, benutzte G. diesen Zwischenraum zum eingehenderen Studium der Composition unter Leitung des königl. Kapellmeisters Joh. Christoph Schmidt in Dresden und hatte Gelegenheit, verschiedene Opern Lotti's unter dessen eigener Leitung und von den vorzüglichsten Gesangskräften zu hören. Ein merkwürdiges Ereigniss, das von Vielen als gutes Omen für seinen späteren Künstlerruhm gedeutet wurde, bezeichnete das Ende seines Aufenthalts daselbst. Wenige Tage vor der Abreise, als er in dem Garten-Pavillon eines seiner Freunde componirte, brach plötzlich ein Gewitter herein. Kaum hatte G. sich aus dem Pavillon geflüchtet, als ein Blitzstrahl herabfuhr und den Tisch nebst der Partitur zerstörte. Mit seinen Freunden und Kunstgenossen Quantz, Pisendel und dem Lautenisten Weiss trat G. bald darauf (1723) eine Reise nach Prag an, um der Aufführung der neuen Oper »Costanza e Fortezza« von Fux beizuwohnen. Wenige Jahre später one of two readings
9† Graun, Karl Heinrich, Kapellmeister der Grossen Oper zu Berlin und einer der während des 18. Jahrhunderts am Höchsten verehrten Componisten von Kirchenmusiken, Opern und Liedern, wurde am 7. Mai 1701 zu Wahrenbrück (im jetzigen preussischen Regierungsbezirke Merseburg) als der jüngste von drei Brüdern geboren, welche sich ebenfalls durch musikalisches Talent auszeichneten, und von denen der älteste, August Friedrich G. als Cantor 1771 in Marburg starb, der zweite, Johann Gottlieb G., weiter unten besonders erwähnt wird. Der Vater, August G., bekleidete die Stellung eines Acciseeinnnehmers in Wahrenbrück. Schon als Knabe zeichnete G. sich durch eine herrliche Sopranstimme aus und wurde, nachdem er die Kreuzschule in Dresden seit etwa 1713 besucht und daselbst eine gute Ausbildung, im Gesange vom Cantor Grundig, im Orgel- und Clavierspiel von Christian Petzold erhalten hatte, als Rathsdiscantist in den Chor aufgenommen. Für Grundig und dann für dessen Nachfolger componirte G. bereits als achtzehnjähriger Jüngling eine so grosse Anzahl von Kirchenmelodien, dass sie zusammen zwei Kirchenjahrgänge ausmachen würden; auch entstand damals schon von ihm eine grössere, noch vorhandene Passionscantate (»Lasset uns aufsehen«). Während seine Stimme sich in einen schwachen, aber überaus angenehmen Tenor veränderte, die erst mit der Zeit einer Entwicklung fähig war, benutzte G. diesen Zwischenraum zum eingehenderen Studium der Composition unter Leitung des königl. Kapellmeisters Joh. Christoph Schmidt in Dresden und hatte Gelegenheit, verschiedene Opern Lotti’s unter dessen eigener Leitung und von den vorzüglichsten Gesangskräften zu hören. Ein merkwürdiges Ereigniss, das von Vielen als gutes Omen für seinen späteren Künstlerruhm gedeutet wurde, bezeichnete das Ende seines Aufenthalts daselbst. Wenige Tage vor der Abreise, als er in dem Garten-Pavillon eines seiner Freunde componirte, brach plötzlich ein Gewitter herein. Kaum hatte G. sich aus dem Pavillon geflüchtet, als ein Blitzstrahl herabfuhr und den Tisch nebst der Partitur zerstörte. Mit seinen Freunden und Kunstgenossen Quantz, Pisendel und dem Lautenisten Weiss trat G. bald darauf (1723) eine Reise nach Prag an, um der Aufführung der neuen Oper »Costanza e Fortezza« von Fux beizuwohnen. Wenige Jahre später one of two readings
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