Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 363

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874

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1Publikums rege erhielten, seien als die vorzüglichsten noch genannt: »La caravane du Caire«, »Panurge«, »Anacréon chez Polycrate« und vor Allen »Raoul, barbe-bleue« und »Richard, Coeur de lion« mit Texten von Sedaine. Die durch Méhul und Cherubini heraufgeführte neue Opernrichtung veranlasste G., es mit diesen nervigeren Talenten aufnehmen zu wollen und der Opernbühne die Partituren zu »Pierre le grand«, »Lisbeth«, »Guillaume Tell« und »Elisa« zuzuführen, allein er vermochte damit seine Rivalen nicht zu besiegen und sah selbst seinen früheren Ruhm den Zeitbestrebungen gegenüber dahinwelken, als es plötzlich der Sänger Elleviou mit wunderbarem Erfolg unternahm, G. in seinen kostbaren Schöpfungen »Richard, Coeur de lion«, »Le tableau parlant«, »L’ami de la maison« und »Zémire et Azor« wieder zum Liebling des Tages zu machen, der G. denn auch bis zu seinem Tode blieb. Die Revolution hatte ihn zwar seines Vermögens und dreier blühender Töchter beraubt, Regierung aber wie Publikum suchten ihn vielmöglich zu entschädigen. Er wurde Mitglied der französischen Akademie, Professor und Mitdirektor des Pariser Conservatoriums, Ritter der Ehrenlegion und auch seinen letzten schwächeren Compositionen fehlte nicht der Beifall der Pietät. G. hat die Declamation zum Muster des musikalischen Ausdrucks genommen und vornehmlich nach Wahrheit der Sprache und gefälligem Gesang mit Glück gestrebt. In diesem Bestreben erreichte er allerdings weder Gluck an Tiefe, noch Mozart an Fülle, doch die treffende musikalische Charakteristik seiner Personen und seine anmuthige, gemüthvolle und flüssende Melodik werden ihn immer als bedeutenden Tondichter hinstellen. Von seinen 50 Opernpartituren wurden die ersten 34 (bis »Guillaume Tell«) in Kupfer gestochen. Auch als Schriftsteller ist er bekannt durch die »Mémoires ou essai sur la musique« (4 Bde., Paris, 1789; 2. Aufl. in 3 Bdn. 1797; 3. Aufl. 1812; neue Ausg., Brüssel, 1829; deutsch: »Grétry’s Versuche über die Musik«, von Karl Spazier, Leipzig, 1800); ferner durch das politisch-sociale Werk »La vérité etc.« (Paris, 1801); durch die Schrift »Méthode simple pour apprendre à préluder etc.« (Paris, 1802) und endlich durch die in seinen letzten Jahren gearbeiteten »Réflexions d’un solitaire«, die zwar angekündigt, aber nicht erschienen sind. G. starb am 24. Septbr. 1813 zu Ermenonville in J. J. Rousseau’s Eremitage, die er käuflich an sich gebracht hatte. Erst nach einem langwierigen Prozesse erlangte 1828 seine Vaterstadt Lüttich das Recht, G.’s Herz in das ihm errichtete Denkmal aufzunehmen. Eine bronzenen Statue wurde ihm im Sommer 1842 auf dem Platze vor der Universität zu Lüttich errichtet. — Von den drei Töchtern G.’s zeichnete sich die zweite, Lucile G., geboren um 1770 zu Paris, durch ein frühreifes Musiktalent, welches ihr Vater selbst sorgfältig ausbildete, besonders aus. Dreizehn Jahr alt, schrieb sie schon die Operette »Le mariage d’Antoine, welche sehr beifällig 1786 in der Comédie italienne aufgeführt wurde. Ein Jahr später folgte von ihr »Toinette et Louis«, welche Oper aber weniger gefiel. Um diese Zeit trat sie in eine nicht glückliche Ehe und starb schon im J. 1794 in der Blüthe ihres Lebens.
3Gretsch, ausgezeichneter deutscher Violoncellist, war um 1770 in der Kapelle des Fürsten von Thurn und Taxis zu Regensburg angestellt und starb im J. 1784. Er soll auch in der Composition die gründlichsten Kenntnisse besessen haben und hinterliess ausser wenigem Gedruckten drei Violoncellconcerte und acht Solos in Manuscript.
5Gretschmar, Johann, s. Kretschmar.
7Greulich, Adolph, deutscher Pianist und Claviercomponist, geboren 1819 zu Posen, zeigte frühzeitig ein reges, selbstständiges musikalisches Streben. Bis zum 17. Jahre sich selbst überlassen, übte er sich autodidaktisch auf dem Pianoforte und fand dann erst in dem Cantor W. Fischer in Brieg einen guten Musiklehrer. In Breslau begann er bald darauf theoretische Studien, musste dieselben aber, weil er das Stundengeld nicht erschwingen konnte, wieder aufgeben. Nach bitteren Lebensschicksalen erhielt er endlich die Stelle eines

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