Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 365

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874

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1und warf sich bei Max Bohrer, so lange derselbe der Berliner Hofkapelle angehörte, aufs Violoncellspiel, worin er sich bald auszeichnete. Am 1. Jan. 1827 wurde er als königl. Kammermusiker angestellt und war in der Folgezeit eine Stütze der Ries’schen und der Zimmermann’schen Quartett-Soireen in Berlin, wie er denn auch erfolgreiche Concertreisen in das Ausland unternahm. Er wurde im J. 1872 pensionirt und durch einen Orden ausgezeichnet. Componirt hat er Lieder und einige Violoncellostücke. — Der jüngste Sohn Johann Heinrich’s Ferdinand G., geboren 1818 zu Berlin, erhielt schon früh im Violinspiel den Unterricht Léon de St. Lubin’s, der ihn auch in das Orchester des königsstädtischen Theaters zog. Seine Virtuosenbildung vollendete er bei Ch. de Bériot und sammelte seitdem auf Kunstreisen, besonders 1842 in Schweden, Dänemark und England bedeutende Erfolge. Er ging hierauf nach Amerika, liess sich endlich als Concertspieler und Musiklehrer in New-York nieder, starb aber schon im J. 1847 daselbst.
3Griechische Musik. Der Eifer, mit welchem die Philosophen und Kunstschriftsteller des alten Griechenland sich über das Wesen, die Bedeutung und die Geschichte der Musik aussprechen, beweist, dass diese Kunst in der griechischen Entwicklungsgeschichte einen eben so wichtigen Platz einnahm als die übrigen Künste. Seit den neueren Forschungen auf diesem Felde durch Fortlage, Bellermann, Westphal und Marquardt in Bezug auf die Harmonik, J. H. H. Schmidt auf die Metrik und Rhythmik ist es möglich geworden, wenn nicht ein vollständiges Bild, wenigstens einen deutlichen Umriss von der altgriechischen Musik zu gewinnen und die äusserlichen Mittel kennen zu lernen, durch welche sie jene, uns freilich unerklärliche, von den Alten aber nie genug gepriesene Wirkung hervorbrachte. Die wichtigsten Quellen zum Studium der griechischen Musik sind die drei Sammelwerke: I. des Meibom (Aristoxenus, 320 v. Chr., Euklid der Mathematiker, 200 v. Chr., Pseudo-Euklid, 1. Jahrh. n. Chr., Nikomachus, 150 n. Chr., Alypius, 200 n. Chr. [?], Gaudentius, 400 n. Chr. [?], Bacchius, 250 n. Chr. [?], Aristides Quintilianus, 250 n. Chr. [?], Martianus Capella, 350 n. Chr. [?]); II. des Wallis, Opera mathemat. Tom. II, (Ptolemäus, dessen Commentator Porphyrius, 250 n. Chr., Bryennius, 1300 n. Chr.); III. des Vincent, Notices sur divers manuscrits grecs relatifs à la musique (Anonymus, auch von Fr. Bellermann herausgegeben, Pachymeres und diverse kleinere Schriften); endlich die Werke des Theon von Smyrna (130 n. Chr.), des Boëtius (500 n. Chr.) und des Michael Psellus (1050 n. Chr.). Alle diese Schriftsteller sind entweder Pythagoräer, welche eine wissenschaftliche Begründung der Musik versuchen, wie Ptolemäus, Nikomachus, Theon, Euklid der Mathematiker; oder Aristoxenianer, welche die praktische Seite der Musik ins Auge fassen, wie Pseudo-Euklid und der Anonymus; oder Eklektiker wie die übrigen. Sie sämmtlich sind sogenannte Harmoniker: von der Rhythmik handeln nur Aristoxenus in seinen »rhythmischen Fragmenten«, Aristides in seiner Harmonik, Bacchius und der spätere Martianus Capella; endlich finden sich zahlreiche Stellen von allgemein musikalischen Interesse in den Schriften des Aristoteles (dessen Cap. 19 der Problemata ausschliesslich die Musik bespricht), Plato, Athenäus, Pollux und Plutarch (de musica, musikgeschichtlich).
5Die griech. Musik zerfällt nach der Eintheilung des Aristoxenus in theoretische und praktische Musik. Die erstere handelt von der Harmonik, Rhythmik und Metrik, die letztere von der Ausführung der verschiedenen Musikgattungen (Organik), von der Kunst des Kithara- und Aulos-Spieles (Kitharistik, Auletik), sowohl allein als zum Gesang, von der Singekunst für sich selbst betrachtet (Odik), von der orchestischen und mimischen Darstellung, von der chorischen und der dramatischen Musik (Hypokritik).
7I. Die Harmonik handelt nach der Eintheilung des Aristoxenus 1) vom Klange (Phtongos), 2) von den Scalen (Systemata), 3) vom Intervall (Diastema), 4) von den Transpositionsscalen (Tonoi), 5) vom Tongeschlecht, 6) von der melodischen Composition (Melopöie) nebst der Modulation (Metabole).

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