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Scan 402
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1unverwüstlichen Stimmmittel, sein einen Kreis von beinahe 80 Rollen umfassendes Repertoire, seine vollkommene musikalische Sicherheit und Bildung, sowie sein verständnissvolles dramatisches Spiel, welchen Vorzügen gegenüber gewisse Mängel der Stimme und der Schule weniger in Betracht kommen, haben ihn zu einem der geschätztesten Mitglieder der heutigen deutschen Opernbühne gemacht.
3Gross, eine Familie von Kammermusikern der königl. Kapelle in Berlin. Johann Gottlieb G., geboren 1748, war ein vortrefflicher Oboebläser (nicht Violoncellist) und starb am 8. Juni 1820. — Sein Sohn, Schüler und Amtsnachfolger, Friedrich August G., geboren am 17. Mai 1780, wirkte schon 1794 im Orchester des königl. Nationaltheaters mit und erhielt ein Jahr später seine definitive Anstellung. Er galt für einen ausgezeichneten Virtuosen seines Instrumentes, war übrigens auch zugleich tüchtiger Clavierspieler und hat auf beiden Tonwerkzeugen tüchtige Schüler gebildet. Am 6. Mai 1845 feierte er sein fünfzigjähriges Jubiläum als königl. Kammermusiker, bei welcher Gelegenheit er die goldene Medaille für Kunst erhielt und pensionirt wurde. Er erreichte ein für einen Oboisten aussergewöhnlich hohes Alter, indem er erst 1861 zu Berlin starb. — Sein Bruder, Heinrich G., war ein vorzüglicher Violoncellist und als solcher Schüler Duport’s. Schon als Knabe liess er sich mit grossem Beifall in Berlin öffentlich hören, erhielt um 1793 ein Engagement bei dem schwedischen Grafen de Geer und wurde etwa zwei Jahre später in der königl. preussischen Kapelle als erster Violoncellist angestellt. Auch als solcher liess er sich noch oft erfolgreich öffentlich in Concerten hören, starb aber schon im J. 1806 zu Berlin. Von seinen Compositionen für Violoncello ist nur Weniges, unter diesem eine Sonate op. 1 (Berlin, 1804) und ein Heft Variationen im Druck erschienen.
5Gross, Georg August (nicht Gottfried August), trefflich und vielseitig gebildeter deutscher Tonkünstler, geboren am 28. Septbr. 1801 zu Königsberg, bildete sich als Violinspieler nach L. Maurer, als Pianist nach J. N. Hummel und brachte es auf beiden Instrumenten zu hoher Vollkommenheit. Musiktheorie und Composition studirte er bei Chr. Urban. Bereits 1820 fungirte G. als Concertmeister bei dem Orchester in Memel, machte 1830 eine grössere Kunstreise, wirkte dann als Musiklehrer in Lübeck und erhielt bald darauf einen Ruf als Musikdirektor nach Hildesheim. Von dort siedelte er 1837 nach Hamburg über und gründete und redigirte daselbst die »Hamburger musikalische Zeitung«. Er starb im J. 1853 zu Hamburg. Als Componist zeichnete er sich durch Gediegenheit aus, jedoch sind von seinen musikalischen Arbeiten nur Psalme und andere geistliche, dann auch weltliche Gesänge und Lieder im Druck erschienen. Im Manuscript hinterliess er zahlreiche Clavier- und Violincompositionen. — Noch bedeutender als Virtuose und Componist war sein Bruder Johann Benjamin G. Geboren am 12. Septbr. 1809 zu Elbing, kam derselbe in jungen Jahren nach Berlin und legte durch Strebsamkeit und Selbststudium den Grund zu seiner nachmaligen Künstlerschaft. Sein Hauptinstrument wurde das Violoncello, auf dem ihn der königl. Kammermusiker Ferd. Hansmann unterrichtete, welchem Unterrichte er durch einen wahren Feuereifer entgegenkam, so dass er seiner Tüchtigkeit wegen schon 1824 im Orchester des Königstädtischen Theaters angestellt wurde, dem er bis 1829 angehörte. Er begab sich damals nach Leipzig, fand schnell Eingang in alle musikalischen Kreise und wurde auch öfter als Solist in die Gewandhausconcerte gezogen. Im J. 1833 trat er als Violoncellist in das Orchester des Stadttheaters zu Magdeburg, kehrte jedoch von dort in demselben Jahre nach Berlin zurück, von wo er der Einladung eines reichen Musikfreundes, von Liphardt, nach Dorpat folgte, der ihn unter vortheilhaften Bedingungen als Mitglied seiner Quartettkapelle engagirte. Als erster Violinist dieses Künstlerkreises fungirte Ferd. David, mit dem G. innige Freundschaft schloss. Diese Stellung vertauschte G. 1835, als sich der Quartettverein auflöste, mit der eines ersten
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