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Scan 56
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1man von ihm noch drei grosse Leiche, viele Sprüche in 448 Strophen und 13 Lieder in 51 Strophen. Ebenso fruchtbar war er in Erfindung von neuen Tönen, deren ihm in den Meistersangbüchern 35 zugeschrieben werden. F. starb am 30. Novbr. 1318 zu Mainz. Er hatte sich bei seinen Mitbürgern und namentlich bei den Frauen, die er mehrfach wahrhaft liebenswürdig und warm besungen hat, Verehrung und hohes Ansehen erworben. Mainzer Frauen sollen denn auch seinen Leichnam in die Domkirche getragen, ihn beweint und seinen Grabstein durch Weinspenden geehrt haben; statt des letzteren, der im J. 1744 zertrümmert worden war, wurde ihm 1842 ein neues Denkmal gesetzt.
3Freh, Johann Georg, trefflicher Orgelspieler und Componist, geboren am 19. Jan. 1790 zu Kaltenthal, einem Dorfe unweit Stuttgart, als der Sohn des Orgel- und Uhrmachers Johann Michael F., besuchte bis 1802 die Dorfschule, nebenbei nebst seinem älteren Bruder durch Privatunterricht gefördert. Für Musik zeigte er weder Sinn noch Neigung, und nur mit Mühe und auf beharrlichen Wunsch des Vaters lernte er auf der von demselben gefertigten Hausorgel einige Stücke auswendig spielen. Für den Lehrerstand bestimmt, musste er endlich doch neben seinen Vorbereitungsstudien für das Gymnasium auch Clavierspiel treiben, und mit dieser Beschäftigung fand sich denn auch die Lust dermassen ein, dass er bald Pleyel’sche, Knecht’sche, Kotzeluch’sche und andere Compositionen mit vieler Fertigkeit spielte. Während er 2 1/2 Jahre täglich das weit entfernte Stuttgarter Gymnasium besuchen musste, hörte der Clavierunterricht auf, aber F. übte selbst nächtlicher Weile so eifrig weiter, dass ihn sein Vater oft mit strengen Worten zur Ruhe treiben musste. Im J. 1806 erhielt er die Stelle als Lehrergehülfe zu Degerloch, ganz nahe bei Stuttgart, und nun konnte er in der Hauptstadt selbst bei Knecht Harmonielehre, bei Sutor Composition, beim Stiftsmusiker Nanz Violin-, beim Kammermusiker Krüger Flöten- und beim Hofmusiker Scherzer Violoncellospiel studiren; das Beste that aber auch diesmal die fleissige Selbstübung und das Anhören guter Musikaufführungen, wozu endlich noch eine fruchtbringende Bekanntschaft mit C. M. von Weber kam. Im J. 1811 wurde er als Schulgehülfe nach Esslingen versetzt, an dessen Schullehrer-Seminare er gleichzeitig Clavier- und Violinunterricht ertheilte, in Folge dessen er 1813 definitiv für diese Fächer angestellt wurde. Als 1820 die Stelle des Organisten und Musikdirektors an der Hauptkirche in Esslingen vacant wurde, erhielt sie F. Um das Musikleben der Stadt wirksam zu heben, gründete er 1827 den noch jetzt bestehenden Liederkranz und dirigirte die seit 1828 dort jährlich stattfindenden Liederfeste. Im J. 1831 ernannte ihn die Regierung noch ausserdem zum Revisor der im Neckarkreise vorkommenden Orgelbausachen. F.’s grosser und segensreicher Einfluss auf die Musikbildung von ganz Württemberg erhellt schon daraus, dass mehr als tausend Lehrer aus seinem Seminar hervorgingen, die ausschliesslich nur seinen Musikunterricht empfangen hatten. Er wirkte hochgeachtet bis 1860, nahm dann einen ehrenvollen Abschied und starb in Esslingen im J. 1864. — Seine Compositionen waren meist für die Kräfte und die Bedürfnisse seiner Schüler und seines Vereins berechnet. Gedruckt sind davon: Viele ein- und mehrstimmige Lieder und Gesänge, Orgelstücke, ein Choralbuch (in Gemeinschaft mit Silcher und Kocher bearbeitet), eine deutsche Messe für Männerstimmen, das Vater Unser von Mahlmann u. s. w., während im Manuscript verblieben: Cantaten, das Oratorium »Abraham auf Moria«, die Oper »Montezuma«, eine deutsche Messe für gemischten Chor, Gesänge, Lieder, Clavier- und Orgelstücke, einige Instrumentalsachen, eine Ouvertüre als Einleitung zu Schiller-Romberg’s »Glocke« u. s. w.
5Freddi, Amadeo, italienischer Priester und Componist, geboren im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts zu Padua, war erst Kapellmeister an der Hauptkirche zu Treviso, sodann an der Kathedrale seiner Vaterstadt. Von seinen gedruckten Compositionen sind bekannt geblieben: 4 Sammlungen Madrigale (Venedig, 1601, 1602 und 1609); Sacrae modulationes (Motetten) zu zwei, drei
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