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Scan 66
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1F. besitzt eine sehr umfangreiche, bis in die höhere Baritonlage hinaufreichende echte Bassstimme, die in allen Lagen wohl ausgeglichen ist und die allen Intentionen willig und geschmeidig folgt. Seine Darstellung und sein Spiel sind gewandt und routiniert und sein Repertoire ist, da er in fast sämtlichen zur Aufführung kommenden ernsten wie komischen Opern beschäftigt ist, ein erstaunlich reiches und umfassendes.
3Frictions-Instrumente, s. Instrumente.
5Fridzeri oder Fritzneri, Alessandro Maria Antonio, auch Frizeri und verunstaltet Frixer geschrieben, ein vielseitiger Virtuose und Componist, geboren am 16. Jan. 1741 zu Verona, erblindete schon früh und erlernte deshalb in Vicenza Musik, namentlich Violinspiel. Auch der Selbstverfertigung von Instrumenten befleissigte er sich. So machte er sich, eilf Jahr alt, eine Mandoline, auf der er fertig zu spielen erlernte, ebenso wie nach und nach auf Viole d’amour, Orgel, Flöte, Horn u. s. w. Er wirkte drei Jahre lang als Organist an der Kapelle der Madonna del Monte Berico zu Vicenza und begab sich, 24 Jahr alt, als Violin- und Mandolinspieler auf Reisen, zunächst durch Italien nach Paris, wo er zwei Jahre lang verweilte, dann auch weiter hinauf bis nach Belgien und an den Rhein, überall sehr beifällig aufgenommen. In Strassburg, woselbst er sich hierauf länger als ein Jahr aufhielt, componirte er zwei Opern, die aber nicht zur Aufführung gelangten. Dagegen veröffentlichte er 1771 in Paris seine ersten sechs Streichquartette und sechs Mandolinsonaten, und liess daselbst auch 1772 seine einaktige komische Oper »Les deux miliciens«, die sehr beifällig aufgenommen wurde, aufführen. Er concertirte hierauf in Südfrankreich und versuchte sich, nach Paris zurückgekehrt, noch erfolgreicher mit der Aufführung seiner Oper »Les souliers mordorés« (1776). Bald nach diesem Ereigniss zog ihn der Graf von Châteaugiron auf seine Güter in der Bretagne, wo F. zwölf Jahre lang, bis zum Ausbruch der Revolution, die den Grafen aus Frankreich trieb, verblieb und nur dann und wann noch in Paris erschien, wo er noch seine komische Oper »Lucette« aufführen liess und Violinconcerte veröffentlichte. Die politischen Wirren führten F. 1790 nach Nantes, wo er eine philharmonische Akademie begründete, und der Vendéekrieg 1794 wieder nach Paris, wo er eine ähnliche Akademie in’s Leben rief und vom Lycée des arts zum Mitglied ernannt wurde. Die Explosion der Höllenmaschine, welche im December 1801 gerade vor seiner Wohnung in der Rue Nicaise stattfand, brachte ihn um seine Habseligkeiten, weshalb er sich mit seinen beiden kunstgebildeten Töchtern, einer Sängerin und einer Violinspielerin, von Neuem auf Kunstreisen (nach Nordfrankreich und Belgien) begab. In Antwerpen liess er sich als Musiklehrer nieder und begründete einen Instrumenten- und Musikalienhandel. In dieser Tätigkeit starb er daselbst im J. 1819. Ausser den schon erwähnten Werken hat er noch herausgegeben für Violine: Quartette, Duos u. s. w. und ferner Romanzen für eine Singstimme und den Clavierauszug einer Scene aus »Les Thermopyles«, welche Oper nicht zur Aufführung gelangt ist.
7Friedel, Bernhard, Inhaber einer der grösseren deutschen Musikalienhandlungen der Gegenwart, welche sich in Dresden befindet und 1858 den W. Paul’schen Verlag in sich aufgenommen hat, ebenso, zehn Jahre später, denjenigen von G. Heinze in Leipzig, dessen Besitzer als Geschäftsteilnehmer in die F.’sche Firma trat.
9Friedel, Sebastian Ludwig, Violoncellist der königl. preussischen Hofkapelle in Berlin und Virtuose auf dem Bariton, geboren am 15. Febr. 1768 zu Neuburg, trat 1798 als Componist von drei Sonaten für Violoncello und Bass hervor, die als op. 1 in Offenbach erschienen und dem berühmten Violoncellisten Duport, dem Lehrer F.’s, gewidmet sind. Aus seiner Familie sind noch Kaspar F., geboren am 29. Jan. 1702, gestorben den 19. April 1761 (vielleicht sein Grossvater) und Johann Franz F. als tüchtige ausübende Musiker bekannt gewesen.
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