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Scan 67
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1Friedel, Zacharias, ein Orgelbauer aus Zittau, der im Anfange des 17. Jahrhunderts wirkte, hat seinen Namen durch den von ihm 1611 bewerkstelligten Ausbau der Zittauer St. Johanneskirchenorgel bekannt erhalten: Vgl. D. Joh. Benedicti Carpzovii Analecta Fastor. Zittav. I. p. 61.
3Friederici, Christian Ernst, tüchtiger und erfindungsreicher deutscher Instrumentenbauer, geboren 1712 zu Merane in Sachsen, war ein Schüler Silbermann's und herzogl. gothaischer und altenburg'scher Hot- und Landorgelbauer. Er erfand u. A. das Fortbien (s. d.), welches sein Sohn genau beschrieb, ferner eine Vorrichtung, wodurch der Ton des Claviers bebend gemacht werden konnte (1761) u. s. w. Für seine Kunst im Orgelbau sprechen gegen 50 grössere Werke, unter diesen die anerkannt vorzüglichen in Chemnitz und Zeitz. Er starb im J. 1779. — Sein eifriger Mitarbeiter bei vielen seiner Arbeiten war sein Bruder Johann F., Orgelbauer in Merane, von dem hauptsächlich das merkwürdige, 1753 erbaute Orgelwerk jenes Orts herrührt, in welchem sich das Register Don (s. d.) befindet.
5Friederici oder Friederich, Daniel, ein fleissiger und einflussreicher Componist und Musikschriftsteller des 17. Jahrhunderts, geboren zu Eisleben, war Magister und erster Cantor zu Rostock. Seine Compositionen, die man zu ihrer Zeit rühmte, sind bis auf zwölf Titel, die Walther, Forkel etc. aufführen, verschollen, aber von seinen theoretischen Werken erlebte eine Gesangschule, »Musica figuralis« betitelt, bis 1677 sechs verschiedene Auflagen.
7Friederici, Valentin, auch Friderici geschrieben, deutscher Theologe und Philologe, geboren am 28. April 1630 zu Schmalkalden, starb als Assessor der philosophischen Facultät, Baccalaureus der Theologie und College des grossen Fürstencollegiums zu Leipzig am 28. April 1702. Nach Jöcher's Mittheilungen befindet sich unter F.'s gedruckten Dissertationen auch eine musikalische, betitelt: »De filia vocis«.
9Friederich, richtiger wahrscheinlich Friederich, ein Hornvirtuose deutscher Abstammung, der um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts in Paris lebte und einer der ersten Lehrer seines Instruments an dem neu gegründeten Pariser Conservatorium war. Zugleich war er Mitglied des Orchesters der Grossen Oper und wegen der ganz eigenthümlichen Behandlungsweise seines Instruments Gegenstand des Interesses der Kenner und Musiker.
11Friedlowsky, Joseph, ausgezeichneter Clarinettenvirtuose, geboren zu St. Margareth bei Prag am 11. Juli 1777, hatte bis zu seinem 16. Lebensjahre eine selten schöne Sopranstimme, die durch den Schullehrer Wodizca in dem Nachbardorfe Auchonitz einige Ausbildung erhielt und für den Kirchendienst in und um Prag vielfach in Anspruch genommen wurde. Durch letzteren Umstand gewann F. die Mittel, sich im Violin- und Clavierspiel und auf einigen Blaseinstrumenten mit und ohne Lehrer zu üben und schliesslich bei Nejebse, dem ersten Clarinetisten am Theaterorchester zu Prag, Unterricht auf Clarinette und Bassethorn zu nehmen, worauf er selbst, tüchtig durchgebildet, als erster Clarinetist beim Musikcorps der Prager Stadtgarde eintrat. Als man auch in Wien von seiner Virtuosität hörte, wurde ihm ein bevorzugter Platz im Orchester des Theaters an der Wien angeboten, den er auch im J. 1802 annahm. Als Concertspieler erregte er viele Jahre hindurch in Wien die höchste Bewunderung, und sofort nach Gründung des Conservatoriums daselbst wurde er zum Professor seines Instruments an dem neuen Institute ernannt. Im J. 1832 wurde er endlich auch in die k. k. Kapelle gezogen, auf welche Stelle ihm schon 1821 die Anwartschaft ertheilt worden war, und starb hochbetagt am 14. Jan. 1859 in Wien. — Seine Kinder sind: 1. Franz F., noch in Prag, am 27. März 1802 geboren, bildete sich unter Böhm und Moscheles zu einem tüchtigen Violinisten und Pianisten heran und lebte bis in sein Alter als Musiklehrer in Wien. Daneben ist er ein vorzüglicher und berühmter Kalligraph und ein anerkanntes Sprachgenie. — 2. Anton F., geboren den 2. Aug. 1804 zu Wien, war anfangs neben seinem Vater und Lehrer als Clari-
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