Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 222

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875

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1Sein fertiges Clavier-, Orgel- und Harfenspiel verhalf ihm zu Ruf und Protection, und der Graf von Darlington stellte ihn als Organisator und Lehrer eines Miliz-Musikcorps in der Grafschaft Durham an. Als dieses eingeübt war, liess sich H. als Musiklehrer in Leeds nieder, von wo er 1765 als Organist nach Halifax kam, welche Stelle er ein Jahr später mit der einträglicheren eines Musikdirektors in Bath vertauschte. Hier leitete er auch Concerte und gab viele Musiklectionen, benutzte aber jeden freien Augenblick, um die Mathematik in ihrem ganzen Umfange zu studiren und astronomische Werke zu lesen. Mit selbstgefertigten Telescopen gelang es seitdem H., Entdeckungen an Entdeckungen zu reihen, die ein ungeheures Aufsehen in der gelehrten Welt machten. Nach und nach liess er die Musik ganz liegen und beschäftigte sich ausschliesslich mit dem Sternenhimmel und mit den Instrumenten, ihn so genau wie möglich zu erforschen. Vom König Georg in eine sorgenfreie Lage versetzt, bezog er das Landgut Slough bei Windsor, auf welchem er, von Ehrenbezeugungen überhäuft, am 25. Aug. 1822 starb; er wurde zu Uxton in Berkshire begraben. Noch 1786 sollen übrigens nach Fétis von ihm eine achtstimmige Sinfonie und Stücke für Harmoniemusik in England herausgekommen sein. Wahrscheinlich aber sind diese Compositionen seinem Bruder Jacob H. (s. unten) zuzuerkennen. — Der einzige Sohn Friedrich Wilhelm H.'s, Sir John Frederick William H., geboren 1790 zu Slough, erhielt seine wissenschaftliche Bildung auf der Universität zu Cambridge und setzte die von seinem Vater betriebenen Forschungen fort. Nebenbei beschäftigte er sich mit Untersuchungen über physikalische Gegenstände und hat u. A. eine »Abhandlung über die Theorie des Tons« geschrieben und veröffentlicht.
3Herschel, Jacob, Bruder von Friedrich Wilhelm H., geboren 1734 zu Hannover (nach Anderen aber und wahrscheinlicher erst 1740), wurde einer der besten deutschen Violinisten seiner Zeit und soll nach Einigen als solcher zuerst Hofmusicus in der kurfürstl. Kapelle seiner Vaterstadt, nach Anderen, nachdem er in England beim Musikcorps eines Milizregiments in Diensten gestanden, Violoncellist (?) in Bath gewesen sein. Im J. 1771 (nach Anderen 1775) ging er nach Amsterdam und veröffentlichte daselbst von seiner Composition sechs Quartette für Clavier und Streichinstrumente. Nach der Meinung Einiger sei er erst nach dieser Zeit in Hannover angestellt gewesen und dann (um 1786) nach London gegangen, wo er zwei Sinfonien und Streichtrios herausgegeben habe und 1792 gestorben sein soll; nach Anderen soll er im letztgenannten Jahre vor dem Thore Hannovers ermordet gefunden, also von London bereits wieder zurückgekehrt sein. Es ist klar, dass diese merkwürdige biographische Confusion vielfach auf Verwechselungen mit seinen Brüdern beruht. Fest steht, dass H. in Hannover angestellt gewesen ist und zeitweilig sich in Amsterdam und vielleicht wiederholt (zuletzt 1786) in London aufgehalten hat. — Sein jüngerer Bruder, Alexander H., geboren um 1745 zu Hannover, war ein ausgezeichneter Violoncellist und als solcher ebenfalls in der dortigen Hofkapelle angestellt. Auch als Quartettspieler, sowie als Lehrer seines Instruments war er hochgeachtet. — Die Schwester endlich, Karoline H., geboren 1750 zu Hannover, eine gute Harfenspielerin, war nebst einem vierten Bruder, einem Mechanicus, die unverdrossene Gehülfin des Astronomen H. in England. Als solche hat sie auch mehrere Kometen entdeckt. Sie starb am 19. Jan. 1848, 97³/₄ Jahre alt, zu Hannover.
5Herstell, Karl, rühmlichst bekannter deutscher Orgel-, Clavierspieler und Componist, geboren 1764 zu Helsa, einem Dorfe bei Kassel, war bis zu seinem Tode, im J. 1836, Hoforganist in Kassel und hat von seiner Composition Clavier-, Orgelstücke und für den Kasseler Singchor geschriebene Motetten veröffentlicht. Auch ein »Orgelwerk für Landorganisten« und eine Abhandlung »Ueber den Gebrauch der Orgelstimmen« von ihm sind im Druck erschienen. — Sein Sohn, Schüler und Amtsnachfolger, Adolf H., geboren zu Kassel, wirkte auch zugleich noch als Musiklehrer am Seminar daselbst und hat

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