Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 223

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875

7 lines. Read by computer on 11 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 217. See the scan on archive.org.

1Kirchen- und Schulstücke für Gesang mit und ohne Begleitung, ferner Tänze und Harfensachen componirt.
3Herstrich ist dasselbe bei Bogeninstrumenten, deren Saiten beim Spiel senkrecht stehen (also bei Violoncello, Gambe und Contrabass), was der Herabstrich (s. d.) bei wagerecht behandelten Streichinstrumenten. Der Bogen wird beim H. mit der von links nach rechts sich bewegenden rechten Hand gleichfalls vom Frosch nach der Spitze zu über die Saiten geführt, nur dass seine Lage hier wagerecht, beim Herabstrich aber senkrecht ist. In allem Uebrigen gilt vom H. dasselbe wie vom Herabstrich (s. auch Bogenstrich).
5Hertel, Johann Christian, ausgezeichneter deutscher Gambenvirtuose und fruchtbarer Instrumentalcomponist, geboren 1699 zu Oettingen in Schwaben. Seine Jugendzeit verlebte er in Merseburg, wo sein Vater, wie vorher in Oettingen, Hofkapellmeister war. Da H. Theologie studiren sollte, so unterrichtete ihn der Vater nur nebenbei im Gesang und im Gambenspiel; Violin- und Clavierspiel dagegen wusste der talentvolle Knabe heimlich zu erlernen, indem er den Hoforganisten Kaufmann oft besuchte, der ihm auch die Compositionsregeln beibrachte. Als Hofkapellknabe zeichnete er sich damals durch einen gut musikalischen Vortrag aus, und auch in Hofconcerten auf der Gambe wurde er bereits gern gehört. Im J. 1716 ging er als Theologe nach Halle ab, eröffnete und unterhielt aber von dort aus eine rege Verbindung mit dem berühmten Kuhnau in Leipzig. Seinem immer dringender werdenden Wunsche, sich ganz der Musik widmen zu dürfen, widerstand endlich sein Vater auch nicht länger, als er zufällig einmal den Sohn in überraschend fertiger und gefühlvoller Art eine Corelli'sche Violin-Sonate spielen hörte. Auch der Herzog von Merseburg nahm sich H.'s an und schickte ihn behufs vollkommener Ausbildung, besonders im Gambenspiel, zu dem gefeierten Ernst Christian Hesse in Darmstadt. Dort betrieb H. zugleich bei den Kapellmeistern Graupner, Grünwald und dem Concertmeister Simonetti das Studium der Composition und der verwandten Musikfächer. Im J. 1718 berief ihn der Herzog von Merseburg zurück, veranlasste ihn aber bald darauf, sich auch an den Höfen von Weissenfels, Cöthen, Zerbst und Dresden hören zu lassen. In Eisenach liess sich H. 1719 als erster Violinist der Hofkapelle engagiren und begann Sinfonien, Ouvertüren, Quartette, Sonaten, Concerte u. s. w. zu componiren, die er stets dem Kapellmeister Stölzl in Gotha zur Beurtheilung vorlegte. Im Druck erschienen jedoch nur einige Violin-Sonaten. Von Eisenach aus begab er sich 1723 nach Anspach, 1725 nach Kassel und 1726 nach Weimar, überall Aufsehen machend durch sein vollendetes Spiel. Hierauf besuchte er seinen alten Vater in Merseburg und J. S. Bach in Leipzig, worauf er nach Dresden und 1727 nach Holland ging. Kaum in Eisenach wieder eingetroffen, liess ihn der Kronprinz von Preussen, nachmalige König Friedrich der Grosse, durch Graun nach Ruppin einladen, wo H. 1732 sich hören liess. Auf der Rückreise spielte er beim Fürsten Günther in Sondershausen, der ihn aufforderte, fleissig Compositionen einzuschicken und jährlich wenigstens einmal selbst an den dortigen Hof zu kommen. Nach Birkenstock's Tode wurde H. in Eisenach zum Concertmeister und Direktor der fürstl. Concert- und Kammermusik ernannt. Noch immer folgte er den zahlreichen ehrenvollen Einladungen nach auswärts, liess sich aber nicht bewegen, Eisenach dauernd zu verlassen. Dies geschah erst 1742, als sein Herzog starb und die ganze Kapelle entlassen wurde. Auf Empfehlung Franz Benda's kam H. alsbald als Concertmeister an den Hof von Mecklenburg-Strelitz. Damals liess er sich nur in Schwerin noch hören, da ihn der schwarze Staar befiehl, der endlich mangelhaft operirt, ihm alle weiteren Unternehmungen verbot. Dieser Unglücksfall, sowie der Umstand, dass 1753 die Kapelle aufgelöst und er selbst pensionirt wurde, versetzte ihn in den traurigsten Gemüthszustand, dem er im Octbr. 1754 erlag. Auch als Componist war H. zu seiner Zeit hoch angesehen, und besonders fanden seine concertirenden Ouvertüren und Quartette allgemeinen Beifall, ohne dass sie jedoch one of two readings
6Hertel, Johann Christian, ausgezeichneter deutscher Gambenvirtuose und fruchtbarer Instrumentalcomponist, geboren 1699 zu Oettingen in Schwaben. Seine Jugendzeit verlebte er in Merseburg, wo sein Vater, wie vorher in Oettingen, Hofkapellmeister war. Da H. Theologie studiren sollte, so unterrichtete ihn der Vater nur nebenbei im Gesang und im Gambenspiel; Violin- und Clavierspiel dagegen wusste der talentvolle Knabe heimlich zu erlernen, indem er den Hoforganisten Kaufmann oft besuchte, der ihm auch die Compositionsregeln beibrachte. Als Hofkapellknabe zeichnete er sich damals durch einen gut musikalischen Vortrag aus, und auch in Hofconcerten auf der Gambe wurde er bereits gern gehört. Im J. 1716 ging er als Theologe nach Halle ab, eröffnete und unterhielt aber von dort aus eine rege Verbindung mit dem berühmten Kuhnau in Leipzig. Seinem immer dringender werdenden Wunsche, sich ganz der Musik widmen zu dürfen, widerstand endlich sein Vater auch nicht länger, als er zufällig einmal den Sohn in überraschend fertiger und gefühlvoller Art eine Corelli'sche Violin-Sonate spielen hörte. Auch der Herzog von Merseburg nahm sich H.'s an und schickte ihn behufs vollkommener Ausbildung, besonders im Gambenspiel, zu dem gefeierten Ernst Christian Hesse in Darmstadt. Dort betrieb H. zugleich bei den Kapellmeistern Graupner, Grünwald und dem Concertmeister Simonetti das Studium der Composition und der verwandten Musikfächer. Im J. 1718 berief ihn der Herzog von Merseburg zurück, veranlasste ihn aber bald darauf, sich auch an den Höfen von Weissenfels, Cöthen, Zerbst und Dresden hören zu lassen. In Eisenach liess sich H. 1719 als erster Violinist der Hofkapelle engagiren und begann Sinfonien, Ouvertüren, Quartette, Sonaten, Concerte u. s. w. zu componiren, die er stets dem Kapellmeister Stölzl in Gotha zur Beurtheilung vorlegte. Im Druck erschienen jedoch nur einige Violin-Sonaten. Von Eisenach aus begab er sich 1723 nach Anspach, 1725 nach Kassel und 1726 nach Weimar, überall Aufsehen machend durch sein vollendetes Spiel. Hierauf besuchte er seinen alten Vater in Merseburg und J. S. Bach in Leipzig, worauf er nach Dresden und 1727 nach Holland ging. Kaum in Eisenach wieder eingetroffen, liess ihn der Kronprinz von Preussen, nachmalige König Friedrich der Grosse, durch Graun nach Ruppin einladen, wo H. 1732 sich hören liess. Auf der Rückreise spielte er beim Fürsten Günther in Sondershausen, der ihn aufforderte, fleissig Compositionen einzuschicken und jährlich wenigstens einmal selbst an den dortigen Hof zu kommen. Nach Birkenstock's Tode wurde H. in Eisenach zum Concertmeister und Direktor der fürstl. Concert- und Kammermusik ernannt. Noch immer folgte er den zahlreichen ehrenvollen Einladungen nach auswärts, liess sich aber nicht bewegen, Eisenach dauernd zu verlassen. Dies geschah erst 1742, als sein Herzog starb und die ganze Kapelle entlassen wurde. Auf Empfehlung Franz Benda's kam H. alsbald als Concertmeister an den Hof von Mecklenburg-Strelitz. Damals liess er sich nur in Schwerin noch hören, da ihn der schwarze Staar befieß, der endlich mangelhaft operirt, ihm alle weiteren Unternehmungen verbot. Dieser Unglücksfall, sowie der Umstand, dass 1753 die Kapelle aufgelöst und er selbst pensionirt wurde, versetzte ihn in den traurigsten Gemüthszustand, dem er im Octbr. 1754 erlag. Auch als Componist war H. zu seiner Zeit hoch angesehen, und besonders fanden seine concertirenden Ouvertüren und Quartette allgemeinen Beifall, ohne dass sie jedoch one of two readings

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