Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 248

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875

9 lines. Read by computer on 10 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 242. See the scan on archive.org.

1liche und weltliche Gesänge componirt, die Hawkins zu den besseren jener Zeit rechnet. — Ein Landsmann und Namensgenosse von ihm, Walther H., Carthäusermönch um 1430, ist der Verfasser eines Tractats »De musica ecclesiastica«.
3Himmel, Friedrich Heinrich, trefflicher Clavierspieler und beliebter deutscher Componist, geboren am 20. Novbr. 1765 zu Treuenbrietzen in der Provinz Brandenburg von unbegüterten Eltern, studirte in Halle Theologie und hatte sich nach Potsdam begeben, um zum Antritt einer Feldpredigerstelle das Examen zu bestehen, als König Friedrich Wilhelm II. Gelegenheit fand, sich von seiner Fertigkeit im Clavierspiel und seinem musikalischen Talent überhaupt zu überzeugen, worauf er ihn durch Aussetzung eines Jahrgehaltes in den Stand setzte, sich ganz der Tonkunst zu widmen. H. ging nun zunächst nach Dresden, wo er unter Naumann Composition und Contrapunkt studirte, und nachdem er in Berlin 1792 sein Oratorium »Isaacco figura del redentore«, Text von Metastasio, zur Aufführung gebracht hatte, ernannte ihn der König zum Kammercomponisten und liess ihn eine Studienreise nach Italien antreten. In Venedig erntete H. als Operncomponist mit dem Pastorale »Il primo navigatore« 1794 reichen Beifall, nicht minder ein Jahr später in Neapel mit »Semiramide«. Nach seiner Rückkehr wurde er 1795 an Reichardt’s Stelle königl. Kapellmeister in Berlin und schrieb nun ununterbrochen Cantaten und dergl. für die Hoffeste und Trauertage des preussischen Königshauses. Nachdem er zur Huldigung Friedrich Wilhelm’s III. ein vierstimmiges Te deum mit Orchester componirt, und am 8. Juli 1798 aufgeführt hatte, reiste er nach Stockholm und St. Petersburg. Für den russischen Hof schrieb er 1798 die Oper »Alessandro«, welche ihm 6000 Rubel einbrachte, verweilte 1799 in Riga und kehrte über Schweden und Dänemark 1800 nach Berlin zurück. Dort brachte er 1801 seine dreiaktige Oper »Vasco de Gama« im Opernhause und im Nationaltheater sein Liederspiel »Frohsinn und Schwärmerei« zur Aufführung und machte dann Kunstreisen nach Paris, London und Wien. Am 16. Mai 1804 erschien in Berlin seine dreiaktige Operette »Fanchon, das Leiermädchen«, Text von Kotzebue, die in ganz Deutschland einen fabelhaften Erfolg hatte. Ihr folgten 1806 »Die Sylphen«, eine Zauberoper, und 1811 das Singspiel »Der Kobold«, zuerst in Wien, wohin H. seine letzte Reise unternommen hatte, gegeben. Er starb am 8. Juni 1814 an der Wassersucht zu Berlin. Gerade an seinem Todestage wurde »Fanchon« aufgeführt. — H. hat noch eine Menge von Liedern und Gesängen componirt, von denen nicht wenige ausserordentlich populär geworden sind, so besonders »Es kann ja nicht immer so bleiben«, »An Alexis send’ ich dich« und »Vater, ich rufe dich«, ferner mehrere Clavierconcerte, Kammermusiksachen verschiedener Art, Kirchenstücke (darunter besonders das »Vater Unser« von Mahlmann und mehrere Psalme) u. s. w. Ein vollständiges Verzeichniss findet sich in Ledebur’s »Tonkünstler-Lexikon Berlins« (Berlin, 1860). Einfache, liebenswürdige, sinnige Melodik, aber Mangel an Tiefe der Gedanken und an Grösse des Styls charakterisirt H.’s Compositionsweise. Beethoven urtheilt über ihn: »er besitze ein ganz artiges Talent, weiter aber nichts«, und sein Lehrer Naumann sagt: »Hätte er in früheren Jahren strenger gegen sich selbst sein, mehr studiren, mehr Fleiss anwenden mögen, er wäre gewiss einer der grössten Meister seiner Zeit geworden.« Als Clavierspieler hatte H. einen sehr angenehmen Vortrag und besonders einen reizenden Anschlag. one of two readings
4Himmel, Friedrich Heinrich, trefflicher Clavierspieler und beliebter deutscher Componist, geboren am 20. Novbr. 1765 zu Treuenbrietzen in der Provinz Brandenburg von unbegüterten Eltern, studirte in Halle Theologie und hatte sich nach Potsdam begeben, um zum Antritt einer Feldpredigerstelle das Examen zu bestehen, als König Friedrich Wilhelm II. Gelegenheit fand, sich von seiner Fertigkeit im Clavierspiel und seinem musikalischen Talent überhaupt zu überzeugen, worauf er ihn durch Aussetzung eines Jahrgehaltes in den Stand setzte, sich ganz der Tonkunst zu widmen. H. ging nun zunächst nach Dresden, wo er unter Naumann Composition und Contrapunkt studirte, und nachdem er in Berlin 1792 sein Oratorium »Isaacco figura del redentore«, Text von Metastasio, zur Aufführung gebracht hatte, ernannte ihn der König zum Kammercomponisten und liess ihn eine Studienreise nach Italien antreten. In Venedig erntete H. als Operncomponist mit dem Pastorale »Il primo navigatore« 1794 reichen Beifall, nicht minder ein Jahr später in Neapel mit »Semiramide«. Nach seiner Rückkehr wurde er 1795 an Reichardt’s Stelle königl. Kapellmeister in Berlin und schrieb nun ununterbrochen Cantaten und dergl. für die Hoffeste und Trauertage des preussischen Königshauses. Nachdem er zur Huldigung Friedrich Wilhelm’s III. ein vierstimmiges Te deum mit Orchester componirt, und am 8. Juli 1798 aufgeführt hatte, reiste er nach Stockholm und St. Petersburg. Für den russischen Hof schrieb er 1798 die Oper »Alessandro«, welche ihm 6000 Rubel einbrachte, verweilte 1799 in Riga und kehrte über Schweden und Dänemark 1800 nach Berlin zurück. Dort brachte er 1801 seine dreiaktige Oper »Vasco de Gama« im Opernhause und im Nationaltheater sein Liederspiel »Frohsinn und Schwärmerie« zur Aufführung und machte dann Kunstreisen nach Paris, London und Wien. Am 16. Mai 1804 erschien in Berlin seine dreiaktige Operette »Fanchon, das Leiermädchen«, Text von Kotzebue, die in ganz Deutschland einen fabelhaften Erfolg hatte. Ihr folgten 1806 »Die Sylphen«, eine Zauberoper, und 1811 das Singspiel »Der Kobold«, zuerst in Wien, wohin H. seine letzte Reise unternommen hatte, gegeben. Er starb am 8. Juni 1814 an der Wassersucht zu Berlin. Gerade an seinem Todestage wurde »Fanchon« aufgeführt. — H. hat noch eine Menge von Liedern und Gesängen componirt, von denen nicht wenige ausserordentlich populär geworden sind, so besonders »Es kann ja nicht immer so bleiben«, »An Alexis send’ ich dich« und »Vater, ich rufe dich«, ferner mehrere Clavierconcerte, Kammermusiksachen verschiedener Art, Kirchenstücke (darunter besonders das »Vater Unser« von Mahlmann und mehrere Psalme) u. s. w. Ein vollständiges Verzeichniss findet sich in Ledebur’s »Tonkünstler-Lexikon Berlins« (Berlin, 1860). Einfache, liebenswürdige, sinnige Melodik, aber Mangel an Tiefe der Gedanken und an Grösse des Styls charakterisirt H.’s Compositionsweise. Beethoven urtheilt über ihn: »er besitze ein ganz artiges Talent, weiter aber nichts«, und sein Lehrer Naumann sagt: »Hätte er in früheren Jahren strenger gegen sich selbst sein, mehr studiren, mehr Fleiss anwenden mögen, er wäre gewiss einer der grössten Meister seiner Zeit geworden.« Als Clavierspieler hatte H. einen sehr angenehmen Vortrag und besonders einen reizenden Anschlag. one of two readings
6Himmelbauer, Wenzel, berühmter Violoncellovirtuose aus Böhmen, lebte 1764 in Prag, dann, in der Hofkapelle angestellt, in Wien, wo er auch als Gesanglehrer grossen Ruf erlangte. Sein Spiel wurde als kräftig und rein gerühmt und seine Fertigkeit im Notenlesen bewundert. Gedruckt sind von seiner Composition Duos für Flöte oder Violine und Violoncello (Lyon, 1776), andere Duos für Violoncello jedoch Manuscript geblieben.
8Himmelfahrt bezeichnet das geheimnissvolle Scheiden Jesu von der Erde

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