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Scan 249
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875
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1am vierzigsten Tage nach seiner Auferstehung, das von dem Evangelisten Lucas als ein sichtbares Verschwinden desselben in einer Wolke erzählt wird. Zum Andenken daran feiern die Christen aller Bekenntnisse jährlich am Donnerstage in der fünften Woche nach Ostern als ein hohes Fest das Himmelfahrtsfest (latein.: Festum ascensionis domini). In der römisch-katholischen Kirche ging früher (und jetzt noch in Frankreich) der Messe eine feierliche Prozession ausserhalb des Gotteshauses voraus, wobei Reliquien der Heiligen mitgetragen und nebst verschiedenen, den Evangelien entnommenen Responsorien oder Antiphonen auch der Preisgesang des Fortunatus »Salve festa dies« abgesungen wurde. Die Prozession selbst sollte den Gang der Apostel zum Oelberg darstellen, von dem aus Christus sich in die Wolken erhoben haben soll. Ehemals war diesem Tage eine eigene Sequenz: »Rex omnipotens die hodierna« zugetheilt. An manchen Orten hat sich eine seltsame bildliche Darstellung der H. erhalten. Vor der Vesper begiebt sich der Clerus im Festornate in die Mitte der Kirche, wo eine Bildsäule Christi auf einem kleinen Altar bereitet ist, um in die Höhe gezogen werden zu können. Nach dem feierlich durch den Diakon abgesungenen Evangelium stimmt der Celebrant drei Mal mit immer mehr erhobener Stimme den Vers an: »Ascendo ad patrem meum« und der Chor setzt ihn fort mit: »Deum meum et deum vestrum, alleluja«. Hierauf wird die Figur in die Höhe gezogen, und nach dem Verschwinden derselben über dem Gewölbe stimmt der Celebrant die Oration an. Nach dem festlich gesungenen »Benedicamus domino« beginnt sodann die Vesper.
3Hinaufstrich oder Aufstrich (s. d.) bezeichnet bei Bogeninstrumenten, die beim Spiel wagerecht gehalten werden, als Violine, Bratsche, Viole d'amour u. s. w., die Führung des Bogens mit aufwärts und von rechts nach links sich bewegendem Arme, so dass also der mit der Spitze aufgesetzte Bogen nach dem Frosche zu über die Saiten sich bewegt (s. Herabstrich).
5Hindle, Johann, ausgezeichneter deutscher Contrabassvirtuose und Komponist für sein Instrument, geboren am 10. Febr. 1792 in Wien von unmittelbaren Eltern, lernte in einer öffentlichen Schule Singen und Violoncello-spielen, was ihn befähigte, als Lehrling eines Geigenmachers durch rastlose Uebung ohne fremde Anleitung sich auf dem Contrabass einzuspielen und 1817 mit einem enormen Erfolge öffentlich sich hören zu lassen. Ein Jahr später trat er in das Orchester des Theaters an der Wien, dem er an zwanzig Jahre lang angehörte, worauf er Orchestermitglied des kaiserl. Hofburgtheaters wurde. Im J. 1821 besuchte er die österreichischen Provinzstädte und 1827 Prag, Dresden, Leipzig und Berlin, wo er das grösste Aufsehen erregte. Seine Fertigkeit, Reinheit und Feinheit des Spiels, sowie seine Sicherheit bei Anwendung der Flageolettöne sollen unvergleichlich gewesen sein. Er starb am 9. Aug. 1862 in Wien. — Sein Sohn, Andreas H., machte sich seit 1836 als Pianist und trefflicher Musiklehrer in Wien bekannt.
7Hindola ist der Name einer der Töchter des Brahma und der Saraswati, deren Benennung die Inder auch einer ihrer Raga's (s. d.) beigelegt haben. Die Tonfolge der H. genannten Raga, eine der zwei, welche genau durch unsere Notenschrift darstellbar und nicht sieben Stufen in der Octave besitzt, ist folgende, deren indische Tonbenennung unter der Note hier beigefügt ist:
9ma, dha, ni, sa, ga, ma.
11O.
13Hinestrosa, Luis Venegas de, spanischer Musikgelehrter des 16. Jahrhunderts, ist der Verfasser eines Tractats über Notation und Tabulatur für Laute, Harfe und Viola, über Choral- und figurirten Gesang, sowie über den Contrapunkt, betitelt: »Tratado de cifra de nueva para tecla, arpa y viguela, de canto llano, de órgano y contrapunto« (Alcala, 1557).
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