Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875 › scan 250
Scan 250
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875
22 lines. Read by computer on 17 September 2026. Printed page 244. See the scan on archive.org.
1Hingston, John, englischer Organist des 17. Jahrhunderts, ein Schüler des Orlando Gibbons, war erst bei Karl I., dann bei Oliver Cromwell angestellt, dessen Kinder er auch unterrichtete und in dessen Hause er Concerte gab. Sein berühmtester Schüler war der nachmalige Dr. Blow.
3Hinkel, Franz, trefflicher deutscher Violoncellist, geboren 1804 zu Altenburg, wurde 1835 als königl. Kammermusiker in Berlin angestellt und veranstaltete daselbst 1836 im Verein mit Constantin Decker Concerte für Kammermusik. Er starb bereits am 20. April 1838 zu Berlin.
5Hinnburg, Wilhelm, deutscher Musiker, war 1535 Cantor in Jüterbock und hat eine Auswahl von zwei- und dreistimmigen Chorälen veröffentlicht.
7Hinner, deutscher Harfenvirtuose, der sich um 1770 nach Paris begab und dort Aufsehen machte. Geringen Erfolg dagegen hatte daselbst seine Operette »La fausse délicatesse«, die er 1776 aufführen liess. Bis 1781 war er in Diensten der Königin, reiste nach London und lebte dann wieder in Paris, wo er noch 1805 sich befand. Er veröffentlichte von seiner Composition Sonaten, Variationen, Duos u. s. w. für Harfe.
9Hinrichs, Johann Christian, s. Heinrich.
11Hinrichs, Johann Peter, deutscher Instrumentenmacher gegen Ende des 18. Jahrhunderts, machte sich besonders dadurch vortheilhaft bekannt, dass er mit grossem Geschick die guten englischen Flügel nachahmte.
13Hinrichs, Franz, deutscher Liedercomponist, geboren um 1830 zu Halle a. S., woselbst er auch die Rechte studirte. Der vertraute Umgang mit Rob. Franz, der zuerst sein Musiklehrer war, später sein Schwager wurde, regte ihn zu einer Anzahl sinniger Compositionen im Liedfache an, welche sich allerdings von der Franz'schen Compositionsweise ganz und gar beeinflusst zeigen, aber gebildete Musikfreunde interessiren dürfen.
15Hinsch, Albert Anton, deutscher Orgelbauer aus Hamburg, lebte gegen die Mitte des 18. Jahrhunderts hin in Groningen und besass in den Niederlanden einen bedeutenden Ruf in seinem Fache. Von seinen Arbeiten rühmte man besonders die Orgelwerke in der lutherischen Kirche zu Groningen und in der reformirten Kirche zu Midwolde, sowie die Reparatur des berühmten Instruments in der Martinskirche zu Groningen (1740). — Ein Orgelvirtuose, Ewald H., aus Danzig gebürtig und von Joh. Jac. Frohberger unterrichtet, war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Hoforganist in Kopenhagen angestellt und wurde als grosser Meister auf seinem Instrument gerühmt.
17Hinstrich nennt man bei denjenigen Saiteninstrumenten, deren Saiten beim Spielen senkrecht laufen, also bei Violoncello, Violdigambe und Contrabass, die dem Hinaufstrich (s. d.) der wagerecht gehaltenen Bogeninstrumente conforme Procedur mit dem Bogen. Der letztere wird beim H. mit der von rechts nach links sich bewegenden rechten Hand von der Spitze nach dem Frosche zu über die Saiten geführt, nur dass er hier eine wagerechte, beim Hinaufstriche eine mehr senkrechte Haltung hat. Näheres über beide Stricharten bietet der Artikel Herabstrich.
19Hinterarm. In der Instrument-, besonders der Orgelbaukunst tritt oft die Anwendung von Druck- oder Winkelhebeln ein. An jedem solchen Hebel, wie jedes Lehrbuch der Physik klar macht, unterscheidet man zwei Arme, nämlich die Theile desselben, welche vom Unterstützungspunkt nach verschiedener Richtung sich von einander entfernen. Der Arm, auf den die Kraft wirkt, wird Vorder-, der demselben abgewandte der Hinterarm genannt. Dem entsprechend nennt man den Theil der Balgtaste (s. d.) bei der Orgel, auf den der Balgtreter (s. d.) sich stellt, den Vorderarm, und den anderen, vom Ruhe- oder Unterstützungspunkte derselben bis zum Balgkopf (s. d.) den H. der Taste, wie denn auch bei der Manualtaste die sogenannte blinde Taste der H. derselben genannt wird. Ebenso wendet der Orgelbauer diesen Fachausdruck in Bezug auf Wellen- und Registerstangentheile an. O.
21Hinterbalgfalte, schlechtweg auch Hinterfalte, nennt der Orgelbauer
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.