Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 253

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875

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1J. 1692 durch die Franzosen eingeäschert. Vgl. Christmann, »Geschichte des Klosters H.« (Tübingen, 1783).
3Hirschbach, Hermann, deutscher Componist und gefürchteter Musikkritiker, geboren zu Berlin am 29. Febr. 1812, erhielt frühzeitig Violin- und später bei H. Birnbach Compositionsunterricht. Im J. 1839 trat er zuerst als Componist öffentlich auf und zwar mit Streich-Quartetten über die Motive aus Goethe's »Faust«. Ein Jahr später folgten Quintette und Septette seiner Composition und hierauf noch viele andere Kammermusikwerke, aber auch drei Sinfonien und fünf Ouvertüren. Er liess sich später in Leipzig nieder und begründete und redigirte daselbst von 1843 bis 1845 ein »Musikalisch-kritisches Repertorium«, worin er eine verstandesscharfe, aber auch äusserst schneidende Kritik übte, die ihm ringsum zahlreiche Feinde schuf, so dass H. verbittert der Musik entsagte und sich dem kaufmännischen Berufe zuwandte. Auch der Neuen Zeitschrift für Musik, der Novellenzeitung und vielen anderen Blättern lieferte er damals geistvolle Artikel. Im Vorwort zur Partitur-Ausgabe seiner Sinfonien op. 46 und 47 (50 Werke sind überhaupt von ihm erschienen) sagt er, sich selbst und sein künstlerisches Streben charakterisirend: »Mein Leitstern vom ersten Augenblick an, wo ich ans selbstständige Schaffen ging, hiess Charakteristik. In bloss kunstvoller Entwicklung die Instrumentalmusik weiter zu bringen, war damals (1836) nicht mehr möglich. Man musste sich begnügen, die polyphone Schreibart in der Kammermusik da, wo sie in Anspruch genommen wurde, auf der Höhe zu erhalten. Aber dadurch war nichts verloren; neben dem unerschöpflichen Gedankenreichthum unserer Kunst blieb die schärfer Ausprägung und grössere Fassung des charakteristischen Inhalts übrig. Damit hing die Ausweitung und vielfach anderweitige Handhabung der freien Formen unvermeidlich zusammen. Schon vor 24 Jahren habe ich laut den Grundsatz bekannt: Der Inhalt bestimmt die Form. Immer habe ich es für frivol gehalten, den Hörer aus einer Stimmung in die andere zu schleudern, so dass er zuletzt ganz leer ausgeht, als wenn die Kunst bloss ein Spass wäre. Nein, eine Stimmung, auch die ernsteste, wenn nicht der Plan es anders verlangt, festzuhalten und zu erschöpfen, das war meine Aufgabe, eine Aufgabe, wozu es allerdings, ausser den thematischen Hülfsmitteln, einer weitausholenden Erfindung bedarf.«
5Hirschfeld, ein vorzüglicher deutscher Waldhornvirtuose, geboren um 1775 in Spredau bei Cölleda in Thüringen, erlernte die Musik beim Stadtmusicus in Gera und übte sich besonders auf dem Horn, bis er es zu hervorragender Geschicklichkeit auf diesem Instrumente gebracht hatte. Eine feste Anstellung suchend, ging er 1800 nach St. Petersburg und dann nach Stockholm, wo er Mitglied der königl. Kapelle wurde. Von 1795 bis 1825 galt er in Bezug auf schönen Ton, geschmackvollen Vortrag und technische Fertigkeit für einen Virtuosen ersten Ranges. Noch 1830 erhielt er in Stockholm glänzenden Beifall.
7Hirschfeld, Christian Cay Lorenz, ein besonders um die Gartenbaukunst ausgezeichnet verdienter Gelehrter, geboren am 16. Febr. 1742 in dem holstein'schen Dorfe Nüchel bei Eutin, gestorben am 20. Febr. 1792 als Etatsrath und ordentlicher Professor der Philosophie und schönen Wissenschaften zu Kiel, gehört hierher, da er auch der Verfasser des Werkes »Plan der Geschichte der Poesie, Beredtsamkeit, Musik, Malerei und Bildhauerkunst unter den Griechen« ist.
9Hirschfeld, Michael, ein deutscher Orgelbaumeister des 16. Jahrhunderts, baute zu Breslau ein Werk mit 33 klingenden Stimmen.
11Hirschflechsen, s. Flechsen.
13Hirtenlieder (franz.: Airs champêtres oder Pastourelles) sind Gesänge, welche die ländlichen Melodien der Hirten nachahmen und oft mit Glück in Opern, Oratorien und Cantaten eingeflochten werden (vgl. das Hirtenspiel in Fr. Liszt's Oratorium »Christus« als besonders charakteristisch). Ehemals in der an Hirtengedichten und Idyllen überreichen sentimental Epoche der Zopf-

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